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Pirelli: Neues Testverfahren für breiteres Arbeitsfenster

Pirelli-Boss Mario Isola erklärt, dass der Reifenlieferant ein neues Verfahren entwickelt hat, womit man das breitere Arbeitsfenster für 2020 testen könne

Pirelli: Neues Testverfahren für breiteres Arbeitsfenster

Pirelli arbeitet mit einem neuen, geheimen Testprozedere in Milan an den Reifen für die Saison 2020. Das Verfahren wurde im Hauptsitz entwickelt, um sicherzustellen, dass die Pneus für kommendes Jahr tatsächlich ein breiteres Arbeitsfenster aufweisen. Damit reagiert der Reifenhersteller auf Kritik der Teams.

Die Entwicklung der neuen Reifen ist bereits weit fortgeschritten. Ein Schlüsselproblem dabei war, wie man ein breiteres Arbeitsfenster tatsächlich testen kann. Nun hat Mario Isola, Pirelli-Manager, verraten, dass eine Technik dafür entwickelt wurde.

Um das Ziel zu erreichen, dass die Reifen in einem größeren Temperaturfenster optimal Grip liefern, wurde in der Fabrik ein Testverfahren entwickelt. "Wir haben für kommendes Jahr die Konstruktion umgestaltet, um die Grundfläche zu modifizieren. Das soll das Überhitzen reduzieren", erklärt Isola gegenüber 'Motorsport.com'.

"Es handelt sich um einen neuen Prozess"

"Um neue Mischungen mit neuen Bestandteilen zu designen, haben wir neue Richtungen erforscht, um ein breiteres Arbeitsfenster zu erlangen. Wir haben mit Testverfahren im Haus gearbeitet, um zu verstehen, wie wir das Arbeitsfenster identifizieren und messen können. Denn dieses Fenster wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst", so der Italiener.

Misst man das Arbeitsfenster einer Mischung mit zwei verschiedenen Autos oder auf zwei verschiedenen Strecken mit unterschiedlichem Asphalt, dann erhalte man auch unterschiedliche Ergebnisse. "Um das Fenster tatsächlich zu bestimmen, mussten wir Tests in der Fabrik durchführen, die wiederholbar sind."

Das habe Pirelli die Möglichkeit gegeben, die Mischungen untereinander zu vergleichen und zu verstehen, in welche Richtung man sich entwickelt. "Das ist nicht einfach. Zwar ist es einfach zu erklären, aber nicht so einfach umzusetzen", betont der Pirelli-Mann.

Wie dieses geheime Testprozedere genau aussehe, könne er nicht verraten, hält sich Isola bedeckt. Schließlich will der Reifenhersteller die Tests weiterhin selbst durchführen. "Das kann ich nicht sagen. Das ist eine sehr wichtige Errungenschaft und da steckt viel harte Arbeit drin. Das wollen wir beschützen und unseren Konkurrenten keine Informationen darüber geben."

Isola betont auch: "Es handelt sich um ein neues System, einen neuen Prozess." Die Teams begrüßen die Ausweitung des Arbeitsfensters, da einige Schwierigkeiten damit hatten. Viele Teams konnten die Reifen nicht im richtigen Temperaturfenster halten.

Haas hofft: Reifen 2020 "nicht so schlecht" wie 2019

Besonders Haas war davon betroffen und hadert auch nach der Sommerpause noch mit dem Problem. Da der VF-19 die Reifen nicht zum Arbeiten bringt, musste das Team bereits auf viele WM-Punkte verzichten. Günther Steiner weiß allerdings auch, dass er sich nicht auf "magische" Reifen verlassen dürfe.

"Ich verlasse mich nicht auf Pirelli, weil wir noch keine Lösung gefunden haben. Mit anderen Reifen würden wir zwar nicht so stark abfallen, wir wären aber dennoch nicht schnell genug. Wir müssen daher auch an uns selbst arbeiten."

Die Pirelli-Reifen der aktuellen Generation würden "sehr viel Abtrieb" benötigen, um auf Temperatur zu kommen - und genau das fehlt Haas. "Wir müssen daher an uns arbeiten und sehen, was Pirelli entwickelt. Hoffentlich sind die Reifen nicht so schlecht wie in diesem Jahr."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Urheber Maria Reyer