Pirelli warnt: Reifenkrieg würde die Kosten etwa verfünffachen

Pirelli-Manager Mario Isola erklärt, warum die Kosten bei einem Reifenkrieg explodieren würden. Auch für die Teams würde es in den Fall teurer werden.

Bei einer weltweiten Umfrage unter den Fans der Formel 1, die in diesem Jahr von 'Motorsport Network' in Zusammenarbeit mit Nielsen Sports durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass die meisten Zuschauer einen neuen Reifenkrieg in der Königsklasse begrüßen würden. Zuletzt traten in der Formel 1 im Jahr 2006 mit Michelin und Bridgestone zwei verschiedene Hersteller an. Seit 2007 gibt es in der Königsklasse Einheitsreifen - und das aus gutem Grund.

Isola erklärt, dass eine Formel-1-Saison für den italienischen Hersteller ungefähr "vier- oder fünfmal" so teuer wäre, wenn es einen Rivalen geben würde. In Zeiten, in denen das Sparen in der Königsklasse ganz groß geschrieben wird, wäre ein Reifenkrieg zwischen zwei oder mehr Herstellern also eindeutig das falsche Zeichen. Doch warum würden die Kosten überhaupt so explodieren?

"In meiner Laufbahn habe ich in anderen Meisterschaften bereits einen Reifenkrieg erlebt", verrät Isola und erklärt: "In der Formel 1 brauchst Du mehr als einen speziellen Reifen pro Strecke. Denn auf der gleichen Strecke kannst Du fünf verschiedene Bedingungen vorfinden." Zusätzlich würde man beispielsweise auch für das Qualifying einen eigenen Reifen an den Start bringen.

Zur Erinnerung: 2018 wird Pirelli die komplette Saison mit sieben verschiedenen Mischungen bestreiten. Bei einem Reifenkrieg-Szenario würde es aber vermutlich um die 40 Mischungen pro Jahr brauchen, um auf jeder Strecke konkurrenzfähig zu sein. "Ich denke schon", bestätigt Isola und erklärt, dass man die eigenen Pneus zudem auch während des Jahres permanent weiterentwickeln müsste.

"Du musst ja mit der Entwicklung der Autos Schritt halten - und nicht nur das. Du brauchst ja auch für jedes Team eigene Mischungen, weil jedes Auto anders ist", erklärt er. Zusammengefasst: Pirelli müsste für jede Strecke und für jedes Kundenteam jeweils eigene Mischungen bauen, die man zudem während des Jahres auch noch überarbeiten müsste. Isola bezeichnet die Situation daher als "sehr kompliziert".

"Man darf außerdem nicht nur die Kosten für den Reifenhersteller berücksichtigen. Auch für die Teams wäre es teurer", erklärt er und verweist darauf, dass man viel mehr testen müsste - was natürlich auch die Teams betreffen würde. Pirellis Vertrag als Alleinausrüster der Königsklasse läuft noch bis einschließlich 2019. Dass es danach wieder einen Reifenkrieg geben wird, erscheint angesichts der Kosten äußerst unwahrscheinlich.

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