Pirelli: Sicherheitsbedenken zeigen, dass Testfahrten notwendig sind

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Pirelli: Sicherheitsbedenken zeigen, dass Testfahrten notwendig sind
Jonathan Noble
Autor: Jonathan Noble
Übersetzung: Annika Göcke
14.11.2015, 21:31

Nach den von Mercedes geäußerten Sicherheitsbedenken ist man bei Pirelli überzeugt, dass Testfahrten im nächsten Jahr unbedingt notwendig sind.

Paul Hembery, Pirelli-Sportchef mit Assistent Ilaria Parolari
Pirelli-Reifen
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W06
Pirelli-Regenreifen
Pirelli-Reifen
Pirelli-Reifen
Pirelli tyre engineers
Paul Hembery, Pirelli-Sportchef
Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W06

Wie Motorsport.com erfuhr, reichte Mercedes bei der Sitzung der technischen Direktoren der Teams letzte Woche einen Bericht ein. In diesem weist das Team darauf hin, dass die Aero-Lasten, die für 2017 geplant sind, möglicherweise zu viel für die Reifen sein könnten.

Obwohl die Konkurrenz diese Meinung nur bedingt teilt, arbeiten Pirelli und einige der Formel-1-Teams an einer Studie, um im Detail zu prüfen, wie stark die Reifentragfähigkeit von den Aero-Fortschritten beeinflusst wird.

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery begrüßt diesen Ansatz, der seiner Meinung nach beweist, dass Testfahrten dringend erforderlich sind. „Wir sprechen hier über die höchste Aero-Last, die es jemals gab.“

„Wir reden von einem Level, das niemand der in den letzten 10 bis 20 Jahren in der Formel 1 involviert war, kennt. Das ist eine neue Herausforderung für uns alle.“

Diskussion über Testfahrten

Da sich die Teams nach wie vor über die Vorgehensweise uneinig sind, gibt es für Pirelli auch noch keine konkreten Planungen für die Tests.

„Es müsste ein modifiziertes, aktuelles Formel-1-Autos zum Einsatz kommen. Denn wir können nicht verlangen, dass jemand eigens dafür ein neues Auto baut. Die Kosten wären untragbar“, sagt Hembery.

„Und dann folgt ein Rattenschwanz an Problemen: Wer baut dieses Auto? Wer wird es einsetzten und welche Vorteile würden dadurch entstehen? Das Ganze würde sich zu einer unendlichen Geschichte entwickeln.“

Für Hembery steht jedoch fest, dass etwas geschehen muss: „Die bevorstehende Änderung ist zu groß, um sie einfach auf uns zukommen zu lassen.“

„Wir können nicht im Februar – kurz vor Saisonbeginn – damit anfangen, nur um dann festzustellen, dass wir noch mehr Zeit für Änderungen gebraucht hätten.“

„Die eigentliche Frage lautet: Kann man uns im Juni nächsten Jahres ein adäquates Fahrzeug präsentieren, dass den Regeln 2017 entspricht? Darauf gibt es bisher keine Antwort.“

Zeitdruck für 2016er Entwicklungen

Darüber hinaus möchte Pirelli auch Änderungen in Hinblick auf die Saison 2016 testen. „Die Teams äußerten den Wunsch, zu zwei oder drei Stopps zurückzukehren.“

„Damit soll die Tendenz, die Stints immer mehr in die Länge zu ziehen, wie das in den letzten Jahren üblich war, der Vergangenheit angehören“, sagt Hembery.

„Also ist es unser Ziel, dass man zu einem Reifenwechsel an die Box kommen muss. Dafür wäre eine Wiedereinführung eines Reifen, der schnell abbaut, ideal.“

Der Test soll schon nach dem letzten Rennen der Saison 2015 in Abu Dhabi statt finden: „Ich weiß nicht, ob die Zeit bis Abu Dhabi ausreicht, um eine perfekte Lösung zu präsentieren.“

Dabei würde sich an der Mischung nichts ändern. „Wir würden im Reifen selbst eine chemische Änderung vornehmen, die zum schnelleren Abbau führt“, erklärt Hembery.

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