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Pirelli: Teams haben die Hälfte des verlorenen Abtriebs schon zurück

Pirellis Mario Isola hat den Abtrieb der Formel-1-Teams beobachtet und ist froh, dass man die neuen Reifen eingeführt hat - Soft schneller als erwartet

Pirelli: Teams haben die Hälfte des verlorenen Abtriebs schon zurück

Zwischen einer und zweieinhalb Sekunden haben die Formel-1-Teams am Freitag im Vergleich zum Freien Training in Bahrain am Ende der vergangenen Saison verloren. Dass die Autos langsamer werden würden, war durch die neuen Regeln und die härteren Reifen wahrscheinlich. Laut Pirelli-Manager Mario Isola hätten die Teams jedoch schon die Hälfte des verlorenen Abtriebs zurückgewonnen.

"Ich kann aus der Datenanalyse bestätigen, dass ein Teil des Abtriebs bereits wieder zurückgewonnen wurde", sagt der Italiener. "Es sind nicht die zehn Prozent, die man geschätzt hat. Es sind vermutlich vier bis fünf Prozent. Die Performance ist also teilweise zurück."

Gleichzeitig verteidigt Isola die Einführung der neuen Reifenkonstruktion, die robuster, aber eben auch etwas langsamer ist: "Die Reifen funktionieren wie erwartet. Wenn man sich unsere Vorgaben anschaut, dann sind wir vorne 1,5 psi niedriger und hinten zwei psi niedriger", betont er. Das sei auch ein Ziel gewesen: Die Reifen sollten mit niedrigerem Druck gefahren werden können.

Einführung der neuen Reifen richtig

Nach ersten Tests in Bahrain im Vorjahr hatte es viel negative Kritik an den neuen Reifen gegeben, trotzdem hielt man bei Pirelli an der Einführung fest. "Die Entscheidung war richtig, denn es ist dumm, ein besseres Produkt nicht zu nutzen, wenn man es schon fertig hat", so Isola. "Ich bin froh, dass wir auf die Einführung der neuen Reifen gepocht haben. Ich bin sicher, das war richtig."

 

Denn Isola ist sich auch sicher, dass die Teams den Abtrieb 2021 nicht nur zurückgewinnen werden, sondern ihn möglicherweise sogar noch steigern können. Das setzt den Reifen höheren Belastungen aus, mit denen der Vorgänger wohl Probleme bekommen hätte - außer man wäre mit ziemlich hohen Reifendrücken gefahren.

"Wir wissen, dass die Teams in einem Jahr rund zehn Prozent Abtrieb gewinnen, von daher werden wir am Ende des Jahres wohl Autos haben, die fünf, sechs, sieben Prozent mehr Abtrieb haben werden als im Jahr zuvor", so Isola.

Delta zwischen Medium und Soft groß

Der Freitag in Bahrain (ANZEIGE: Hol dir die komplette Formel 1 und den besten Live-Sport mit Sky Q oder streame flexibel mit Sky Ticket. Ganz ohne Receiver.) hat gezeigt, dass der Soft-Reifen im Rennen eine gute Wahl sein könnte, da er deutlich schneller war als der Medium. Das bedeutet, dass die Teams wohl auch im Qualifying versuchen werden, auf dem Soft-Reifen zu starten. Auch das enge Feld spricht gegen einen Versuch mit Mediums in Q2.

"Die Deltazeit zwischen Medium und Soft war größer als erwartet", sagt Isola. "Es sind ungefähr 0,9 Sekunden pro Runde statt erwarteten 0,5. Das Delta zwischen Medium und Hard beträgt 0,4 Sekunden, ist also im erwarteten Bereich."

 

"Das bedeutet, dass der Soft auch eine Wahl für das Rennen sein kann, wenn es kühler ist, sollten die Teams den Abbau an den Hinterreifen managen können." Denn genau das sei neben Überhitzung an den Hinterreifen der entscheidende Faktor für die Anzahl an Boxenstopps.

"Es könnten zwei Stopps mit Soft-Medium-Medium oder zwei Sätze Soft und einmal Medium werden", so Isola. "Das hat auch einen Einfluss auf das Qualifying, da ein Start auf Softs kein großer Nachteil ist."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Norman Fischer