Pirelli will neue Formel-1-Regenreifen entwickeln

Pirelli ist nach Gesprächen mit den Formel-1-Fahrern in Abu Dhabi am Freitagabend bereit, neue Regenreifen zu entwickeln.

Pirelli-Rennleiter Mario Isola nahm am Freitag in Abu Dhabi an der Fahrerbesprechung teil und unterhielt sich ausführlich mit einigen der Piloten. Nach dem Grand Prix von Brasilien und den Unfällen in Interlagos war die Kritik an den Regenreifen der Italiener wieder hochgekocht.

"Wir hatten mit den meisten Fahrern eine recht interessante Diskussion über unterschiedliche Sichtweisen. Ich habe viel nützliches Feedback bekommen und verstehe, in welche Richtung wir mit diesem Produkt gehen wollen", sagte Isola.

Eine einfache Lösung gebe es jedoch nicht, betonte er. "Man kann kein Produkt für extremes Wetter haben, das gleichzeitig auf einer Strecke funktioniert, die fast trocken ist. Also muss man sich entscheiden."

"Brauchen wir ein Produkt, das mehr für nasse Bedingungen ist? Ist er okay, oder wollen sie den Intermediate ändern? Was ist das Ziel? Sobald wir das definiert haben, können wir das Produkt in der Richtung entwickeln, in die sie gehen wollen. Aber wir müssen das Ziel erst definieren."

"Wir können mehr in eine Richtung gehen, die für starken Regen passender ist, dann müssen wir aber auch alle Konsequenzen bedenken. Müssen sie dann früher auf den Intermediate wechseln?"

"Wir müssen alle Aspekte der Entscheidung bedenken. Das ist ein wichtiger Punkt, der diskutiert werden muss. Sobald wir uns einigen, gehen wir alle in dieselbe Richtung."

Außerdem sei nass nicht immer gleich nass, sagte Isola weiter. "Ein Aspekt, den wir in unserer Analyse berücksichtigen ist, dass wir mit dem gleichen Intermediate auf energiereiche Strecken mit rauem Asphalt wie Silverstone und Suzuka gehen und auch nach Monaco, Brasilien oder andere Strecken, die glatter sind oder wo es kälter ist."

"Müssen wir vielleicht darüber nachdenken, zwei verschiedene Regenreifen zu entwickeln? Nicht beide zu einem Rennen mitzunehmen, sonder zu nominieren. Also für Monaco haben wir Regenreifen Typ 1 und für Silverstone Typ 2. Das ist auch eine Möglichkeit."

Die Fahrer waren mit dem Ergebnis der Gespräche jedenfalls zufrieden, wie Carlos Sainz bestätigte. "Niemand war böse und niemand hat zu sehr kritisiert. Ich denke, wir haben alle versucht, der FIA zu helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir haben alle versucht, Pirelli zu helfen, einen besseren Reifen zu entwickeln."

Aquaplaning sei zur Zeit das größte Problem, sagte der Toro-Rosso-Pilot. "Das kann schlimme Unfälle auslösen. Die Sicht ist das Problem des Fahrers und wie sehr er angreifen will, aber wenn das Auto mitten auf der Geraden stehenbleibt und 20 andere Fahrer mit 300 km/h ankommen, dann ist das wirklich gefährlich."

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