Präsentation Mercedes F1 W10: Angriff auf Titel Nummer sechs

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Präsentation Mercedes F1 W10: Angriff auf Titel Nummer sechs
Autor:
Co-Autor: Norman Fischer
13.02.2019, 10:09

Mercedes hat sein neues Formel-1-Auto 2019 am Rande eines Shakedowns in Silverstone vorgestellt und nimmt mit dem F1 W10 den sechsten WM-Titel ins Visier

Das erste Duell mit Red Bull hat Mercedes gewonnen: Während die Bilder vom Launch des RB15 auf sich warten ließen, wurde der neue Silberpfeil (offizielle Bezeichnung: F1 W10 EQ Power+) präsentiert. Das deutsch-britische Team absolviert in Silverstone (parallel zu Red Bull) einen ersten Shakedown und hat zeitgleich erste Fotos und Presseinformationen zum neuen Auto für die Formel-1-Saison 2019 veröffentlicht.

Von vorne ist der Bolide wenig überraschend. Von der Seite wird im Heckbereich jedoch eine Art Tarnlackierung sichtbar. In den vergangenen Wochen hatte das Mercedes-Team eine Social-Media-Kampagne gefahren, in dem immer wieder einzelne Ausschnitte davon gezeigt wurden. Offenbar eine Reminiszenz an die "Erlkönig"-Lackierung, mit der der neue Elektro-Mercedes EQC, der noch 2019 auf den Markt kommt, erwischt wurde.

Laut Mercedes wurde das neue Design auf zwei Hauptelemente reduziert. Das erste Element ist ein Sternenmuster, das für Eleganz und Komfort der Marke stehen soll. Das zweite Element ist die klassische türkisfarbene Fließspur in den Farben von Hauptsponsor Petronas, die für Geschwindigkeit steht.

Mercedes übt sich in Zurückhaltung

Sportlich kann es für Mercedes nach fünf Doppel-WM-Titeln hintereinander nur ein Ziel geben: den sechsten Titel. Superstar Lewis Hamilton und Teamchef Toto Wolff haben über den Winter zudem Michael Schumachers sieben Titel als Fernziel identifiziert, um sich nach so vielen Erfolgen neu zu motivieren.

Fotostrecke
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Mercedes-AMG F1 W10

Mercedes-AMG F1 W10
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Foto: Mercedes AMG

Mercedes-AMG F1 W10

Mercedes-AMG F1 W10
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Foto: Mercedes AMG

Mercedes-AMG F1 W10

Mercedes-AMG F1 W10
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Foto: Mercedes AMG

Mercedes-AMG F1 W10

Mercedes-AMG F1 W10
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Foto: Mercedes AMG

Auf Fahrerseite ändert sich übrigens nichts: Hamilton geht 2019 auf seinen sechsten Titel los, Valtteri Bottas bleibt ein weiteres Jahr an Bord. Der Finne saß bei der ersten Ausfahrt des neuen Boliden auch am Steuer, bevor am Nachmittag Hamilton übernehmen soll. Testfahrer ist nun Esteban Ocon, der für ein Grand-Prix-Cockpit im Jahr 2020 aufgebaut werden soll.

Trotz aller bisherigen Erfolge setzt man bei Mercedes aber eher auf Zurückhaltung: "Die Saison 2019 stellt uns alle vor neue Herausforderungen", sagt Teamchef Toto Wolff. "Das Reglement hat sich erheblich verändert. Wir beginnen bei null und müssen uns erneut beweisen – im Vergleich mit unseren eigenen Erwartungen, aber auch gegen unsere Konkurrenz."

Shakedown wichtig für Barcelona-Test

"Wir gehen mit null Punkten in die Saison. Deshalb dürfen wir nichts als selbstverständlich ansehen und es gibt absolut keinen Grund dafür, automatisch anzunehmen, dass wir erneut vorne liegen werden", warnt der Österreicher. "Tatsächlich hat durch die Regeländerungen für die neue Saison jedes Team eine Chance auf den Titel und wir sehen jeden als einen möglichen Konkurrenten an."

Der heutige Shakedown ist für Mercedes schon ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die anstehende Meisterschaft. Bei der Ausfahrt, die als einer der beiden offiziellen Filmtage eines jeden Teams zählt, werden die letzten Systemchecks vor Beginn der Wintertestfahrten in Barcelona durchgeführt.

"Wir möchten in Barcelona sofort voll einsatzbereit sein, um uns mit den Werten aus unseren Simulationen zu messen und zu erfahren, ob sich unsere Prognosen auf der Strecke bewahrheiten", sagt Wolff. "Wir richten den Blick auf uns selbst, um unsere Performance stetig zu steigern und dann hoffentlich zum ersten Qualifying der Saison am Samstag in Melbourne bereit zu sein."

Ein ganz besonderes Jahr für Mercedes

Für Mercedes ist 2019 ein historisches Jahr: Nicht nur, dass in dieser Saison der 1.000 Formel-1-Grand-Prix in China stattfindet, es ist auch die zehnte Saison seit dem Einstieg als Werksteam. Gemeinsam mit seinem Mutterkonzern feiert das Team in diesem Jahr auch 125 Jahre Motorsport: Im Jahr 1894 gewannen Daimler-Motoren das erste Autorennen der Welt von Paris nach Rouen.

 

Und: 2019 markiert das 85-jährige Jubiläum der Silberpfeile. Der Legende nach wurde 1934 vor einem Rennen auf dem Nürburgring die weiße Lackierung auf dem Mercedes W 25 abgekratzt, um Gewicht zu sparen. Ähnliches soll auch bei der Lackierung 2019 geschehen: Das neue Design soll nach Angaben des Teams einen leichten Gewichtsvorteil gegenüber dem Vorjahr mit sich bringen.

16 Monate Arbeit

Der Mercedes W10 ist das Ergebnis aus über einem Jahr Arbeit. Bereits vor 16 Monaten begannen die Arbeiten am neuen Auto - damals hatte Lewis Hamilton erst drei WM-Titel auf dem Konto. Damals befasste sich noch eine kleine Gruppe an Ingenieuren mit dem Auto, bevor immer mehr Mitarbeiter für das Projekt abgezogen wurden.

"Die ersten Arbeiten am Projekt W10 begannen Ende 2017", sagt Technikchef James Allison. "Damals wurden die ersten Meetings abgehalten und darüber gesprochen, wie das Chassis aussehen sollte, wie die Power-Unit sich im Vergleich zum Vorjahr verändern sollte und wie unsere groben Ziele für das Projekt aussehen sollten."

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1954: Mercedes W196 R

1954: Mercedes W196 R
1/13

Foto: Daimler AG

Fahrer: Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann, Karl Kling, Hermann Lang

1954: Mercedes W196 R

1954: Mercedes W196 R
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Foto: Daimler AG

Anmerkung: Der W196 R wurde in zwei Versionen an den Start gebracht. Hier ist die Stromlinienform-Variante mit abgedeckten Rädern zu sehen.

1955: Mercedes W196 R

1955: Mercedes W196 R
3/13

Foto: Daimler AG

Fahrer: Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann, Karl Kling, Stirling Moss, Luigi Musso, Piero Taruffi

2010: Mercedes GP W01

2010: Mercedes GP W01
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Foto: Charles Coates / LAT Images

Fahrer: Nico Rosberg, Michael Schumacher

2011: Mercedes MGP W02

2011: Mercedes MGP W02
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Foto: Andrew Hone / LAT Images

Fahrer: Nico Rosberg, Michael Schumacher

2012: Mercedes F1 W03

2012: Mercedes F1 W03
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Foto: Glenn Dunbar / LAT Images

Fahrer: Nico Rosberg, Michael Schumacher

2013: Mercedes F1 W04

2013: Mercedes F1 W04
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Foto: Steve Etherington / LAT Images

Fahrer: Lewis Hamilton, Nico Rosberg

2014: Mercedes F1 W05 Hybrid

2014: Mercedes F1 W05 Hybrid
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Foto: Sutton Images

Fahrer: Lewis Hamilton, Nico Rosberg

2015: Mercedes F1 W06 Hybrid

2015: Mercedes F1 W06 Hybrid
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Foto: Charles Coates / LAT Images

Fahrer: Lewis Hamilton, Nico Rosberg

2016: Mercedes F1 W07 Hybrid

2016: Mercedes F1 W07 Hybrid
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Foto: XPB Images

Fahrer: Lewis Hamilton, Nico Rosberg

2017: Mercedes F1 W08 EQ Power

2017: Mercedes F1 W08 EQ Power
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Foto: Sutton Images

Fahrer: Valtteri Bottas, Lewis Hamilton

2018: Mercedes F1 W09 EQ Power

2018: Mercedes F1 W09 EQ Power
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Foto: Steve Etherington / LAT Images

Fahrer: Valtteri Bottas, Lewis Hamilton

2018: Mercedes F1 W09 EQ Power+

2018: Mercedes F1 W09 EQ Power+
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Foto: Mercedes AMG

Fahrer: Valtteri Bottas, Lewis Hamilton

"Zu diesem Zeitpunkt haben wir die Pläne für unsere Ressourcenverteilung erstellt, um das Auto in der Saison 2018 weiterzuentwickeln und einzusetzen und gleichzeitig die richtige Anzahl an Personal festzulegen, welches das Auto für 2019 entwickeln, konzipieren und entwerfen sollte", so Allison weiter.

Bis zur Sommerpause 2018 arbeitete bereits mehr als die Hälfte der Ingenieure im Designbüro am W10. Danach lief das Projekt auf Hochtouren: Alles in allem wurden ungefähr 7.000 Zeichnungen zur Produktion freigegeben. Doch auch im Winter wurde es nicht ruhig, denn die wichtigen Komponenten wurden knallharten Tests durchgezogen, um eine Formel-1-Saison zu simulieren.

Wie hart, das zeigen die Zahlen: Bevor das Auto heute zum ersten Mal auf die Strecke fuhr, hatte das Team mit all diesen verschiedenen Komponenten bereits rund eine halbe Million Kilometer zurückgelegt. "In jedem Teil stecken viele Stunden Arbeit, in jeder Montage, jedem System, jedem komplettierten Element und dann der fertigen Power-Unit", sagt Motorenchef Andy Cowell.

Ob sich der Aufwand gelohnt hat, wird die neue Formel-1-Saison 2019 zeigen.

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