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Qualifyingbericht

Qualifying Silverstone: Antonelli auf Pole, herbe Schlappe für Verstappen

Während sich George Russell in Q1 im Kiesbett wiederfand, fuhr Kimi Antonelli zur nächsten Pole - Hinter ihm lauern die beiden Ferraris, Enttäuschung bei Verstappen

Qualifying Silverstone: Mercedes erst im Kiesbett und dann auf Pole!

Kimi Antonelli reitet weiter auf der Erfolgswelle

Foto: LAT Images

Die Kimi-Antonelli-Festspiele gehen weiter: Nach seinem Sieg im Sprintrennen holte sich der Mercedes-Pilot auch die Poleposition für den Grand Prix in Silverstone am morgigen Sonntag (hier live im Ticker verfolgen).

Der Italiener setzte sich in 1:28.111 Minuten gegen die beiden Ferraris durch, bei denen diesmal aber Charles Leclerc (+0.175) die Nase vor Lewis Hamilton (+0,347) hatte. George Russell im zweiten Mercedes hatte in Q1 eine Schrecksekunde zu überstehen und war ins Kiesbett gefahren, startet am Sonntag aber doch von Position vier aus.

Enttäuschend war das Qualifying für Max Verstappen (Red Bull), der gegen seinen Teamkollegen Isack Hadjar (5.) den Kürzeren zog und nur Siebter wurde. Vor ihm startet auch McLaren-Pilot Lando Norris (6.), der erneut besser war als Teamkollege Oscar Piastri (8.). Die letzten beiden Positionen in den Top 10 belegten wie am Vortag die Racing Bulls von Arvid Lindblad (9.) und Liam Lawson (10.).

Nico Hülkenberg wurde im Audi 13.

Das Wichtigste in aller Kürze:

Was passierte in Q1?

Mercedes musste sich Sorgen um George Russell machen. Der Engländer stand in der langsamen Luffield-Kurve plötzlich im Kies und hatte große Schwierigkeiten, überhaupt wieder auf die Strecke zu kommen. Russell war sogar leicht in die Streckenbegrenzung eingeschlagen und hatte sich den Frontflügel beschädigt.

Die Wiederholung zeigte, dass Russell in der Kurve mit rauchenden Reifen einfach geradeaus gefahren war. "Das war seltsam. Noch nie in meiner Karriere haben die Räder dort blockiert", funkte er. Nach einer Reparaturpause an der Box konnte er jedoch noch einmal rausfahren und sich locker für Q2 qualifizieren.

Anders erging es Franco Colapinto, der sich auf seinem entscheidenden Versuch in den schnellen Esses drehte und keine Chance hatte, seine Zeit noch einmal zu verbessern. "Ich habe es einfach bei Vollgas verloren. Ich habe das Heck komplett verloren", funkte der Argentinier, der hinter Valtteri Bottas nur 19. wurde.

An der Spitze gab es eine Überraschung: Isack Hadjar holte in 1:29.276 Minuten die Bestzeit vor Liam Lawson (+0,024), Charles Leclerc (+0,258) und Nico Hülkenberg (+0.263). Überraschend war auch, dass Bottas zwei Positionen vor Sergio Perez landete und Fernando Alonso von Lance Stroll geschlagen wurde. Aston Martins Rückstand auf den schnelleren Cadillac: 1,6 Sekunden!

Ausgeschieden: 17. Esteban Ocon (Haas), 18. Valtteri Bottas (Cadillac), 19. Franco Colapinto (Alpine), 20. Sergio Perez (Cadillac), 21. Lance Stroll (Aston Martin) und 22. Fernando Alonso (Aston Martin).

Was passierte in Q2?

Vorweg: Überraschungen blieben aus. Denn für Q3 qualifizierten sich die gleichen zehn Piloten wie im Sprint-Qualifying am Vortag. Von den ausgeschiedenen Fahrern hatte nur Gabriel Bortoleto eine realistische Chance auf ein Weiterkommen, alle anderen waren mindestens sechs Zehntel von den Top 10 entfernt.

Für Nico Hülkenberg wurde es dabei spannend, denn seine erste Runde wurde aufgrund von Tracklimits gestrichen, sodass ihm nur ein Versuch blieb, um ein paar Positionen zu gewinnen. Das reichte am Ende für Rang 13.

An der Spitze war diesmal Kimi Antonelli zu finden, der in 1:28.493 Minuten die Bestzeit fuhr. Dahinter landeten die beiden Ferraris, wobei Leclerc die Nase erneut vor Hamilton hatte.

Ausgeschieden: 11. Gabriel Bortoleto (Audi), 12. Pierre Gasly (Alpine), 13. Nico Hülkenberg (Audi), 14. Oliver Bearman (Haas), 15. Carlos Sainz (Williams) und 16. Alexander Albon (Williams).

Was passierte in Q3?

Der erste Schlagabtausch im letzten Abschnitt ging bereits an Antonelli, der in 1:28.385 Minuten die Bestzeit holte und knapp eine Zehntelsekunde vor seinem Teamkollegen George Russell lag. Die beiden Ferrari lagen mit zwei Zehntel Rückstand auf drei und vier, die dritte Reihe wurde von Red Bull gebildet, bei denen Hadjar diesmal vor Verstappen lag.

Antonelli war im zweiten Versuch dann der erste auf der Strecke, worüber er sich wunderte: "Warum muss ich als erstes fahren?", fragte er am Funk, musste es aber hinnehmen. Doch das sollte ich nicht stören: Der Italiener verbesserte seine Zeit um mehr als zweieinhalb Zehntel - eine Hürde, die keiner mehr nehmen sollte.

Norris und Piastri blieben deutlich zurück, konnten aber zunächst immerhin Verstappen schlagen. Der Niederländer konterte, kam aber lediglich noch vor Piastri und musste sich hinter Norris und auch weiter Hadjar einsortieren.

Russell verbesserte seine eigene Zeit nicht - das wurde bestraft: Zunächst ging Ferraris Leclerc an ihm vorbei und setzte sich auf Platz zwei, dann verbesserte auch Hamilton seine Position, kam aber nicht an seinen Teamkollegen heran.

Für Antonelli war es die fünfte Poleposition in dieser Saison.

War der Abflug von Russell ein Fahrfehler?

Es sah schon ein wenig ungewöhnlich aus, wie Russell in Q1 in Luffield ins Kiesbett fuhr, denn der Mercedes-Pilot rauschte einfach geradeaus. Deswegen war sich Sky-Experte Ralf Schumacher sicher, dass es kein Fahrfehler war: "Der Motor schiebt einfach weiter", sagte er.

Russell selbst sprach hingegen von blockierenden Rädern und meinte, dass er so etwas an dieser Stelle noch nie gehabt habe. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat bei Sky hingegen einen ganz anderen Verdacht: "Das ist der Wind. Der schiebt so brutal an."#

"Ich muss mit dem George sprechen, aber ich denke auch, dass er vielleicht nicht gebremst hat, um nicht stecken zu bleiben im Kiesbett und dann wieder raus zu fahren."

Russell war sogar in die Streckenbegrenzung gefahren und hatte sich seinen Frontflügel beschädigt, konnte aber mit einiger Anstrengung zurück an die Box kommen und sich noch für Q2 und schließlich den vierten Startplatz qualifizieren.

Warum wurde Verstappen von Hadjar geschlagen?

Das war durchaus eine Überraschung: Zum dritten Mal in dieser Saison verlor Max Verstappen das Qualifying-Duell gegen Isack Hadjar. Während der Franzose auf Rang fünf landete, musste sich Verstappen mit Rang sieben begnügen, anderthalb Zehntel hinter dem Franzosen.

Das hatte sich jedoch bereits angedeutet, denn sowohl in Q1, wo Hadjar die Bestzeit fuhr, als auch in Q2 war Verstappen bereits langsamer als sein Teamkollege. Auch im ersten Q3-Versuch hatte Hadjar die Nase vorne, der von Verstappens zweitem Versuch auch nicht unterboten werden konnte.

"Das ist peinlich, schlecht", ärgert sich der Niederländer bei Sky. "Aus welchem Grund auch immer hatte meine Seite der Garage ab der ersten Runde einfach weniger Leistung. Und hier herum ist es natürlich so: Wenn du weniger Leistung hast, verbringst du mehr Zeit auf der Geraden, wodurch du deine Batterie mehr leersaugst."

"Das hat dann im letzten Sektor einen noch größeren Effekt, wo im Grunde ab Kurve 15 überhaupt keine Leistung mehr da ist", sagt er. "Ich habe auf den Geraden also einfach ständig extrem viel verloren, und dazu kam noch eine schlechte Balance - es war unterm Strich also einfach sehr, sehr schlecht."

Wie sieht Nico Hülkenberg sein Qualifying?

"Nicht zufrieden", ist er mit Rang 13. Dabei lief Q1 mit Rang vier noch sehr gut, auch wenn der Deutsche weiß, dass das Bild dort ein wenig "verzerrt" ist. "In Q2 lief es dann nicht mehr gut. Ich habe irgendwie ein bisschen den Faden verloren, keine sauberen Runs gehabt", sagt er bei Sky.

Seine erste Runde wurde dort aufgrund von Tracklimits in Kurve 13 gestrichen. Hülkenberg sagt, er habe dort "ein bisschen zu viel gewollt". Der letzte Run sei dann "ein bisschen komisch" gewesen, weil das Auto vor ihm in die Box fuhr und er dann niemanden vor sich hatte, der ihn ein bisschen ziehen konnte.

"Und auf der Runde habe ich auf der Graden ziemlich viel verloren, auf mich selber, auf meine eigene Rundenzeit, weil natürlich dann irgendwo dieser indirekte Windschatten ein bisschen fehlt." Fazit: "Insgesamt war das Q2 nichts."

Gab es nachträgliche Strafen?

Pierre Gasly wurde von den Kommissaren um drei Startplätze nach hinten versetzt. Der Franzose hatte in Q1 Aston Martins Lance Stroll behindert, indem er auf seiner Inlap vor Kurve 15 auf der Ideallinie geblieben war, sodass Stroll ausweichen musste und die Kurve nicht richtig anfahren konnte.

Der Franzose argumentierte, dass der Funk zu dieser Zeit nicht ging und er hinter sich Antonelli erwartet hatte, der nicht auf einer schnellen Runde war. Zwar wurden die Funkprobleme bestätigt, Gasly aber nicht aus der Verantwortung genommen.

Von der Strafversetzung profitiert neben Oliver Bearman und Carlos Sainz auch Nico Hülkenberg, der auf Rang zwölf nach vorne kommt.

So geht es weiter beim Grand Prix von Großbritannien 2026

Kevin Scheuren und Stefan Ehlen melden sich ab 22 Uhr im Livestream auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de und besprechen alle wichtigen Themen zur Qualifikation und zum Sprint.

Am Sonntag (5. Juli) ist der Rennstart in Silverstone für 16 Uhr angesetzt. Um 22 Uhr starten Kevin Scheuren und Kevin Hermann ihre Grand-Prix-Analyse auf YouTube. Wie immer können Kanalmitglieder live ihre Fragen stellen.

Alle Informationen zu Streams und TV-Sendungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entnehmen sie bitte unserer aktuellen Übersicht. Details zur Wetterprognose finden sie in unserer Vorschau.

Nach einer Woche Pause steht mit Belgien und Ungarn der letzte Doubleheader vor der Sommerpause an. (Hier den Rennkalender 2026 einsehen!)

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