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Racing-Point-Finanzen: Knapp 130 Millionen Euro Verlust im ersten Jahr

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Racing-Point-Finanzen: Knapp 130 Millionen Euro Verlust im ersten Jahr
Autor:
Übersetzung: Maria Reyer

Racing Point muss im ersten Jahr der Teamgeschichte einen hohen Verlust von 116 Millionen Pfund verkraften - Teamchef Szafnauer erklärt, das sei eine Ausnahme

Das Racing-Point-Team hat im ersten Jahr des Bestehens einen Verlust von 116 Millionen Pfund (rund 130 Millionen Euro) gemacht. Das geht aus dem Finanzbericht hervor, der nun veröffentlicht wurde. Die Zahlen ergeben sich vor allem aus den ungewöhnlichen Umständen der Rettung von Force India 2018.

Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer betont, dass die erheblichen Verluste nicht das wahre finanzielle Bild widerspiegeln würden. "Dieser Abschluss ist außergewöhnlich und einmalig aufgrund des Kaufs des Teams. Wenn wir wieder im normalen Zyklus sind, wird man solche Zahlen nicht noch einmal sehen", betont er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Er spricht von einer "Anomalie". Hätte das Team nicht aus der Insolvenz herausgekauft werden müssen, wäre der Verlust in einem normalen Jahr deutlich geringer ausgefallen, glaubt Szafnauer. "Dann wäre der Verlust wohl bei 25 Millionen gelegen, nicht bei 116 Millionen."

Nur 50 Millionen Euro Einnahmen

Als das Force-India-Team Mitte 2018 in Insolvenz geschickt wurde, kaufte das Konsortium um Lawrence Stroll den Rennstall und etablierte diesen neu als Racing Point. Daher lief das Geschäftsjahr auch von August 2018 bis August 2019, während Formel-1-Teams üblicherweise von Januar bis Dezember operieren.

Im neuen Finanzbericht sind die letzten neun Rennen der Saison 2018 und die ersten zwölf der Saison 2019 berücksichtig worden. Die Zahlen spiegeln die Tatsache wider, dass Racing Point 90 Millionen Pfund (rund 100 Millionen Euro) für den Erwerb der mit dem ursprünglichen Force-India-Team verbundenen Rechte und Vermögenswerte gezahlt hat.

Auch die Schulden des Teams haben die neuen Eigentümer übernommen, damit die Gläubiger sofort nach der Übernahme ausbezahlt werden konnten. Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens wurde das Team finanziell neu aufgestellt.

Otmar Szafnauer

Szafnauer (Teamchef) und Stroll (Besitzer) führen das Team seit 2018

Foto: Motorsport Images

In dem Bericht ist auch festgehalten, dass Stroll selbst 142 Millionen Pfund (157 Millionen Euro) des gesamten Grundkapitals von 200 Millionen Pfund eingebracht hat, daher gehören dem Kanadier auch 71 Prozent der Anteile. Der Rest teilt sich auf weitere Investoren seines Konsortiums auf.

Die Einnahmen des Teams wurden für jene Periode mit 46 Millionen Pfund (50 Millionen Euro) angegeben. Das ist deutlich weniger, als Force India noch 2016 eingenommen hat - 77 Millionen Pfund. Das ist auf die Art und Weise zurückzuführen, wie Liberty Media das Preisgeld verteilt.

Der Finanzabschluss bezeugt auch, dass nach dem ersten Jahr im Januar 2020 unter anderem etwa ein Bankenkredit über 55 Millionen Pfund zurückgezahlt wurde.

"Müssen uns keine Sorge um den Cashflow machen"

Die Tatsache, dass ein gut geführtes Team mit kräftiger finanzieller Unterstützung immer noch 25 Millionen Pfund Minus geschrieben hätte, zeige laut Szafnauer die Dringlichkeit auf, die Geldverteilung in der Formel 1 neu zu regeln.

Im neuen Concorde-Agreement soll eine gerechtere Preisgeldverteilung festgeschrieben werden. "Es ist wirklich, wirklich wichtig, dass die Formel 1 die Umverteilung des Geldes richtig macht, damit ein Team wie das unsere eine Chance hat, die Gewinnschwelle zu erreichen", betont er.

Die 25 Millionen sollen in Zukunft auf null sinken, damit sich auch ein Mittelfeldteam selbst tragen kann. "Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch das effizienteste Team mit dem kleinsten Budget sind. Dass wir also immer noch 25 Millionen Verlust machen, ist wirklich nicht so toll."

 

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Er hofft daher auf das neue Concorde-Agreement, das eine fairere Geldverteilung bringen soll. Außerdem soll die Kostenobergrenze helfen, die ab 2021 verpflichtend eingeführt wird. "Das wird sehr wichtig sein für die finanzielle Stabilität in der Formel 1."

Finanziell sei die Mannschaft deutlich besser aufgestellt als noch zu Force-India-Tagen. "Wir müssen uns keine Sorgen mehr um Cashflow machen oder darüber, ob wir unsere Leute bezahlen können. Aber um auf jenem Niveau Rennen fahren zu können, sind die Kostenobergrenze und eine fairere Verteilung für die Gesundheit eines Mittelfeldteams wie unseres sehr wichtig."

Racing-Point-Finanzchef Robert Yeowart stimmt dem Teamchef zu. Er rechnet damit, dass die Bilanz in diesem Jahr deutlich "normaler" aussehen werde. "Zum Beispiel wurde die Übernahme so rasch durchgeführt, so haben wir zum Beispiel mehr als 30 Millionen Pfund an die Gläubiger von Force India ausbezahlt."

Kann Racing Point 2021 einen Gewinn erwirtschaften?

Dieses Geld fordere man nun von den Insolvenzverwaltern zurück. "Bis August 2020 ist das alles erledigt, wir haben das alles geklärt." Auch die Kosten für die Infrastruktur waren im ersten Jahr deutlich erhöht, weil zuvor die Mannschaft aufgrund der mangelnden finanziellen Ressourcen sehr ausgedünnt wurde.

"Die IT zum Beispiel war zwei oder drei Jahre lang unterbesetzt und befand sich tatsächlich an der Belastungsgrenze. Im ersten Jahr mussten wir also für einige dieser Dinge sehr viel ausgeben", erklärt Yeowart. Er betont, dass das operative Geschäft nun wie geplant funktioniere.

"Sie haben 200 Millionen Pfund an Kapital in das Team investiert, auf Basis eines Businessplans über fünf Jahre. Wir wissen, dass es 2018, 2019 und 2020 Verluste geben würde. Danach erwarten wir allerdings, einen Gewinn erwirtschaften zu können, damit sich das Team selbsterhalten kann."

In diesen Plan wurde die Kostenobergrenze und die fairere Geldverteilung bereits eingerechnet. "Das setzt auch voraus, dass wir auf einem gewissen Niveau abliefern." Sollten diese Voraussetzungen nicht eintreten, dann würde man hinter dem Businessplan liegen.

Yeowart bestätigt außerdem, dass das Team in Zukunft das Finanzjahr dem Kalenderjahr anpassen möchte. "Das ist allerdings nicht so einfach, das zu planen und umzusetzen." Schließlich werden auch für die Budgetobergrenze geprüfte Finanzen einer Saison benötigt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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