Racing Point: Seltener Rückenwind für Liberty Media

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Racing Point: Seltener Rückenwind für Liberty Media
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
23.02.2019, 16:55

Liberty Media wird derzeit von vielen Seiten kritisiert, doch Andrew Green von Racing Point lobt die Arbeit vom Team um Ross Brawn ausdrücklich

Egal ob Streckenbetreiber oder Teamchefs: Liberty Media, der Rechteinhaber der Formel 1, sah sich in den vergangenen Wochen zunehmend Kritik ausgesetzt. Man habe in den eineinhalb Jahren seit dem Einstieg zwar viel Marketing betrieben, aber bei den "harten" Themen wie Geldverteilung oder Reglement sei man im Grunde genommen nicht entscheidend vorangekommen.

Ob diese Kritik berechtigt ist oder nicht, soll an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Doch Lob für Liberty ist zuletzt selten geworden. Umso überraschender, dass nun der Technische Direktor des Racing-Point-Teams, Andrew Green, Verständnis für den nordamerikanischen Rechteinhaber zeigt. Seiner Meinung nach seien die analytischen Methoden, die Liberty rund um Sportdirektor Ross Brawn anwendet, wenn es um neue Regeln geht, in der Geschichte der Formel 1 "beispiellos".

"Ich sehe die guten Absichten von Liberty und der Formel 1", sagt Green, "aber sie haben Gegenwind von zehn Teams mit zehn verschiedenen Meinungen. Alle zehn Teams unter einen Hut zu kriegen, erscheint unmöglich. Ich habe Mitleid mit Liberty, weil sie das zu tun versuchen, was sie für das Beste halten. Aber es wird für sie immer schwierig sein, Einstimmigkeit unter den Teams zu erreichen."

"Jeder hat seine eigene Agenda, jedes Team ist anders, hat seine ganz individuellen Stärken. Und jeder will natürlich sicherstellen, dass die zukünftigen Regeln möglichst gut in die eigenen Stärken und Schwächen hineinspielen. Das ist der Gegenwind, den sie spüren. Aber sie bemühen sich sehr - und dafür verdienen sie Anerkennung."

"Die schiere Menge an Forschungsarbeit, die in das 2021er-Auto einfließt, die schiere Menge an Analyse, das ist wirklich beispiellos", unterstreicht der Racing-Point-Ingenieur. "Ich habe so etwas in so einem Detail noch nie erlebt." Außerdem sei er "von der Qualität der Analyse wirklich beeindruckt. Was sie tun, ist absolut unglaublich. Ich hoffe, dass das Ergebnis in Sachen Fahrzeugdesign letztendlich ein gutes sein wird. Warten wir's ab."

Denn noch gibt es kein Ergebnis. In der Motorenfrage gibt es bis heute kein finales Reglement - nur das grundsätzliche Verständnis, dass es, wenn überhaupt, nur zu marginalen Änderungen kommen wird. Eine Tatsache, die zum Beispiel Porsche davon abgehalten hat, einen Formel-1-Einstieg voranzutreiben. Und auch auf Chassis-Seite liegt bisher nichts Konkretes auf dem Tisch.

Und auch auf Chassis-Seite liegt bisher nichts Konkretes auf dem Tisch - obwohl die Zeit drängt: "Ich sage jetzt seit zwölf Monaten, dass wir 'in den nächsten Monaten' ein Reglement brauchen", grinst Haas-Technikchef Günther Steiner. "Irgendwann kommen wir an den Punkt, da müssen wir das Reglement 2021 verschieben, weil es einfach zu spät wird."

"Der Plan ist", fährt Steiner fort, "uns bis Ende März Informationen zu liefern. Aber es muss jetzt passieren. In der Formel 1 ist 'nächstes Jahr' 2021. Wir müssen Anfang 2020 mit dem Auto für 2021 anfangen. Und Anfang 2020 ist jetzt nur noch zehn Monate weg. Wir brauchen ziemlich schnell was in die Hand. Sonst können wir uns nicht vorbereiten."

Mit Bildmaterial von Sutton.

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Rennserie Formel 1
Urheber Christian Nimmervoll
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