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Radikaler Vorschlag von Horner: Topteams sollen Autos verkaufen!

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Radikaler Vorschlag von Horner: Topteams sollen Autos verkaufen!
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20.04.2020, 05:52

Red Bulls Christian Horner schlägt zur Bewältigung der Coronakrise eine Idee vor, die Finn Rausing und Gene Haas seiner Meinung nach nicht ablehnen können

Vergangene Woche fand hinter den Kulissen der Formel 1 ein weiteres virtuelles Meeting darüber statt, wie der Grand-Prix-Sport und seine Teams die Coronakrise am besten überleben können. Red Bull legt in dieser Diskussion jetzt einen radikalen Vorschlag auf den Tisch: Christian Horner tritt dafür ein, dass Mercedes, Ferrari und Red Bull ihre kompletten Autos an die kleineren Teams verkaufen sollten.

Horner hätte "kein Problem damit, für einen kurzen Zeitraum von ein bis zwei Jahren" ein Kundenauto-Modell in der Formel 1 einzuführen, das es Teams erlauben würde, die komplette Technik bei einem der Topteams einzukaufen und de facto nur noch die Mechaniker für den Einsatz des Rennteams zu stellen.

Das würde für möglicherweise bis zu fünf Teams (AlphaTauri, Racing Point, Alfa Romeo, Haas; eventuell auch Williams) den kompletten Entfall der "Kosten für Forschung und Entwicklung" bedeuten, argumentiert Horner in einem Vodcast des britischen TV-Senders 'Sky Sports F1'.

"Ihr stellt nur das Rennteam. Wir verkaufen euch unser Auto in Abu Dhabi. Nehmt es! Das wird der schnellste Weg sein, mit geringen Kosten konkurrenzfähig zu sein", sagt der Red-Bull-Teamchef in Richtung der potenziell betroffenen Teams - die da seiner Meinung nach wären: "Haas nehme ich an, AlphaTauri ganz sicher, Sauber, vielleicht Racing Point. Die kopieren die anderen Autos ja sowieso schon!"

Aber was passiert dann mit Renault, McLaren und Williams?

Für die genannten Teams wäre das eine "gute Lösung", glaubt Horner. "Dann bleiben nur die mittleren Teams übrig, McLaren und Renault. Es wird immer unmöglich sein, einen Kompromiss zu finden, der jedem passt." Auch Williams müsste sich aus der festgefahrenen Position bewegen und sein Selbstverständnis als Formel-1-Konstrukteur aufgeben.

"Aber wenn du es ernst meinst damit, Kosten in diesem Sport zu reduzieren ... Wäre ich Finn Rausing (einer der Eigentümer des Alfa-Romeo-Teams; Anm. d. Red.) oder Gene Haas, und hätte ich die Möglichkeit, mir einen Ferrari oder einen Red Bull oder einen Mercedes zu kaufen, und nur das Rennteam für die Einsätze aufzubauen, zumindest für ein paar Jahre, dann würde ich das tun", sagt Horner.

Dass sich in den Diskussionen um die Kosten der Formel 1 momentan alles um eine Reduktion der ab 2021 geplanten Budgetobergrenze von 175 Millionen US-Dollar auf bis zu 100 Millionen konzentriert, ist aus seiner Sicht am Thema vorbei gedacht. "Eigentlich sollten vielmehr die größten Kostentreiber im Mittelpunkt stehen", findet er.

Horner räumt zwar ein, dass sich die drei Topteams in der Frage der Budgetobergrenze "absolut" auf die kleineren Teams zubewegen müssen. Gleichzeitig betont er aber: "Wir müssen uns vor Augen halten, dass die Obergrenze nur die maximalen Ausgaben festlegt. Es bedeutet ja nicht, dass jeder so viel ausgeben muss!"

"Die Regeln sind es, die die Kosten in die Höhe treiben. Für 2020 und 2021 haben wir das, finde ich, gut geregelt. Aber im Hinblick auf 2022 mache ich mir Sorgen." Denn 2022 soll in der Formel 1 ein komplett neues Reglement eingeführt werden, was im Jahr 2021 doppelte Entwicklungskosten bedeutet. Für Horner ein klares Argument, das Reformreglement auf 2023 zu verschieben.

Horner: In einem Punkt hatte Ron Dennis recht ...

"Der gute alte Ron Dennis hat immer gesagt: 'Wenn du in diesem Business Kosten einsparen möchtest, dann ändere nichts!' Und damit hatte er absolut recht", sagt der 46-Jährige. "Darum habe ich ein kleines Problem damit, 2022 ein generalüberholtes Auto einzuführen. Es gibt nicht eine einzige Komponente, die du von 2021 auf 2022 mitnehmen kannst."

"Wir werden gezwungen sein, Reifentests zu absolvieren und Übergangsautos zu bauen. Es scheint mir unnötiger Druck auf dem System zu sein, diese Kosten für 2021 zu planen. Ich hätte daher die neuen Regeln um ein weiteres Jahr auf 2023 verschoben."

Mattia Binotto und Christian Horner

Mattia Binottos Ferrari-Team ist kein Fan davon, Ausgaben stark zu begrenzen

Foto: LAT

"Ferrari sagt: 'Ja, aus Kostensicht verstehen wir das. Aber unser Auto ist nicht so konkurrenzfähig. Wir wollen mit einem weißen Blatt Papier beginnen.' Und alle Teams weiter hinten denken auch, dass ein weißes Blatt Papier die Hackordnung verändern wird. Die Wahrheit ist, dass es gar nichts ändern, aber nächstes Jahr einen Haufen Kosten mit sich bringen würde."

Horner lobt, dass der geplante "Freeze" von 2020 auf 2021 60 Prozent aller Teile der Formel-1-Autos umfasst. Sprich: 2020 und 2021 wird effektiv mit den gleichen Boliden gefahren, um Entwicklungskosten einzusparen. "Im Grunde genommen reden wir nur von Aero-Updates. Das ist der richtige Weg, wenn wir die Kosten ins Visier nehmen wollen", findet er.

Und nennt ein Beispiel, wie man es auch machen könnte: "Ich war bei allen Diskussionen über das Motorenreglement dabei. Die haben es geschafft, 30 bis 40 Prozent ihrer Kosten zu reduzieren. Nicht ein einziges Mal war dabei von einer Budgetobergrenze die Rede. Sie haben sich einfach auf die Kostentreiber konzentriert."

"Die Obergrenze", argumentiert Horner, "umfasst nur die operativen Kosten des Rennfahrens. Ausgenommen sind die Fahrer, Marketing und einige andere Punkte. Und es ist unmöglich, die Teams miteinander zu vergleichen. Nehmen wir die McLaren-Fabrik und die Haas-Fabrik: Da sind die Betriebskosten ganz andere."

Große Teams befürchten den Verlust von Arbeitsplätzen

"Bei Red Bull haben wir 900 Mitarbeiter, die unsere Autos produzieren. Wenn wir in signifikanten Schritten auf das Niveau runterkommen, von dem wir reden, nämlich 300 bis 350 Leute, dann müssen wir Personal abbauen. Für Ferrari gilt das Gleiche, und wahrscheinlich noch mehr für Mercedes. Es geht darum, eine gute Balance zu finden."

"Da ist die Frage schon gerechtfertigt, ob es richtig ist, dass alle Teams unter der gleichen Obergrenze operieren müssen", argumentiert Horner. "Sollte ein Team weiter hinten, das Komponenten woanders einkauft und keine Kosten für Forschung und Entwicklung hat, an die gleiche Obergrenze gebunden sein wie ein Herstellerteam?"

Eine der Varianten, die momentan diskutiert werden, sieht so aus: Für die großen Werksteams wird die Budgetobergrenze von 175 auf 145 Millionen Dollar reduziert. Für alle anderen Teams, die keine kleineren Teams als Kunden beliefern, sollen 100 Millionen das Maximum sein. Aber das wäre genau wieder jene Zweiklassengesellschaft, die eigentlich abgeschafft werden soll.

Red Bull & Co. können dem Vorschlag etwas abgewinnen. Es würde ihre Position an der Spitze der Formel 1 manifestieren. Daher wäre Horner zu Gegenleistungen bereit: "Wenn wir zum Beispiel sagen, dass die drei Topteams eine bestimmte Zeit im Windkanal und mit CFD forschen dürfen, dann könnten wir sagen, dass die Teams von P4 bis P7 etwas mehr Zeit in diesen Bereichen investieren dürfen, wenn sie sich dafür an eine reduzierte Budgetobergrenze halten."

In der Analyse der Coronakrise sind sich ohnehin alle einig: "Diese Krise hat Auswirkungen auf jedes Team und auf jedes einzelne Unternehmen der Welt", erklärt Horner. "Red Bull ist da keine Ausnahme. Die Zeiten erinnern mich ein bisschen an die Weltfinanzkrise von 2008. Die Teams sind jetzt wachgerüttelt."

"Du musst jetzt über den Tellerrand schauen und darfst nicht nur an deine eigenen Interessen denken. Es geht darum, dass der Sport überlebt, dass die zehn Teams überleben", fordert der Red-Bull-Teamchef und erinnert sich: "Wir haben das 2008 schon mal durchgemacht, als Honda ausgestiegen ist. Danach haben wir für die damalige Zeit drastische Änderungen eingeführt."

Mit Bildmaterial von LAT.

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