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Ralf Schumacher fordert eine radikale Kehrtwende in der Formel 1 und erklärt, warum er die aktuellen Hybridantriebe für den falschen Weg hält

Ralf Schumacher: "Der Weg muss eigentlich zurück zum Verbrenner"

Ralf Schumacher wünscht sich für die Formel 1 eine Rückkehr zu V8-Motoren

Foto: circuitpics.de circuitpics.de

Während sich die Automobilindustrie weltweit am Beginn einer Transformation von klassischen Verbrennungsmotoren hin zu Elektroantrieben befindet, wird in der Formel 1 gerade der entgegengesetzte Weg diskutiert. Nach Kinderkrankheiten zu Beginn der Regelreformsaison 2026, in der die Systemleistung erstmals zu 50 Prozent aus einem Elektromotor kommen sollte, wünschen sich Kritiker eine Rückkehr zu einer einfacheren technologischen Plattform mit einem klassischen V8-Saugmotor.

Zu diesen Kritikern zählt auch Sky-Experte Ralf Schumacher. Der sagt in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Podcasts Backstage Boxengasse: "Der Weg muss eigentlich zurück zum Verbrenner." Die Idee, das möglichst zeitnah einzuleiten, begrüßt er: "Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Autos werden leichter, schneller und vor allem einfacher."

Dass die "neue" Formel 1 zu Beginn der Saison 2026 insbesondere für alteingesessene Traditionalisten schwer zu ertragen war, ist kein Geheimnis. Vielen drehte es den Magen dabei um, sogar in Qualifyings dabei zuschauen zu müssen, wie die Fahrer gezwungen waren, ohne Vollgas auf die Kurven zuzurollen, weil sie sonst in Probleme mit dem Energiemanagement gelaufen wären. Die Formel 1 war plötzlich kein Vollgas-Sport mehr, sondern ein Wettbewerb, wer sich seine Energie am smartesten einteilen kann.

"Der Sport sollte im Vordergrund bleiben"

Aus Sicht von Schumacher fingen die Probleme schon "beim Losfahren an, dass die Autos teilweise stehen geblieben sind. Die Batterie war schneller leer als erwartet. [...] Unfälle, weil die Unterschiede in der Geschwindigkeit zu groß waren, und so weiter. Das zeigt ja: Ich finde, der Sport sollte im Vordergrund bleiben."

"Innovation ist alles gut, solange man es kontrollieren kann - und vor allem, solange es sinnvoll ist. Finanziell, aber auch wirklich dann für die Automobilindustrie. Für diese Hybridtechnik ist die Formel 1 jetzt nicht mehr unbedingt der Treiber. Die ist jetzt so weit vorangeschritten, und auch die Batterie, dass man das jetzt im Automobilbereich selber machen kann."

Was Schumacher mit seiner Aussage vermutlich meint

Oder, in anderen Worten: Wozu sollte sich die Formel 1 mit hohen "Nebenkosten" krampfhaft in die Rolle als Technologietreiber für die Serienproduktion zwängen, wenn die Automobilhersteller mit ihren PKW-Modellen in Wahrheit schon viel weiter sind? Zumal in der Formel 1 ein enges regulatorisches Korsett eingezogen wurde, um die Entwicklungskosten nicht eskalieren zu lassen - was naturgemäß auf Kosten der Innovationskraft geht.

Also könnte ein Ansatz sein: Wenn wir als Formel 1 im Antriebsbereich schon kein Technologietreiber sein können, dann sollten wir wenigstens ein für die Fans spektakuläres Produkt mit einer atemberaubenden Soundkulisse bieten. Und da landet man dann schnell bei einem V8-Saugmotor, wie er zuletzt in der Saison 2013 eingesetzt wurde.

Die Frage sei: "Braucht man Effizienz? Ja. Braucht man Emotionen? Ja. Und braucht man Sicherheit? Ja", philosophiert Schumacher. "Sicherheit würde aber auch bedeuten, Batterien wieder auszubauen und die Autos mal mit einem Schnapp um 60, 70, 80 Kilo leichter zu machen. Da kann man sich ja vorstellen: Bei 2g sind das 160 Kilo, und so weiter und so weiter." Dementsprechend sei auch das Gefährdungspotenzial mit leichteren Verbrenner-Powerunits "ganz anders".

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