Ralf Schumacher über "Kartsport"-Crash: "Darf nicht passieren"

Ralf Schumacher sieht die Hauptschuld am Silverstone-Crash bei Lewis Hamilton und attestiert dem Briten falschen Optimismus

Ralf Schumacher über "Kartsport"-Crash: "Darf nicht passieren"

Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher sieht die Hauptschuld am Unfall zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen in Silverstone beim Briten. "Ich glaube, dass Lewis einfach eine komplette Fehleinschätzung hatte", sagt 'Sky'-Experte Schumacher in der Analyse des Rennens mit Blick auf Hamiltons Versuch, Verstappen in der Copse-Kurve zu überholen.

Die berühmte Kurve sei "keine typische Überholkurve, so fängt es schonmal an", stellt Schumacher fest. Der Mercedes-Pilot befand sich vor der Anfahrt auf die Kurve kurzzeitig auf Augenhöhe mit Verstappen, zog dann aber zurück. "Er zieht zurück und fährt ihm dann gegen das Hinterrad. Das ist ein Klassiker, den kennen wir auch aus dem Kartsport, der einfach nicht passieren darf", kritisiert Schumacher.

Besonders an dieser Stelle sei das "verdammt gefährlich, wir sind froh, dass Max gesund ist. Aber ich sehe die Schuld in dem Fall schon bei Lewis Hamilton", sagt der sechsmalige Grand-Prix-Sieger. Hamilton sei bei seinem Versuch "zu optimistisch" gewesen. "Da wir alle schonmal im Physikunterricht waren, das wäre nie gut gegangen, und das hat Lewis auch realisiert", so Schumacher.

Ralf Schumacher kritisiert FIA-Regel

Verstappen hingegen sei nicht viel vorzuwerfen. "Dort zu überholen geht nur, wenn man eindeutig vorne ist", sagt Schumacher. Aber das sei Hamilton nicht gewesen. Verstappen hingegen "sieht ein Auto neben sich und denkt sich, okay, ich bleibe jetzt schön daneben, weil er kann mich ja nicht von der Strecke drücken, also schauen wir mal, wie es weitergeht. Das ist ja das Reglement", so Schumacher.

Die Regel, dem Fahrer auf der Außenbahn Raum lassen zu müssen, sei jedoch "blöd", meint er. "Ich weiß nicht, was die FIA sich damals dabei gedacht hat. Zu unseren Zeiten war ganz klar, wer innen ist, dem gehört die Kurve und der Äußere gibt nach", stellt er klar.

Inzwischen aber muss auch dem Fahrer auf der Außenbahn eine Wagenbreite Platz gelassen werden, was bereits in Spielberg zu einigen Strafen führte. Dieser Situation sei sich Verstappen bewusst gewesen. "Und dann fährt Lewis in die Kurve rein, kommt viel zu spät an und merkt, oh, Max bleibt da, ich kann da nicht hin und drückt auf die Bremse oder geht vom Gas, um ihn fahren zu lassen und verschätzt sich da einfach leider", sagt er.

Hamilton vs. Leclerc "wäre auch eng geworden"

Während Verstappen nach der Berührung abflog und mit 51g in die Streckenbegrenzung einschlug, konnte Hamilton das Rennen auch dank der Reparaturarbeiten während der folgenden Unterbrechung fortsetzen. Trotz der Zehn-Sekunden-Strafe, die Hamilton bei seinem Boxenstopp absitzen musste, stürmte er anschließend noch zum Sieg.

Das entscheidende Manöver setzte Hamilton gegen Charles Leclerc ebenfalls wieder in Copse. Dieses Mal blieb eine Kollision aus. "Hier in dem Fall hat es auch deshalb geklappt, weil Leclerc sich ein bisschen falsch eingeschätzt hat und auch neben die Strecke gekommen ist. Aber ansonsten wäre auch das wieder verdammt eng geworden", meint Schumacher.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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