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Kimi Antonelli feiert seinen vierten Formel-1-Sieg in Serie

Foto: LAT Images

Kimi Antonelli sorgt in der Formel 1 immer stärker für Begeisterung - und inzwischen auch für ehrfürchtige Worte ehemaliger Grand-Prix-Stars. Nach seinem vierten Sieg in Serie überschlugen sich die Experten beinahe mit Lob für den erst 19-jährigen Mercedes-Piloten.

Besonders beeindruckt zeigte sich Sky-Experte Ralf Schumacher, der Antonellis Entwicklung inzwischen sogar in die Nähe eines Max Verstappen rückt. "Es war ein episches Duell", sagt Schumacher über den engen Schlagabtausch mit George Russell in Kanada. "Man muss auch sagen: Kimi macht das extrem abgeklärt."

Vor allem die Ruhe und Reife des jungen Italieners beeindruckt den ehemaligen Formel-1-Piloten. "Das muss man erst mal schaffen, in so jungen Jahren die Situation so im Griff zu haben und aus seinen Fehlern zu lernen", erklärt Schumacher. "Wenn es so weitergeht, haben wir da vielleicht wirklich irgendwann einen Nachfolger von Max Verstappen."

Tatsächlich wirkt Antonelli 2026 deutlich stabiler als noch in seiner ersten Saison. 2025 hatte der Italiener unter enormem Druck direkt das Mercedes-Cockpit von Lewis Hamilton übernommen. Mit Siegen in China, Japan und Miami wurde er sogar zum jüngsten WM-Spitzenreiter der Formel-1-Geschichte.

Antonelli setzt Russell zunehmend unter Druck

Vor allem intern bei Mercedes verändert sich die Dynamik inzwischen spürbar. Während George Russell lange klar die Führungsrolle innehatte, wächst Antonellis Einfluss von Wochenende zu Wochenende. Genau das beobachtet auch Ralf Schumacher.

"Jetzt geht er den nächsten Schritt", sagt der Deutsche. "Jetzt will er nach vorne, jetzt will er das Team anführen." Und genau das merke man Russell inzwischen deutlich an. "Er gibt George keine Gelegenheit mehr zu atmen", meint Schumacher. "Er setzt ihn permanent unter Druck."

Besonders interessant: Schumacher sieht gerade darin eine mögliche Schwäche des Briten. "George ist unglaublich schnell", erklärt er. "Aber ich glaube, er kann mit Druck nicht ganz so gut umgehen. Das haben wir heute wieder gesehen."

Dabei verlief Antonellis Weg keineswegs geradlinig. Schumacher erinnerte daran, dass der Italiener zu Beginn seiner Formel-1-Karriere durchaus Zeit gebraucht habe, um sich zu stabilisieren. "Er kam mit riesigen Vorschusslorbeeren in die Formel 1", sagt Schumacher. "Aber er war jemand, der etwas Zeit gebraucht hat."

Hinzu kamen laut Schumacher technische Probleme bei Mercedes, die Antonelli besonders hart trafen. "Die Fehlentwicklung an der Hinterachse im vergangenen Jahr hat ihm das Leben schwer gemacht", erklärt er. "Aber dann hat er plötzlich Fahrt aufgenommen."

Martin Brundle spricht von "außergewöhnlichem" Fortschritt

Auch Sky-Sports-Experte Martin Brundle zeigt sich nach Antonellis Sieg in Kanada tief beeindruckt von der Entwicklung. Der ehemalige Formel-1-Pilot bezeichnet die Fortschritte des Mercedes-Fahrers sogar als "außergewöhnlich".

"Er hat ein starkes Umfeld um sich herum, wie heute eigentlich alle Formel-1-Fahrer", erklärt Brundle. "Aber entscheidend ist, wie ruhig er geblieben ist und wie stark er zurückgekommen ist."

Besonders bemerkenswert findet Brundle die mentale Stabilität des jungen Italieners. Er verwies dabei auf das Rennen in Miami, als Lando Norris enormen Druck auf Antonelli ausübte. "Der Kimi vom vergangenen Jahr wäre wahrscheinlich irgendwann neben die Strecke gefahren", sagt Brundle. "Aber dieses Jahr ist er einfach komplett stabil."

Und genau dieser Entwicklungsschritt beeindruckt den Briten besonders. "So einen Fortschritt in diesem Alter zu machen, ist wirklich außergewöhnlich."

Formel 1 staunt über Antonellis Lernkurve

Auch Jamie Chadwick, dreifache W-Serie-Championess und inzwischen ebenfalls Teil des Sky-UK-Teams, sieht in Antonelli einen außergewöhnlichen Fahrer. "Er bringt eine unglaubliche Energie mit", sagt Chadwick. "Das Team genießt das offensichtlich sehr."

Gleichzeitig sei längst klar, dass Antonelli nicht nur durch seine Persönlichkeit, sondern vor allem durch seine Performance überzeuge. "Allein die Tatsache, dass er hier nur eine halbe Zehntel hinter George liegt - auf einer Strecke, die George liebt und extrem gut kennt -, zeigt schon alles", erklärt sie.

"Letztes Jahr haben wir oft diskutiert, ob er wirklich ein Generationentalent ist", sagt Chadwick. "Die Zeit wird das zeigen, aber aktuell übertrifft er definitiv meine Erwartungen. Er fährt eigentlich noch gar nicht so lange Autorennen. Sein Weg war extrem schnell."

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