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Ralf Schumacher: Rücktritt von Claire Williams kam "viel zu spät"

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Ralf Schumacher: Rücktritt von Claire Williams kam "viel zu spät"
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Ralf Schumacher analysiert das Ende der Ära Williams in der Formel 1 - Für das Team sei der Neustart nach dem Verkauf nun sehr wichtig

Nach dem Grand Prix von Italien wird die Ära der Familie Williams in der Formel 1 Geschichte sein. Frank und Claire Williams ziehen sich aus der Königsklasse zurück, auf eigenen Wunsch nach der Übernahme des Rennstalls. Für manche Beobachter kommt dieser Schritt "viel zu spät" - das meint etwa Ralf Schumacher.

"Ich finde, die Entscheidung kam viel zu spät. Man hatte natürlich tolle Zeiten, aber man hatte auch sehr schwierige Zeiten", analysiert der ehemalige Williams-Pilot bei 'Sky'. Schumacher selbst verbrachte einen Großteil seiner Formel-1-Karriere beim britischen Traditionsrennstall (1999 bis 2004).

"Die Chance damals mit BMW, die hat man selber verpasst. Von da an ging es leider nur noch bergab, mit einem hervorragenden Team", muss er feststellen. BMW machte die Mannschaft 2000 zum Werksteam. In fünf vielversprechenden Jahren konnte Schumacher zweimal WM-Vierter werden, und seine sechs Formel-1-Siege einfahren.

Ein Jahr nach Schumachers Abschied verließ auch BMW das britische Team Richtung Sauber. "Patrick [Head; Mitbegründer des Rennstalls] hat irgendwann den Hut draufgeworfen, und man konnte diese Lücke nie richtig schließen." Denn als Technischer Direktor hatte er neben Teamchef Frank Williams großen Einfluss.

Mit dem charismatischen Briten, der bis 2011 in seiner Position im Team blieb, hat sich Schumacher selbst einige Wortgefechte geliefert. "Mit Patrick konnte man tatsächlich sehr viel Spaß haben. Wir haben uns manchmal wirklich angeschrien, das könnt ihr mir glauben." Doch dann war die Sache auch sehr schnell wieder vergessen.

Ralf Schumacher

Von 1999 bis 2004 fuhr Ralf Schumacher für Williams in der Formel 1

Foto: Motorsport Images

"Das Gespräch war vorbei, und dann sagt er: 'Wir sehen uns doch gleich noch zum Abendessen auf ein Glas Rotwein, oder?' Dann war das auch vergessen. Er hatte eine richtige Streitkultur. Frank war ein bisschen anders. Der hat die Dinge anders geregelt."

Während die beiden Teamgründer sich in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgezogen haben, verpasste die neue Führung unter Tochter Claire Williams den Sprung in die Moderne, glaubt der Deutsche. "Das Team an sich, das merkt man heute noch, ist sehr in sich geschlossen."

Die Mannschaft besteht aus sehr vielen treuen, langjährigen Mitarbeitern. "Sie sind natürlich auch noch stolz auf das, was erreicht wurde. Dieser Apparat hat sich aber nicht bewegt, und da hat man verpasst, sich zu modernisieren, junge Leute reinzuholen, ein frisches Image zu haben."

Deshalb sei der Neustart durch den Verkauf des Teams "überhaupt nicht schlimm", findet Schumacher. "Ich finde es auch super von der Familie, dass sie diese Entscheidung so getroffen haben." Denn laut Claire Williams wollten die neuen Eigentümer, dass sie mit ihrem Vater an Bord bleibt.

Auch der Zeitpunkt mitten in der Saison scheint für Schumacher nicht seltsam. "Ich finde den Zeitpunkt überhaupt nicht schlecht. Williams hat nicht viel zu verlieren, und es ist eh eine verrückte Saison. Derjenige, der das jetzt übernimmt, muss sich ja einarbeiten und muss rausfinden, wer gefällt uns noch, was müssen wir ändern."

Dieser Prozess wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, für die kommende Saison könnte Williams laut Schumacher dann schon völlig neu aufgestellt sein.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Ralf Schumacher
Teams ROKiT Williams Racing
Urheber Maria Reyer