Rausing macht Rückzieher: Andretti steigt doch nicht bei Sauber ein

Sauber bleibt Eigentum von Finn Rausing: Der schwedische Geschäftsmann hat ein Übernahmeangebot von Michael Andretti abgelehnt

Rausing macht Rückzieher: Andretti steigt doch nicht bei Sauber ein

Der geplante Einstieg von Andretti Autosport beim Schweizer Sauber-Team (in der Formel 1 wegen einer Sponsoringvereinbarung als Alfa Romeo am Start) ist offenbar geplatzt. Das haben jetzt gut informierte Quellen gegenüber Motorsport.com Italien bestätigt. Bereits zuvor hatte 'auto motor und sport' am 23. Oktober berichtet, dass der Deal "auf Eis" liege.

Michael Andretti beantwortet keine Anfragen zu dem Thema und lässt ausrichten, dass er diese Woche nicht erreichbar sei. In der Branche verdichten sich aber Spekulationen, wonach Andretti vom Verlauf der Verhandlungen eine andere Wahrnehmung hatte als Finn Rausing, der schwedische Geschäftsmann hinter der Sauber-Eigentümergesellschaft Islero Investments.

Am Austin-Wochenende wurde mancherorts sogar verkündet, dass der Deal bereits über die Bühne sei. Doch offenbar ist die Übernahme letztendlich gescheitert. Rausing wollte laut Informationen von 'auto motor und sport' 350 Millionen Euro für 80 Prozent der Anteile - eine Summe, die Andretti (unterstützt von Partnern wie etwa dem Versicherer Group1001) bereit war zu zahlen.

Zu Andrettis Masterplan gehörte mit Colton Herta auch ein amerikanischer Fahrer im Cockpit - möglicherweise ein Grund, warum die Fahrerentscheidung bei Sauber für 2022 bisher aufgeschoben wurde. Herta saß im September sogar schon im Simulator in Hinwil, und wäre alles gut gegangen, hätte man versucht, ihm einen Freitagseinsatz in Austin zu ermöglichen.

Doch Rausing soll größten Wert auf den Fortbestand der Sauber-Gruppe legen, nicht nur des Formel-1-Teams - und deswegen weitere 250 Millionen gefordert haben. Nicht als Kaufpreis, sondern als Einlage in die Sauber-Gruppe, damit der Rennstall die nächsten fünf Jahre dazu in der Lage ist, an der Budgetobergrenze zu operieren. Das war Andretti offenbar zu viel.

Ins Bild passt, dass 'Motorsport.com' bereits vor Austin von Branchenkennern die Information zugetragen wurde, dass innerhalb der Belegschaft in Hinwil "Unruhe" herrsche. Angeblich wegen des Vorhabens von Andretti, bis zu 200 der bestehenden Mitarbeiter zu entlassen - vor allem jene, die nicht unmittelbar mit dem Rennteam zu tun haben.

Sollte das stimmen, ist gut möglich, dass der Deal in den Tagen vor Austin geplatzt ist. Rausing, für den Geld keine Rolle spielt und der dem Vernehmen nach unbedingt für das Wohl des Teams sorgen möchte, selbst wenn er es verkaufen sollte, könnte Wind davon bekommen haben, dass Andretti Mitarbeiter entlassen möchte - und daher die 50 Millionen pro Jahr zusätzlich gefordert haben.

Damit steht wohl fest, dass das Sauber-Team auch 2022 als Alfa Romeo in der Formel 1 an den Start gehen wird. Wer Teamkollege von Valtteri Bottas wird, ist noch unklar. Als Favoriten gelten der Chinese Guanyu Zhou und Antonio Giovinazzi. Außenseiterchancen werden Alpine-Junior Oscar Piastri und Sauber-Eigengewächs Theo Pourchaire eingeräumt.

Mit Bildmaterial von LAT.

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