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Red Bull chancenlos: Max Verstappen bekommt Probleme "nie in den Griff"

Red Bull erlebt einen schwierigen Auftakt in das Japan-Wochenende: Max Verstappen und Isack Hadjar kämpfen mit dem Auto - aber Team und Fahrer "verstehen es nicht"

"Wir verstehen es nicht": Red Bull ist am Freitag in Japan völlig ratlos!

Max Verstappen kämpft in den schnellen Kurven mit seinem Red Bull

Foto: LAT Images

Red Bull fährt der Konkurrenz zum Auftakt beim Großen Preis von Japan (alle Sessions im Formel-1-Liveticker!) komplett hinterher: Im ersten Training war Max Verstappen knapp acht Zehntelsekunden langsamer, im zweiten Training fehlten dem Niederländer sogar fast 1,4 Sekunden auf die Bestzeit von Oscar Piastri im McLaren.

Verstappen klagt am Freitagabend vor allem über die Balance seines RB22 und kämpfte in den Sessions sowohl mit Über- als auch Untersteuern. "Ich hatte heute zwei gegensätzliche Erfahrungen", gibt der Niederländer offen zu. "Und das Problem ist, dass wir es einfach nie in den Griff bekommen."

"Man gerät von einem Extrem ins andere. Und das kostet natürlich jede Menge Rundenzeit", weiß Verstappen. Das Problem: Red Bull ist ratlos und offenbar keine Lösung für die Probleme. "Wir verstehen immer noch nicht so recht, warum wir im ersten Sektor so weit hinten liegen", gesteht der viermalige Weltmeister.

Red Bull verliere aktuell vor allem im mittleren bis hohen Geschwindigkeitsbereich die meiste Zeit. "Daran müssen wir arbeiten", betont der Red-Bull-Pilot, allerdings ohne große Hoffnungen. "Ich glaube nicht, dass das über Nacht gelöst werden kann. Im Moment läuft einiges nicht rund."

Laurent Mekies: "Es fehlt uns deutlich an Performance"

Diesen Eindruck kann auch Teamchef Laurent Mekies nicht verbergen. "Wir sind weit von unserem Leistungspotenzial entfernt und es fehlt uns deutlich an Performance", sagt der Franzose gegenüber Sky und räumt ein, dass Red Bull den Fahrern bisher kein Auto geben kann, mit dem sie wirklich pushen können.

"Wir müssen also einige grundlegende Dinge klären", deutet Mekies an, dass man den Rückstand auf die Konkurrenz nicht über Nacht schließen kann. "Das gehört eben dazu, besonders zu Saisonbeginn. Natürlich wünscht man sich diese Problemlösung nicht, aber ich denke, sie ist Teil des Spiels."

"Wir müssen so schnell wie möglich die Ursache unserer Schwächen finden und die notwendigen Schritte einleiten", fordert der Red-Bull-Teamchef nach dem enttäuschenden Freitag. "Aber wir haben vollstes Vertrauen. Es sind nicht die ersten Schwierigkeiten, die wir beim Verständnis unserer Grenzen überwinden müssen."

"Ich bin sicher, dass wir das in der Vergangenheit schon geschafft haben. Wir werden das schnell in den Griff bekommen und unsere Performance wieder verbessern." Mekies gibt zu, dass Red Bull "heute ziemlich weit von unserem Potenzial entfernt" gewesen sei.

"Einige Aspekte noch nicht richtig ausgeschöpft"

"Es ist im Moment schwer zu sagen, ob es an der Fahrzeugbalance liegt oder ob wir grundlegendere Dinge korrigieren müssen", ergänzt der Teamchef, der auch die Aussage von Verstappen stützt, dass es "besonders in den schnellen Kurven schlecht aussieht".

"Ich glaube nicht, dass es nur ein Balanceproblem ist", meint Mekies. "Ich denke, es gibt wahrscheinlich einige Aspekte des Autos, die wir noch nicht richtig ausgeschöpft oder verstanden haben. Daran müssen wir jetzt in den nächsten Stunden, Tagen und wahrscheinlich auch in den nächsten Wochen arbeiten, um wieder unser gewünschtes Niveau zu erreichen."

Das Gesicht spricht Bände: Max Verstappen steckt

Max Verstappen kann die aktuellen Probleme bei Red Bull nicht verstehen

Foto: NurPhoto

Auch Red-Bull-Chefingenieur Paul Monaghan nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht von einem "herausfordernden" Freitag, wobei der Brite betont, dass man "ein paar Dinge identifiziert" habe, die am RB22 aktuell noch nicht stimmen.

"Jetzt geht es darum, ob wir sie bestätigen können, ob wir sie gut genug verstehen, um sie zu beeinflussen, zu beheben oder was auch immer", deutet der Ingenieur an, dass Red Bull die Schwierigkeiten zwar kenne, aber möglicherweise noch keine Lösung dafür habe.

Chefingenieur Paul Monaghan ist zuversichtlich

Dass der RB22 in Suzuka noch nicht so funktioniert wie erhofft, könne auch mit einem großen Update zusammenhängen, das in Japan eingeführt wurde. "Geometrisch gesehen ist es eine ziemlich große Veränderung", spricht Monaghan über die Anpassungen, insbesondere an Seitenkästen und Motorabdeckung.

Die ersten Eindrücke aus dem Freien Training am Freitag hätten allerdings gezeigt, dass "das Fahrverhalten gut" sei. "Aber es gibt noch andere Aspekte am Auto, die momentan nicht optimal laufen. Und genau die müssen wir bis morgen beheben. Ich bin sicher, das werden wir auch."

Genau wie Verstappen und Mekies bestätigt auch Monaghan, dass der erste Sektor mit den schnellen Kurven aktuell das größte Problem sei. "Das müssen wir verbessern", weiß der Chefingenieur. "Ich denke, der Rest wird sich dann von selbst ergeben."

Timo Glock glaubt nicht an schnelle Fortschritte

Sky-Experte Timo Glock bleibt allerdings skeptisch, dass Red Bull die Lücke über Nacht komplett schließen kann. "Der Abstand ist einfach deutlich größer", zieht der Deutsche einen Vergleich zum Vorjahr, als Verstappen im Training am Freitag "vielleicht drei, vier oder fünf Zehntel weg" war.

Das habe er dann "gemeinsam mit seinen Ingenieuren über die Freien Trainings bis zum Qualifying hinbiegen können", so Glock. Aber "jetzt ist der Abstand einfach zu groß, die Probleme zu groß und da sind Max Verstappen am Ende auch irgendwo die Hände gebunden."

Zwar könne der Red-Bull-Pilot "noch einen kleinen Unterschied machen, aber trotzdem ist der Abstand mit einer Sekunde momentan relativ eindeutig." Für Timo Glock steht damit fest: Max Verstappen wird beim Großen Preis von Japan in diesem Jahr keine Chance auf Top-Platzierungen haben.

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