Red Bull dreht den Spieß um: Jetzt geht's um Mercedes' Frontflügel!

Red Bull hat die FIA auf die Flexibilität des Mercedes-Frontflügels hingewiesen und erwartet nun das gleiche Vorgehen wie zuvor beim Heckflügel

Red Bull dreht den Spieß um: Jetzt geht's um Mercedes' Frontflügel!

Seit dem Grand Prix von Frankreich gelten in der Formel 1 verschärfte Belastungstests - eine Maßnahme, die ursprünglich von Mercedes ins Rollen gebracht wurde, mit dem "Flexiheckflügel" von Red Bull als Ziel. Doch jetzt muss sich Mercedes auf den Konter einstellen, denn Red Bull hat wegen des flexiblen Frontflügels am Wagen von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ebenfalls bei der FIA interveniert.

Auf die Frage, was er gegen den flexiblen Frontflügel von Mercedes unternehmen werde, antwortete Red-Bull-Teamchef Christian Horner unmittelbar nach dem Rennen in Le Castellet beim britischen Pay-TV-Sender 'Sky': "Wir werden es ihnen zurückzahlen. Heute haben wir ihnen Barcelona zurückgezahlt, und in ein paar Wochen ist es auch beim Frontflügel soweit!"

Bereits zuvor hatte Helmut Marko bei den deutschen 'Sky'-Kollegen erklärt: "Die FIA ist jetzt an der ganzen Angelegenheit dran. Es gibt genug Beweismaterial dafür, dass sich dieser Frontflügel derartig drastisch verbiegt. Ich nehme an, es wird die gleiche Reaktion geben wie beim hinteren Flügel. Eine Warnung für zwei Rennen, und dann kommt die stärkere Kontrolle."

Gegenüber 'F1-Insider.com' legt Red Bulls Motorsportkonsulent nach: "Das ist eine ganz normale Vorgehensweise. Wenn man der Meinung ist, dass ein anderes Team das Reglement zu arg strapaziert und eine Grauzone in den roten Bereich geht, muss man für Klärung sorgen. Wir verlassen uns auf das Urteil der FIA und die Maßnahmen, welche der Weltverband dann ergreift."

Wichtig: Grundsätzlich sind alle Front- und Heckflügel im Starterfeld der Formel 1 bis zu einem gewissen Grad flexibel. Wären sie das nicht, würden sie unter zu hoher Last brechen. Doch genauso, wie Mercedes das Gefühl hatte, dass Red Bull mit der Flexibilität des Heckflügels einen Schritt zu weit gegangen ist, hat Red Bull das Gefühl jetzt in Bezug auf den Mercedes-Frontflügel.

Als wahrscheinlich gilt, dass die FIA die Belastungstests demnächst weiter festziehen wird. FIA-Rennleiter Michael Masi erklärt auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com': "Wenn wir weitere Änderungen der Testprozeduren für erforderlich halten, werden wir diese nach einer angemessenen Vorwarnzeit allen Teams mitteilen."

Ein Prozess, der offenbar bereits im Gange ist, auch wenn bislang keine konkreten Details durchgesickert sind. Es liege ausreichend Beweismaterial vor, erklärt Horner, "und wir verlassen uns auf die FIA, dass sie diese Dinge überwacht. Man kann den Heckflügel jedenfalls nicht isoliert betrachten. Ich gehe davon aus, dass für den Frontflügel das Gleiche gilt."

Zumal es beim Thema "Flexiwings" nicht nur um einen etwaigen Leistungsvorteil geht. Red Bull musste in die Entwicklung eines steiferen Heckflügels, der den neuen Belastungstests entspricht, angeblich rund eine halbe Million Euro investieren, die in Zeiten der Budgetobergrenze woanders fehlen. Jetzt möchte man, dass auch Mercedes für einen neuen Frontflügel zahlen muss.

Der Sieg in Le Castellet, beim ersten Rennen nach Einführung der verschärften Heckflügeltests, hat bei Red Bull jedenfalls ein Gefühl der Rehabilitation hervorgerufen: "Es hat viele Kommentare und Anschuldigungen gegeben. Aber wir haben uns immer an die Regeln gehalten, und dieser Sieg beweist, dass unsere Performance nicht nur am Heckflügel lag", sagt Horner.

Daher findet auch Max Verstappen: "Wenn sie den Heckflügel strenger kontrollieren, sollten sie das auch mit dem Frontflügel tun. Der hat meiner Meinung nach sogar die größere Auswirkung aufs Auto. Es liegt jetzt an der FIA, dass sie sich darum kümmern, denn beim Heckflügel haben sie es auch getan", fordert der WM-Leader.

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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