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Ab 2026 führt die Formel 1 das ADUO-System ein, um Dauersieger zu verhindern: Doch Red Bull warnt vor einer unnötigen Verkomplizierung des Wettbewerbs

Red-Bull-Ford: Lieber "Kampf mit offenem Visier" als Handicap-System

Mit Red-Bull-Ford betritt ein neuer Antriebshersteller die F1-Bühne

Foto: Vladimir Vladimir

Mit dem neuen Motorenreglement für die Saison 2026 führt die Formel 1 das sogenannte ADUO-System (Additional Development and Upgrade Opportunities) ein. Dieses soll verhindern, dass einzelne Hersteller wie Mercedes zu Beginn der Hybrid-Ära ab 2014 über Jahre hinweg dominieren. Doch bei Red-Bull-Ford-Powertrains stößt die Regelung auf Skepsis. Der technische Direktor Ben Hodgkinson spricht sich stattdessen für einen freien Wettbewerb aus.

"Ich persönlich würde es lieben, die Homologation einfach abzuschaffen und einen Kampf mit offenem Visier zu führen", erklärt der Brite. Das System sieht vor, die Leistung der Triebwerke zu drei Zeitpunkten der Saison zu evaluieren. Wer mehr als zwei Prozent hinter dem Branchenprimus liegt, erhält zusätzliche Entwicklungskontingente.

Hodgkinson sieht darin jedoch eine unnötige Verkomplizierung des Wettbewerbs. Nach seiner Ansicht bieten die bestehende Budgetobergrenze sowie die streng limitierten Prüfstandsstunden bereits ausreichend Kontrollmechanismen.

Entwicklung und Logistik machen Updates schwierig

Außerdem betont er, dass die Realität der Motorenentwicklung oft unterschätzt werde. Während am Chassis kurzfristige Änderungen möglich seien, betrage die Vorlaufzeit für neue Motorenkomponenten aufgrund der komplexen Fertigung und der notwendigen Haltbarkeitstests oft viele Monate.

Ein zentrales Problem stellt zudem die Logistik dar. Ein Update müsse für den gesamten Motorenpool eines Teams produziert werden, was bei zwölf Einheiten eine enorme Zeitspanne in Anspruch nehme. Alleine die Herstellung bestimmter Präzisionsteile könne bis zu zwölf Wochen dauern. Ein schnelles Aufholen durch das ADUO-System sei daher kaum realistisch.

In der Branche wird zudem spekuliert, dass Mercedes und Red Bull bereits technische Vorteile durch die Auslegung des Verdichtungsverhältnisses im Verbrennungsmotor erzielt haben könnten. Hodgkinson warnt davor, dass ein Vorsprung beim Saisonauftakt aufgrund der langen Entwicklungszyklen für lange Zeit Bestand haben dürfte.

Miami als erste Bewährungsprobe

"Ich denke, wenn ein Team im ersten Rennen einen Vorteil beim Motor hat, wird es einige Zeit dauern, bis jemand anderes aufholen kann", fügte er hinzu. "Ein Weg, sie einzubremsen, ist gewissermaßen notwendig, was ADUO in gewisser Hinsicht bietet. Aber ich denke, nach sechs Rennen wird es bewertet, sodass man technisch gesehen im siebten Rennen das Update einführen kann."

"Ich halte es für eine ziemliche Herausforderung, in ein paar Wochen ein Update zu entwickeln. Wenn ich jetzt 20 Kilowatt hätte, die ich an den Motor schrauben könnte, würde ich es tun."

Ob das Handicap-System die gewünschte Angleichung bringt oder lediglich zu bürokratischem Mehraufwand führt, wird sich erst im Mai 2026 nach dem Grand Prix in Miami zeigen, wenn die erste Leistungsbewertung ansteht.

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