Reaktion
Formel 1 Spa
Red Bull: Hat Startcrash möglichen Sieg gekostet?
Red Bull hat im Grand Prix von Belgien mit einem Podium spekuliert - Der Ausfall von Max Verstappen sei ein Rennunfall gewesen - Kimi Räikkönens "blinder Fleck"
Maria Reyer Filip Cleeren
Bearbeitet: 01.09.2019, 19:22
Link kopieren
Auf Viber teilen
Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Max Verstappens starke Punkteserie ist am Sonntag in Belgien gerissen. Der Niederländer schied bereits in der ersten Runde nach einem Zwischenfall mit Kimi Räikkönen in Eau Rouge aus. Den Auslöser für die Nullnummer hat er schnell gefunden: sein Start. Laut Helmut Marko und Christian Horner wäre zumindest ein Podium in Spa möglich gewesen.
"Ich hatte einen schlechten Start. Ich weiß nicht genau warum. Das werden wir uns anschauen", kommentiert der 21-Jährige sein Ausscheiden. Er habe mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen gehabt. In der Onboard-Aufnahme ist zu sehen, wie er nicht nur hinter Räikkönen sondern auch noch fast hinter Perez zurückfällt.
"Der Probestart war optimal, da ist er fast dem Hamilton hinten draufgeknallt", ergänzt Helmut Marko im Interview mit dem 'ORF'. Der richtige Start sei dann weniger optimal verlaufen. "Das ist eine Kombination aus Mapping, Kupplung und dergleichen. Wir müssen das untersuchen."
Räikkönen: "Plötzlich fahre ich auf zwei Rädern"
Dann führte eines zum anderen und Verstappen fand sich in einer Wiederholung des Starts von 2016 wieder. Denn schon vor drei Jahren krachte es zwischen Räikkönen und dem Niederländer in La Source. "Ja, fast", wird Verstappen an die Szene erinnert.
Schon 2016 wurde er auf der Innenbahn übersehen, während Räikkönen außen auf der Ideallinie blieb. "Das war fast eine Wiederholung des Zwischenfalls mit Kimi 2016. Vielleicht ist das ein blinder Fleck für Kimi!", scherzt Christian Horner. Er kann wie auch Verstappen selbst aber verstehen, dass der Zwischenfall als Rennunfall gewertet wurde.
"Er ist langsam innen rein, Kimi hat wohl nicht gemerkt, dass er da ist." Davor habe er "vielleicht ein wenig später gebremst" als die beiden Autos vor ihm, schildert Verstappen. "Aber für mich hat das dennoch gepasst. Ich glaube, Kimi hat nicht erwartet, dass ich noch innen bin."
Deshalb sei der "Iceman" auch auf der Ideallinie geblieben. Dadurch entstand ein Kontakt zwischen dem linken Vorderrad des Red Bull und dem rechten Hinterrad des Alfa Romeo. Räikkönen gibt zu, sich nach einem mittelmäßigen Start hauptsächlich auf die Mercedes-Fahrer vor ihm konzentriert zu haben.
"Ich musste ganz schön runterbremsen aufgrund der Mercedes' vor mir. Dann dachte ich, es wäre alles okay - und plötzlich fahre ich nur noch auf zwei Rädern. Ich habe mich darauf konzentriert, langsamer zu machen, weil die Mercedes eine sehr enge Linie gewählt haben. Ehrlich gesagt habe ich ihn nicht gesehen."
Räikkönen will dem Niederländer keine Schuld zuschieben, wie auch der 21-Jährige versteht, dass der Finne das "nicht mit Absicht" gemacht habe. Schließlich war der Alfa stark beschädigt. "Wir hatten sehr viel Schaden am Auto, wir wollten das Rennen dennoch beenden. Ich hatte allerdings keinen Speed mehr durch den Schaden."
Marko: "Speed von Ferrari & Mercedes nicht aufregend"
Bei Verstappen ist durch die Berührung die Spurstange gebrochen. Daher fuhr er wenig später in Eau Rouge geradeaus. "Er ist sehr langsam gefahren und die war nicht vollständig gebrochen. Erst als er durch die Rechtskurve fuhr, hat die Belastung dazu geführt, dass er nur noch auf drei Rädern daherkam."
Beim Aufprall passierte Verstappen nichts, er blieb unverletzt und konnte aussteigen. Seine Serie - seit Ungarn 2018 immer in den Top 5 - ist allerdings gerissen. Wäre der Niederländer besser gestartet, wäre die Serie wohl fortgesetzt worden.
"Ich denke, Max hatte heute die Pace, um mit Mercedes und Ferrari mitzuhalten", ist Horner überzeugt. "Der Speed von Ferrari und Mercedes im Rennen war nicht aufregend", argumentiert Marko, "das haben wir uns eigentlich erwartet. Da wären wir mit dem Max sicher mitgefahren."
Weitere Artikel zum Belgien-GP:
- Formel 1 Spa 2019: Die animierte Rundentabelle
- Formel 1 Spa 2019: Erster Grand-Prix-Sieg für Leclerc!
- Verstappen nach Ausfall: "Ich glaube, Kimi hat mich nicht gesehen"
Denn schon am Freitag im zweiten Freien Training konnte man sehen, dass Red Bull im Longrun mit Mercedes schneller war als die Roten. Mit einem besseren Start hätte Verstappen das Rennen um die Podestplätze auf einen Fünfkampf ausgeweitet.
Zwar betont Horner, dass das nach dem Rennen "unmöglich" zu sagen sei, er spekuliert dennoch: "Aber wir hätten genügend Pace gehabt, um vielleicht Valtteri und Sebastian heute herauszufordern." Zumindest der dritte Rang hinter Charles Leclerc und Lewis Hamilton wäre demnach in Reichweite gewesen.
Weitere Co-Autoren: Edd Straw. Mit Bildmaterial von LAT.
Wir wollen Deine Meinung!
Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?
An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen
- Das Motorsport.com-Team
Weiterlesen :
Diese Story teilen oder speichern
Link kopieren
Auf Viber teilen
Vorheriger Artikel Daniel Ricciardo zog Belgien-Start in Zweifel
Nächster Artikel Fassungslos am Boxenfunk: Drama um Lando Norris
Mehr von
Maria Reyer

Formel-1-Statistik: Wie viel auf welchen Strecken seit 2014 überholt wurde
Formel 1
Formel 1 09.02.2023
Formel-1-Statistik: Wie viel auf welchen Strecken seit 2014 überholt wurde

Falsche Reifenwahl im Qualifying: Pierre Gasly sauer auf AlphaTauri
Formel 1
Formel 1
Sotschi
25.09.2021
Falsche Reifenwahl im Qualifying: Pierre Gasly sauer auf AlphaTauri

Sensationsquali von George Russell: Auf Slicks in der Boxengasse "fast gecrasht"
Formel 1
Formel 1
Sotschi
25.09.2021
Sensationsquali von George Russell: Auf Slicks in der Boxengasse "fast gecrasht"

Mehr von
Kimi Räikkönen

Coulthard erkennt Parallele: Was Kimi Räikkönen wie Jos Verstappen macht
Formel 1
Formel 1 1 M.
Coulthard erkennt Parallele: Was Kimi Räikkönen wie Jos Verstappen macht

Sohn von Kimi Räikkönen wird Red-Bull-Junior
Formel 1
Formel 1 1 M.
Sohn von Kimi Räikkönen wird Red-Bull-Junior

Falscher Name auf Podium für Kimi Antonelli
Formel 1
Formel 1
Shanghai
7 M.
Falscher Name auf Podium für Kimi Antonelli

Mehr von
Red Bull

Max Verstappen überzeugt: Ferrari hat den Sieg in Mexiko verschenkt
Formel 1
Formel 1
Mexiko-Stadt
13 h
Max Verstappen überzeugt: Ferrari hat den Sieg in Mexiko verschenkt

Die Qualifying-, Sprint- und Rennduelle der Formel-1-Saison 2026
Formel 1
Formel 1 23 h
Die Qualifying-, Sprint- und Rennduelle der Formel-1-Saison 2026

Was Yamahas MotoGP-Boykott für Katar und Abu Dhabi bedeutet
Formel 1
Formel 1 1 T.
Was Yamahas MotoGP-Boykott für Katar und Abu Dhabi bedeutet
Aktuelle News

Der Moment, als "Bono" erstmals den Rohdiamanten in Antonelli gesehen hat
Formel 1
F1 Formel 1 5 h
Der Moment, als "Bono" erstmals den Rohdiamanten in Antonelli gesehen hat

Mit Anlauf an die Spitze: Die Teamchampions von FK Performance
ADAC GT Masters
GTM ADAC GT Masters 6 h
Mit Anlauf an die Spitze: Die Teamchampions von FK Performance

Auch der zweite Ferrari 499P für asiatische LMS wird blau
AsLMS
AsLM AsLMS 7 h
Auch der zweite Ferrari 499P für asiatische LMS wird blau

Haas-Suspendierung: Warum die Zeit von Esteban Ocon endgültig abgelaufen ist
Formel 1
F1 Formel 1
Mexiko-Stadt
8 h
Haas-Suspendierung: Warum die Zeit von Esteban Ocon endgültig abgelaufen ist
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.
Du hast 2 Optionen:
- Registrieren
- Deaktiviere bitte Deinen Adblocker.
Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!
Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden
Benachrichtigungs-Einstellungen
Registrieren