Red Bull, Mercedes, Alpine: Warum Zak Brown jetzt Alarm schlägt
Ein Brief von McLaren-Boss Zak Brown an die FIA könnte eine Grundsatzdebatte über Besitzverhältnisse und Fairness in der Formel 1 auslösen
Fotomontage: McLaren-Boss Zak Brown (links) mit FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem (rechts)
Foto: KI-generiert KI-generiert
McLaren-Geschäftsführer Zak Brown will weitere Allianzen zwischen bestehenden Formel-1-Teams verhindern. Deshalb wandte er sich nun in einem sechsseitigen Schreiben an FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem. Auslöser war das Interesse von Mercedes an einem 24-prozentigen Minderheitsanteil am Alpine-Team.
In seinem Schreiben wies Brown auf die Risiken solcher Konstellationen hin und hinterfragte die sportliche Fairness. Bei einer Pressekonferenz am McLaren-Standort in Woking ging Brown noch weiter ins Detail und verwies exemplarisch auf fehlende Sperrzeiten bei Personalwechsel zwischen Schwesterteams wie Red Bull und Racing Bulls.
Ein Beispiel: Nach dem Aus von Red-Bull-Teamchef Christian Horner wurde Laurent Mekies kurzerhand von Racing Bulls zu Red Bull versetzt. Jonathan Wheatley als ehemaliger Red-Bull-Sportdirektor dagegen musste eine Sperrzeit von über einem Jahr einhalten, ehe er im April 2025 offiziell als Teamchef zu Audi wechseln durfte - ein erheblicher Unterschied.
McLaren-Boss Brown stört sich außerdem an möglichen Stallregie-Szenarien oder Situationen, in denen "verwandte" Teams einander strategische Hilfe bieten könnten. Brown nannte hier die schnellste Rennrunde von Racing-Bulls-Fahrer Daniel Ricciardo beim Grand Prix von Singapur 2024, der damit WM-Titelkandidat Lando Norris den Bonuspunkt wegnahm, als 18. aber selbst keinen Anspruch auf den Bonuspunkt hatte. Es profitierte Red-Bull-Fahrer Max Verstappen.
Brown verwies auch auf potenzielle Interessenskonflikte bei politischen Themen in der Formel 1 und stellte in Aussicht, dass unabhängige Teams ohne strategische Partnerschaften strukturell benachteiligt sein könnten - im Gegensatz zu Partnerteams, die von einem Austausch technischer oder operativer Ressourcen profitieren könnten.
Andere Sportarten unterbinden solche Szenarien bereits durch klare Regularien: Zum Beispiel in den großen europäischen Fußballligen sind Mehrfachbeteiligungen an konkurrierenden Teams untersagt. Nun drängt Brown den Automobil-Weltverband, mit eigenen Regeln für die Formel 1 nachzuziehen. Eine offizielle Reaktion der FIA auf Browns Schreiben steht allerdings bislang noch aus.
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