Red Bull: Was Sergio Perez jetzt noch hinkriegen muss

Wie Red-Bull-Teamchef Christian Horner die aktuelle Leistung von Sergio Perez bewertet und wo Perez selbst nach fünf Rennen noch Aufholbedarf sieht

Red Bull: Was Sergio Perez jetzt noch hinkriegen muss

Auch im fünften Rennen hat Red-Bull-Fahrer Sergio Perez das Formel-1-Podest verfehlt. In Monaco aber stellte der Mexikaner sein bisher bestes Saisonergebnis ein und belegte zum zweiten Mal nach Portimao P4 im Rennen - nachdem er nur von Startplatz neun losgefahren war. Darin erkennt Teamchef Christian Horner auch die bisher größte Schwäche.

"Checo hat in diesem Jahr schon mehrere gute Rennen gefahren", sagt Horner. Er verweist auf Bahrain, Portugal und Spanien, wo Perez jeweils Top-5-Ergebnisse erzielt hat. "Es gibt also keine Zweifel daran, dass er zum Faktor wird, wenn er sich nur in einer guten Position qualifiziert."

Letzteres ist der große Haken an Perez' bisheriger Leistung bei Red Bull. Denn nur einmal startete er aus der ersten Reihe, mit P2 in Imola. In Portimao war er Vierter, dazu kommen die Startplätze acht (Barcelona), neun (Monaco) und elf (Sachir). Sein Teamkollege Max Verstappen hingegen war im Qualifying nie schlechter klassiert als P3.

Die großen Baustellen von Perez bei Red Bull

Perez habe eben noch Eingewöhnungsschwierigkeiten am Samstag, sagt Horner. "Im Rennen ist er generell sehr, sehr stark unterwegs, aber im Qualifying müssen wir ihm noch helfen, dass er sich wohl fühlt. Aber das wird kommen."

Sein Fahrer sei in diesem Punkt jedoch kein Einzelfall. "Die Mehrheit der Jungs, die [vor der Saison 2021] ihre Teams gewechselt haben, brauchen doch eine ganze Weile, bis sie auf Tempo sind", meint Horner. "Carlos [Sainz] ist da vielleicht eine Ausnahme."

Nicht nur die Umstellung auf ein anderes Fahrzeug mache den Fahrern zu schaffen, sondern auch die Pirelli-Reifengeneration 2021, erklärt Horner weiter. Diese Pneus seien "dieses Jahr ein bisschen kniffliger" zu verstehen. "Das schafft eine neue Dynamik."

Horner: Kein Zweifel an Perez' Talent

Er habe aber keine Zweifel daran, dass Perez die Trendwende schaffe. "Es wird schon", sagt der Red-Bull-Teamchef. "Und eine Leistung wie im Monaco-Grand-Prix hilft."

Im Rennen hat Perez vor allem von seinem langen ersten Stint auf Soft-Reifen profitiert. Er war zwischendurch an zweiter Stelle notiert worden, ehe ihn sein Stopp in Runde 35 auf P4 zurückwarf. Auf dieser Position kam Perez schließlich auch ins Ziel, allerdings nicht ohne eine Attacke auf P3 zu unternehmen, die letztendlich um knapp eine Sekunde fehlschlug.

Ob man nicht sinnvollerweise hätte die schnellste Runde sichern sollen statt P3 hinterherzujagen, wird Teamchef Horner gefragt. Antwort: "Wir hatten darüber nachgedacht. Allerdings lag ein Podestplatz in Reichweite. Deshalb wollten wir den Druck auf Lando [Norris] aufrechterhalten, um von einem möglichen Fehler zu profitieren."

Der Fehler aber kam nicht, Perez blieb hinter Norris, und im Ziel über 30 Sekunden vor Sebastian Vettel auf P5. Doch Horner verteidigt das Red-Bull-Vorgehen nochmals: "Lewis [Hamilton] fuhr [zum fraglichen Zeitpunkt] bereits Sektorenbestzeiten. Da hielten wir es für klüger, das Podium anzustreben. Deshalb sind wir bei der ursprünglichen Strategie geblieben."

Was Perez bei Red Bull am meisten stört

Perez war das vielleicht nicht unrecht. Denn zu den "Variablen", die ihn am meisten bei der Umstellung auf den Red Bull RB16B stören, zählt er ausdrücklich auch den "Wechsel der Reifenmischung". Und nichts anderes hätte eine Attacke auf die schnellste Rennrunde bedeutet. So aber konnte er das Rennen auf Hard zu Ende fahren.

Was er noch als potenzielle Stolperfallen sieht: "Veränderte Flügeleinstellungen, wechselhaftes Wetter. Solche Dinge. Wenn du ein Auto wie deine Westentasche kennst, fällt es dir sehr leicht, dich auf solche Situationen einzustellen. Ich habe auch nicht vergessen, wie man Auto fährt. Es dauert nur einfach länger als mir lieb ist."

Unter dem erhöhten Druck in der Qualifikation seien bisher schlicht "die Fortschritte ausgeblieben", so erklärt Perez. Und er kommt auf die von ihm angesprochenen "Variablen" zu sprechen: "Wann auch immer so eine Variable eintritt, fühle ich mich noch nicht ganz wohl im Auto. Doch ich sehe das Licht am Ende des Tunnels." Warum, das lässt er aber offen.

Nur so viel: Mehr Routine im Auto werde ihm helfen. Deshalb begrüße er den modifizierten Formel-1-Kalender mit zwei Rennen in Spielberg. "Das sollte meine Lernkurve deutlich ansteigen lassen", sagt Perez.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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