Red Bull: Siege mit Honda wären schon jetzt möglich

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Red Bull: Siege mit Honda wären schon jetzt möglich
Autor: Dominik Sharaf
Co-Autor: Scott Mitchell
29.07.2018, 07:00

Teamchef Horner sieht Renault und Honda fast auf einem Niveau, bei den Japanern aber mehr Potenzial – Werksteam zwingt Ingenieure zu Kompromissen

Die Red-Bull-Mannschaft ist überzeugt, dass sie ihre jüngsten Formel-1-Rennsiege auch mit einem Honda-Motor eingefahren hätte. Wie Teamchef Christian Horner 'Motorsport.com' bereits am Rande des Österreich-Grand-Prix erklärte, würde seine Truppe "nirgendwo anders stehen als nun auch", wenn die für 2019 eingekauften V6-Hybride aus Japan schon jetzt im RB14 stecken würden.

Heißt: Daniel Ricciardo hätte in China und Monaco mit Honda- ebenso gewonnen wie mit Renault-Power. Mutmaßlich gilt Horners Aussage gleichermaßen für Max Verstappen und seinen überraschenden Sieg in Spielberg kurz nach unserem Interview, wenn er behauptet, dass die beiden Hersteller lediglich "ein Prozent Leistungsfähigkeit" trennen würden. Ein erstaunlich niedriger Wert.

Dennoch räumt Horner ein, dass Ferrari und Mercedes "ein ganzes Stück" voraus wären. "Aber mit der Aufmerksamkeit eines Exklusivausrüsters wie Honda im Rücken war es der richtige Zeitpunkt, neue Wege einzuschlagen", meint er und verweis darauf, dass Renault dem Werksteam immer mehr Aufmerksamkeit hätte zukommen lassen – und Red Bull in die Rolle des Kunden gedrängt hätte.

Das war in den WM-Jahren von 2010 bis 2013 anders, als sich in Viry de facto alles um die Wünsche der Österreicher drehte. Mit Honda könnte Red Bull in eine ähnlich komfortable Situation gelangen, zumal sich das in Milton Keynes gefertigte Getriebe und das Chassis im Gegenzug auf die Bedürfnisse der Japaner abstimmen lassen. "Mit Renault ist es momentan so, dass jede Box und jedes Verbindungsstück am Motor davon bestimmt wird, was das Werksteam will", moniert Horner.

Red Bull müsse "unterbringen, was immer Renault in Enstone einbaut". Den Ingenieuren verlange dieser Modus Kompromisse ab, was dem Ergebnis nicht zuträglich sein kann. "Mit Honda wird es möglich sein, solche Dinge im Voraus zu besprechen", hofft Horner auf ein neues Arbeitsklima.

"Eines der größten Renault-Probleme ist wohl die Bereitschaft, Geld in Forschung und Entwicklung zu stecken. Mercedes hat in dem Bereich viel ausgegeben und genau wie Ferrari massiv investiert", betont Horner und verweist auf die Erfolge der Konkurrenz. Honda könnte sich einreihen, wenn Verantwortliche aus Sakura behaupten, über "einzigartige Entwicklungsmöglichkeiten" zu verfügen.

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