Red-Bull-Teamchef glaubt: Fahrer können in dieser Saison den Unterschied machen
Selbst der Koch kann die neuen Autos fahren? Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies hält dagegen: Der Fahrer kann einen noch größeren Unterschied machen als im Vorjahr
Red-Bull-Teamchef Mekies ist überzeugt, dass der Fahrer den Unterschied macht
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Das neue Formel-1-Reglement sorgt vor dem Saisonstart in Australien weiterhin für Diskussionen: Das erforderliche Energiemanagement und die geringen Kurvengeschwindigkeiten bereiten nicht gerade Freude, doch Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies ist überzeugt, dass die Fahrer weiterhin den Unterschied machen.
Der beste und cleverste Fahrer dürfte auch in diesem Jahr (Anzeige: Alle Rennen der Formel 1 live auf Sky) die Nase vorne haben, glaubt der Franzose. "Mehr als zuvor, und zwar aus zwei Gründen", sagt Mekies im exklusiven Gespräch mit Motorsport.com Italien, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.
"Erstens: Die Autos sind in den Kurven langsamer und auf den Geraden schneller", erinnert der Red-Bull-Teamchef. "Das bedeutet, dass ein Fahrer im Laufe einer Runde mehr Zeit in den Kurven verbringt, und genau dort liegt der entscheidende Unterschied."
"Vereinfacht gesagt: Die Zeit, die durch den Grip begrenzt ist, ist länger als im letzten Jahr, und das fahrerische Talent hat mehr Zeit, sich zu entfalten." Damit widerspricht Mekies der Behauptung von Fernando Alonso, dass die neuen Autos aufgrund ihrer geringen Kurvengeschwindigkeiten sogar vom Teamkoch zu fahren seien.
"Fahrer kann noch größeren Unterschied machen"
"Zweitens: Die Autos und das Energiemanagement sind komplexer", ergänzt der Franzose. "Dadurch kann der Fahrer im Cockpit einen noch größeren Unterschied machen als im letzten Jahr. Es wird viel Arbeit nötig sein, um das maximale Potenzial auszuschöpfen."
Dennoch gibt der Teamchef zu, dass sich die Anforderungen an die Fahrer durch das neue Reglement verändert haben. "Es ist nicht garantiert, dass dieselben Qualitäten, die früher einen Fahrer auszeichneten, auch heute noch entscheidend sein werden", sagt Mekies.
Der Franzose hält sich mit Kritik an der neuen Formel-1-Ära jedoch zurück. "Als Motorsport-Enthusiast bin ich gespannt auf die technische Weiterentwicklung, die wir auf der Strecke erleben werden, sowohl bei den Antriebseinheiten als auch beim Chassis."
Entwicklung "drei- bis viermal so groß" wie im Vorjahr
"Wir stehen am Vorabend eines der intensivsten Entwicklungszyklen aller Zeiten, und genau das fasziniert mich am meisten", sagt Mekies, der sich als langjähriger und erfahrener Formel-1-Ingenieur auch mit der Technik der neuen Boliden perfekt auskennt.
"Momentan gibt es zwar einige kritische Probleme, insbesondere beim Aufladen der Antriebseinheiten, aber die Geschichte lehrt uns, dass Formel-1-Teams eine unglaubliche Fähigkeit besitzen, Probleme anzugehen und zu lösen. Das ist einer der faszinierendsten Aspekte dieses Sports."
Deshalb werde sich die Formel 1 im Laufe dieser Saison noch stark entwickeln, wobei sich der Ingenieur mit Vorhersagen zurückhält. "Das ist schwer zu beziffern, aber ich glaube, die Entwicklung vom ersten bis zum letzten Rennen der Saison wird drei- bis viermal so groß sein wie im letzten Jahr."
Aus diesem Grund verzichtet Mekies derzeit auch darauf, die neue Fahrzeuggeneration zu verurteilen. "Wir stehen am Anfang dieses Projekts, und ich bin zuversichtlich, dass wir die technologischen Hürden überwinden können, die heute so schwer zu meistern scheinen."
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