Red Bull trotz Rückstand auf Mercedes zuversichtlich: "Da kommt noch einiges"

Klarer Rückstand auf Mercedes, doch Red Bull bleibt für das weitere Wochenende in Saudi-Arabien zuversichtlich - Spezieller Druck für Sergio Perez

Red Bull trotz Rückstand auf Mercedes zuversichtlich: "Da kommt noch einiges"

Auf den ersten Blick verlief der Trainingsfreitag der Formel 1 in Saudi-Arabien eher durchwachsen für Red Bull. Während der große Konkurrent Mercedes mit beiden Fahrern von der Spitze der Zeitenliste grüßte, wurde Max Verstappen nur Vierter. Knapp zwei Zehntel fehlten dem WM-Leader zur Spitze. Sergio Perez belegte gar nur den neunten Platz. Gibt es also Grund zur Sorge?

"Wir haben im zweiten Training Probleme gehabt, Temperatur in die Reifen zu bekommen, das schauen wir uns natürlich an", hadert Verstappen. "Außerdem haben wir ein paar Veränderungen vorgenommen, die nicht ganz gefruchtet haben. Hoffentlich können wir im Qualifying die richtige Balance finden."

Teamchef Christian Horner gibt sich da etwas zuversichtlicher. Der Brite lässt sich von dem Ergebnis nicht aus der Ruhe bringen. "Man kann sehen, es ist ziemlich eng", sagt Horner bei 'Sky': "Es ist eine herausfordernde Strecke, viel Highspeed, Mauern. Es wird darum gehen, wer das Meiste aus den Reifen herausholt, eine saubere Runde erwischt, wer holt das Meiste aus dem Auto heraus und fährt am dichtesten an die Mauern heran."

Mit Blick auf das verbleibende Premierenwochenende in Dschidda erwartet Horner einen "faszinierenden Wettbewerb. Das Qualifying wird wichtig, wie auf allen Stadtkursen. Im Rennen kann alles passieren", blickt er voraus.

Red Bull atmet auf: Leistung doch nicht so wichtig?

Im Kampf gegen Mercedes rechnet er sich dabei bessere Chancen aus als vorher gedacht. Denn entgegen der ursprünglichen Annahme kommt es in Saudi-Arabien nicht nur auf die Power an. "Die Strecke ist enger, als es die Daten vermuten ließen. Die Kurven sind enger, es geht also nicht so sehr um Leistung, wie wir es dachten. Das ist vielversprechend", sagt er.

Dabei scheint Mercedes noch jede Menge in der Hinterhand zu haben. Sowohl Lewis Hamilton als auch Valtteri Bottas fuhren ihre jeweils schnellste Runde mit den Mediums, nicht mit den weichen Reifen. Und bei Hamilton kommt der "Wundermotor" aus Brasilien erst am Samstag ins Heck.

Doch auch diese Tatsachen beunruhigen Horner nicht. Bei den weichen Reifen habe Red Bull wie auch einige andere Teams noch lange nicht das Optimum erreicht. "Wir sahen auf dem harten Reifen sehr stark aus", betont er. Der weiche Pneu hingegen sei eher "wie eine Diva" gewesen.

Horner hofft auf Verstappen-Faktor

"Es wird heute Abend viele Analysen geben, Outlaps, Vorbereitung und all solche Sachen. Wenn man sich die Kommentare anhört, dann denke ich nicht, dass wir da alleine sind. Auch andere haben Probleme, das Auto in das richtige Fenster zu bekommen. Aber sobald man das gelöst hat, steckt noch viel Potenzial drin", frohlockt Horner.

Gemeinsam mit dem Verstappen-Faktor sei dann alles drin an diesem Wochenende. Der Niederländer hat laut Horner bereits den richtigen Zugang für Dschidda gefunden. "Die Strecke liegt Max. Viel Highspeed, Mauern, Kerbs. Man konnte sehen, er war schneller auf eine Runde gekommen als jeder andere", meint er. Horner ergänzt: "Ich habe nach der Session mit ihm gesprochen, er genießt es."

Und was ist mit Perez? Der Mexikaner war am Freitag weit weg von der Musik, eine dreiviertel Sekunde fehlte ihm auf die Bestzeit von Hamilton. Perez könnte im WM-Kampf ein wichtiger Faktor werden, zuletzt in Katar enttäuschte er jedoch im Qualifying. Droht in Saudi-Arabien der nächste Rückschlag?

Horner über Perez: "Ist ein alter Fuchs"

"Sergio ist ein Spätstarter, aber er findet sein Momentum. Man sieht es schon, er baut und baut und baut. Er ist ein alter Fuchs, er weiß, dass es keinen Grund gibt, auf einem Stadtkurs zu früh zu viel Risiko einzugehen", sagt Horner, der "keinen Zweifel" hat, dass Perez im Verlaufe des Wochenendes noch deutlich zulegen kann.

Das muss er auch, und das weiß auch Horner. Eine starke Leistung im Rennen reicht nicht, auch im Qualifying muss Perez liefern. Horner macht keinen Hehl daraus, wie wichtig er ist.

"Wir tun unser Bestes, um ihn zu unterstützen. Er hat seine Form in den vergangenen Rennen gefunden, war im Qualifying gut, im Rennen gut. Und das brauchen wir. Wir brauchen ihn dringend in diesem Kampf in diesen zwei Rennen. Wenn man beide Autos im Spiel hat, gibt es dir ganz andere Möglichkeiten", erklärt er.

Perez selbst ist davon überzeugt, dass er am Samstag weiter vorne in der Zeitenliste landen wird. "Ich denke, da kommt noch einiges. Hoffentlich finden wir die richtige Balance und die richtige Pace, um morgen im Wettbewerb zu sein", sagt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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