Red Bull: Uns ist nicht egal, wie wir die WM gewinnen

Red-Bull-Teamchef Christian Horner verteidigt die harte Gangart von Max Verstappen in Dschidda und hofft auf ein "faires und sauberes Rennen" in Abu Dhabi

Red Bull: Uns ist nicht egal, wie wir die WM gewinnen
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Formel-1-Titelaspirant Max Verstappen ist für seinen kompromisslosen Fahrstil bekannt. Doch beim Grand Prix von Saudi-Arabien hat der Red-Bull-Pilot den Bogen nicht nur aus der Sicht von Mercedes-Konkurrent Lewis Hamilton überspannt, der die Manöver des Niederländers als "über dem Limit" bezeichnete.

Sky-Experte Martin Brundle etwa sagte: "Ich denke, Verstappen muss über seine Fahrstandards nachdenken. Es gibt aggressive, entschlossene, temperamentvolle Rennen und dann ist da noch das, was wir heute Abend gesehen haben, das war zu viel."

Vor allem die Tatsache, dass Verstappen bei seinen Manövern in Dschidda entweder selbst die Strecke verlassen musste oder andere abdrängte und sich nicht darum kümmerte, ob es zur Kollision kommt, zog Kritik auf sich. Red-Bull-Teamchef Christian Horner nimmt seinen Fahrer dagegen selbstredend in Schutz.

Horner: "Lewis ist manchmal sehr gerissen"

"Man muss sich nur mal die Einfahrt von Lewis in die letzte Kurve anschauen. Er hat Max auf die gleiche Weise abgedrängt. Jeder Fahrer, der Kartsport betrieben hat oder in irgendeiner Kategorie Rennen gefahren ist, weiß, dass das harter Rennsport ist."

"Lewis ist manchmal sehr gerissen, aber sieh dir die letzte Kurve an, in der er Max überholt hat. Es gab auch eine andere Kurve, in der er das Lenkrad geöffnet hat, ich glaube, das war auch in Kurve 1. Wenn man nicht will, dass sie die Möglichkeit haben, weit zu fahren, sollte man dort ein Kiesbett installieren", sagt der Brite.

Auf die Frage, ob das Titelduell beim Saisonfinale in Abu Dhabi völlig eskalieren könnte, weicht Horner aus: "Man sagt ja: 'The winner takes it all.' Wer am Ende vorne liegt, ist Weltmeister, also schauen wir mal. Wir haben nur einen Versuch. Wir müssen versuchen, Lewis in diesem Jahr noch ein weiteres Mal zu schlagen."

Red Bull will "faires und sauberes" Saisonfinale

Zwar scheint das Momentum mit drei Siegen in Folge bei Mercedes zu liegen. Und Horner erwartet, dass sie in Abu Dhabi mit dem neuen Layout "sehr konkurrenzfähig" sein werden.

Aber der Red-Bull-Teamchef sagt auch: "Wir haben erwartet, dass sie in Dschidda einen großen Vorteil gegenüber uns haben würden, und wir haben hart gekämpft. Wir haben attackiert und ich finde, dass Max das ganze Wochenende über hervorragend war."

Mit einer Kollision, wie sie beim WM-Showdown in Abu Dhabi nicht wenige befürchten, wolle man sich den Titel aber nicht sichern, betont Horner. "Natürlich ist es uns wichtig, wie wir die Meisterschaft gewinnen. Man will ja auf der Strecke gewinnen. Nicht in einem Stewards-Room, nicht in einem Kiesbett."

"Es war das ganze Jahr hindurch ein harter Kampf", rekapituliert er das Duell um den Titel 2021. "Es gab einige fantastische Rennen zwischen diesen beiden Fahrern, und ich hoffe, dass es in Abu Dhabi ein faires und sauberes Rennen geben wird."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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