Regeländerungen 2027/28 "mildern Probleme, aber beheben sie nicht"
Die neuen Antriebsregeln der Formel 1 bleiben umstritten: Alonso spricht von einem späten Eingeständnis früherer Fehler, andere sehen nur kleine Verbesserungen
Formel-1-Autos beim Verlassen der Boxengasse in China 2026
Foto: LAT Images
Die Formel-1-Fahrer reagieren wenig euphorisch auf die angekündigten Regeländerungen für 2027 und 2028. Dass der Verbrennungsmotor aufgewertet wird und die Bedeutung der Hybridkomponenten sinkt, wird zwar überwiegend begrüßt. Doch restlos überzeugt sind die Fahrer nicht.
Oscar Piastri etwa sagte vor dem Grand Prix von Barcelona-Katalonien (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!): "Die Anpassungen dürften unsere aktuellen Probleme abmildern. Sie werden die Probleme aber sicher nicht beheben."
Ohne Simulator-Testfahrten ist laut Valtteri Bottas ohnehin "schwer zu sagen", welche konkreten Auswirkungen auf der Rennstrecke zu erwarten sind. "Es wird anders sein auf den Geraden, doch das müssen wir uns erst noch anschauen. Und auf energieintensiven Strecken wie Spa-Francorchamps werden wir trotzdem noch Schwierigkeiten kriegen."
Nico Hülkenberg erwartet, dass sich die veränderten technischen Regeln höchstens "ein bisschen beim Energiemanagement" bemerkbar machen. "Wenn aber alles funktioniert und optimiert ist, wird es nicht dramatisch anders sein", sagte der Audi-Fahrer.
Warum Alonso nicht an eine Trendwende glaubt
Laut Fernando Alonso können die nun vorgestellten Maßnahmen gar keine Trendwende herbeiführen: "Die aktuellen Antriebe haben eine DNA, die sich nur schwer verändern lässt. Man kann zwar die Regeln leicht anpassen, aber das Auto wird immer in den Kurven langsamer sein, um mehr Energie auf den Geraden zu haben. Das ist die DNA dieser Regeln."
Die Anpassungen seien deshalb vor allem ein Eingeständnis dessen, "dass etwas von Anfang an falsch gelaufen ist" beim Formel-1-Reglement, so Alonso weiter. "Denn wenn man die Regeln für das Folgejahr schon vor dem siebten Rennwochenende ändert, dann spricht das Bände."
Formel-1-Fahrer fühlen sich "gehört"
Von grundsätzlicher Ablehnung spricht jedoch niemand im Formel-1-Fahrerlager. Im Gegenteil: Liam Lawson und einige seiner Fahrerkollegen loben die Maßnahmen als "Schritt in die richtige Richtung".
Carlos Sainz sagte außerdem: "Selbst wenn die Änderungen nicht so umfangreich sind, wie wir es uns gewünscht hatten: Ich weiß es zu schätzen, dass FIA und FOM diese Änderungen durchgedrückt haben. Es wird nicht ideal sein, aber immerhin werden wir gehört und man tut etwas."
Konkret darf der Verbrennungsmotor bis 2028 schrittweise mehr Leistung entfalten, sodass die reine Motorleistung wieder mehr in den Vordergrund rückt. Die elektrische Leistung wird dagegen teilweise eingeschränkt. Ziel ist eine Gewichtung von 60:40 Prozent zwischen Verbrenner- und Hybridleistung in der Saison 2028 - ausgehend von aktuell 53:47. (Hier alle Details nachlesen!)
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