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Regen in Montreal könnte das Sprintwochenende durcheinanderwirbeln und einige Teams dank eines Testvorsprungs in eine starke Ausgangsposition bringen

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Ferrari ist eines der Teams, die an Pirelli-Reifentests auf nasser Strecke teilnahmen

Foto: Nicola Nicola

Die Formel 1 kehrt an diesem Wochenende mit dem fünften Saisonlauf zurück: dem Grand Prix von Kanada. Zum dritten Mal in dieser Saison steht das Sprintformat auf dem Programm. Das Sprint-Qualifying findet am späten Freitagnachmittag statt, das Sprintrennen bereits am frühen Samstagnachmittag.

Dadurch wird die einzige Freie Trainingssession noch wichtiger, da die Teams deutlich weniger Zeit zur Vorbereitung haben. Im Vergleich zu Miami, wo zusätzliche 30 Minuten Trainingszeit zur Verfügung standen, gilt in Montreal wieder das klassische Format: nur 60 Minuten Freies Training am Freitag. Die Vorbereitung im Simulator und in der Fabrik gewinnt damit erneut stark an Bedeutung.

Allerdings könnte genau dieser Freitag trügerisch sein. Nach aktuellem Stand der Wetterprognosen ist für den Auftakt des Wochenendes trockenes Wetter vorhergesagt. Sowohl das erste Freie Training als auch das Sprintqualifying sollen auf trockener Strecke stattfinden. Ab Samstag soll sich das Bild jedoch drastisch ändern.

Für Samstag und Sonntag wird Regen erwartet, sowohl für das Sprintrennen, das Qualifying als auch für den Grand Prix. Sollte sich diese Prognose bestätigen, würde das ein ohnehin komplexes Sprintwochenende zusätzlich erschweren, da die Teams nur wenig Zeit haben, sich unter realen Bedingungen optimal einzustellen.

Ein möglicher Vorteil ergibt sich für jene Teams, die bereits Reifentests mit den kommenden Pirelli-Mischungen auf nasser Strecke absolvieren konnten. Diese Tests dienten eigentlich der Entwicklung der Reifen für die nächste Saison, brachten aber gleichzeitig wertvolle Erfahrungswerte im Umgang mit Regenreifen, insbesondere beim Aufwärmen und beim Arbeiten im optimalen Temperaturfenster.

Zu diesen Teams zählen Ferrari, Red Bull, Alpine und Racing Bulls, die entsprechende Testfahrten unter anderem in Fiorano, Suzuka und Magny-Cours durchgeführt haben. Tim Goss, Technikdirektor bei Racing Bulls, erklärt: "Die Wahrscheinlichkeit von Regen am Samstag und Sonntag bringt eine neue Variable mit sich."

"Wir haben in diesem Bereich einen leichten Vorteil, da wir in einer Pirelli-Testsession nach Japan sowohl Regenreifen als auch Intermediates getestet haben. Dieses Wissen über das Aufwärmen der Reifen und das Set-up werden wir zu unserem Vorteil nutzen."

Auch Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur betont: "Das Wetter und die niedrigen Temperaturen könnten in diesem Jahr eine zusätzliche Komplexitätsebene hinzufügen, insbesondere mit dem Sprintformat, das uns nur wenig Zeit zur Vorbereitung lässt."

Damit könnten Teams mit mehr Erfahrung auf nasser Strecke über bessere Referenzwerte verfügen als Konkurrenten, die diese Testkilometer noch nicht gesammelt haben.

Neue aerodynamische Realität in Montreal

Auch wenn der Regen als wahrscheinlich gilt, bleibt die Vorbereitung auf trockene Bedingungen weiterhin entscheidend. Sollte sich das Wetter doch noch ändern, werden Simulatorarbeit und das erste Freie Training wieder eine zentrale Rolle spielen.

Traditionell setzten die Teams in Montreal aufgrund der langen Geraden auf sehr geringe Abtriebswerte. In diesem Jahr dürfte sich das jedoch ändern. Durch die Einführung der aktiven Aerodynamik im sogenannten "Straight Mode" wird der Luftwiderstand auf den Geraden deutlich reduziert. Dadurch können die Teams mit deutlich mehr Abtrieb fahren und dennoch ausreichend Topspeed erreichen.

Das ist besonders relevant für Montreal, da der Kurs viele mittel-schnelle und langsame Kurven aufweist, in denen aerodynamischer Abtrieb entscheidend für die Rundenzeit ist.

"Die langen Geraden der Strecke haben die Teams traditionell dazu veranlasst, eine Heckflügel-Konfiguration mit wenig Abtrieb zu wählen, um den Luftwiderstand zu reduzieren und die Höchstgeschwindigkeit zu maximieren", bestätigt Goss.

"Mit den Reglementänderungen für 2026 wird der Einsatz der aktiven Aerodynamik im 'Straight Mode' den Luftwiderstand deutlich reduzieren, sodass wir ein Standardniveau beim Heckflügel beibehalten werden", erklärt der Technikdirektor weiter.

Diese Entwicklung vereinfacht zwar einige aerodynamische Entscheidungen, sorgt jedoch gleichzeitig für neue Herausforderungen in anderen Bereichen, insbesondere was das Chassis und die Nutzung der Energie der Power-Unit betrifft. Zudem wird erwartet, dass nahezu alle Teams mit technischen Updates antreten.

Viele haben speziell für Strecken wie den Circuit Gilles Villeneuve in Montreal neue Pakete entwickelt. Besonders der aktuelle Spitzenriter Mercedes bringt ein umfangreiches Upgrade-Paket an den Start, während auch die übrigen Teams gezielt nachlegen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

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