Reifen, Unterboden und Co.: Ferraris Baustellen in Silverstone

Ferrari beendete den Freitag in Silverstone hinter Mercedes - Teamchef Mattia Binotto erklärt, mit welchen Baustellen die Scuderia am Wochenende zu kämpfen hat

Reifen, Unterboden und Co.: Ferraris Baustellen in Silverstone

"Wir wussten, dass Silverstone für uns im Vergleich zum vergangenen Rennen schwieriger sein würde", erklärt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto nach den Formel-1-Trainings in Silverstone am Freitag. Da fand sich die Scuderia - wie zuvor erwartete - hinter Mercedes wieder. Ein klares Bild darüber, wo genau Ferrari an diesem Wochenende steht, hat sich am Freitag aber noch nicht abgezeichnet.

Es sei noch "zu früh", um ein Fazit zu ziehen, erklärt Binotto. Deswegen bedeute der Auftakt am Freitag auch nicht zwangsläufig, "dass wir hier unsere Gegner nicht herausfordern können." Binotto erinnert: "In den vergangenen drei Rennen standen wir zweimal auf der Pole und hätten auch zwei Rennen gewinnen können. Das war nicht der Fall, aber es zeigt, dass wir uns insgesamt verbessern."

"Sicher gibt es einige Strecken, die besser zu unserem Auto und unserem Paket passen", so der Italiener. Und Silverstone zählt auf dem Papier nicht unbedingt dazu. Zudem hat Ferrari weiterhin mit den bekannten Problemen zu kämpfen. "Wir hatten [im Training] sehr hohen Abbau an den Vorderreifen", berichtet Binotto. Vor allem der linke Vorderreifen sei selbst auf einer schnellen Qualirunde ein Problem gewesen.

Neuer Unterboden wirft noch immer Fragen auf

"Wir sind im ersten und zweiten Sektor ziemlich stark - aber irgendwie schwach im letzten", so Binotto. Man bekomme Untersteuern und beschädige die Reifen dadurch noch mehr - ein Teufelskreis. Und kein neues Problem. Zudem ist man bei Ferrari noch immer bemüht, den neuen Unterboden zum Funktionieren zu bringen. "In [Paul] Ricard hatten wir einen neuen Unterboden, der nicht funktioniert hat", erinnert Binotto.

In Österreich habe man den Unterboden erneut getestet, um das Problem zu verstehen. Offenbar mit Erfolg, denn laut Binotto hat man dort Antworten bekommen. "Jetzt wissen wir wenigstens, warum er nicht funktionierte", verrät er und erklärt, dass es jetzt darum gehe, das Problem zu beheben. "Es gibt hier nichts neues. Wir haben noch immer den Unterboden, den wir in [Paul] Ricard und in Österreich hatten", verrät er.

Doch wo genau liegt das Problem? Laut Binotto wäre es "falsch", von einem Problem mit der Korrelation zu sprechen. "An der Strecke war es sicher nicht so, wie wir es nach dem Windkanal erwartet hatten", räumt er ein. Das liege aber nicht daran, dass der Windkanal falsche Daten ausgespuckt habe. Vielmehr scheint es ein Problem damit zu geben, dass der Unterboden nur unter gewissen Bedingungen wie gewünscht funktioniert.

Ferrari hofft auf stetige Fortschritte

Daher gehe es jetzt darum, ihn "in allen Verhältnissen" zum Funktionieren zu bringen. Wann man das schaffen wird, ist aktuell aber noch nicht absehbar. Binotto spricht von einer "konstanten Entwicklung" und erklärt: "Nach Barcelona haben wir viele Änderungen und Modifikationen am Auto unternommen." Seitdem habe es permanent Upgrades für den SF90 gegeben.

Davon funktionierten manche besser und manche schlechter. Auch für Silverstone brachte man wieder ein paar neue Teile mit. Größe Sprünge sind hier - oder auch bei den kommenden Rennen - aber nicht zu erwarten. Stattdessen muss sich Ferrari Schritt für Schritt wieder nach vorne arbeiten. Ganz unabhängig von Silverstone erklärt Binotto: "Es wird noch weitere Rennen und Möglichkeiten geben, sich zu verbessern."

Mit Bildmaterial von LAT.

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