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Reines Rookie-Fahrerteam? Haas war immer anders als die anderen ...

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Reines Rookie-Fahrerteam? Haas war immer anders als die anderen ...
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So wägt Haas-Teamchef Günther Steiner die Vor- und Nachteile von gleich zwei Formel-1-unerfahrenen Neulingen in seinen Autos ab

"Wir haben noch keine Entscheidung getroffen", betont Haas-Teamchef Günther Steiner, aber natürlich hat sich der US-Rennstall schon seine Gedanken gemacht. Zum Beispiel darüber, ob es wirklich eine gute Idee wäre, in der Formel-1-Saison 2021 gleich zwei Formel-1-unerfahrene Rookies einzusetzen.

"Das haben wir diskutiert", sagt Steiner. Spekuliert wird ein mögliches Duo um Mick Schumacher und Nikita Masepin, die derzeit beide noch in der Formel 2 fahren und im kommenden Jahr gemeinsam den Aufstieg ins Formel-1-Cockpit schaffen könnten.

Namen aber nennt Steiner nicht, sondern spricht nur von einer "Liste", die er habe, über die er jedoch nichts weiter verraten wolle.

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Was ein Formel-1-Team von zwei Rookies hätte

Vor- und Nachteile einer reinen Rookie-Besetzung hätte man jedenfalls schon genau erörtert. "Deshalb kann ich auch leicht darüber sprechen", meint Steiner.

Er erklärt: "Es gibt ganz offensichtlich ein gewisses Risiko, wenn man zwei Neulinge ins Auto setzt. Sie haben niemanden mit Erfahrung, zu dem sie aufschauen könnten, dessen Daten sie sichten könnten. Sie sind also auf sich alleine gestellt. Die Chance ist da, dass das schiefgehen kann."

Als Team habe man aber "technische Möglichkeiten", die jungen Fahrer bei ihrem Formel-1-Einstand zu unterstützen, sagt Steiner, ohne ins Detail zu gehen. Er sehe dabei vor allem den "Vorteil", die Nachwuchsfahrer "in die Richtung zu stoßen, die dir genehm ist", wie er meint. "Sie können dann mit dem Team wachsen."

Zwei Rookies bei Saisonstart: Das gab es schon!

Nur weil diese Praxis nicht allzu verbreitet sei in der Formel 1, "muss das ja nicht heißen, dass es nicht funktioniert", so der Haas-Teamchef weiter.

Tatsächlich kam ein reines Rookie-Fahreraufgebot in den vergangenen zehn Jahren mehrfach vor, und zwar von Saisonbeginn an: 2016 schickte Manor Pascal Wehrlein und Rio Haryanto als Neulinge an den Start; Carlos Sainz und Max Verstappen debütierten 2015 beide für Toro Rosso; 2013 fuhren Jules Bianchi und Max Chilton bei Marussia; Hispania setzte 2010 auf Karun Chandhok und Bruno Senna.

Ein Erfolgsmodell müsse eine solche Aufstellung nicht sein, sagt Steiner. Einen Fehlschlag halte er für möglich: "Das ignoriere ich nicht. Wir haben aber schon immer ein paar Dinge anders gemacht als andere Leute."

Haas' andere Denkweise

Er verweist auf Haas' Fahrerpolitik der vergangenen Jahre und auf die Frage, die ihm schon wiederholt gestellt worden sei: Weshalb man Romain Grosjean nicht schon früher vor die Türe gesetzt habe, weil kaum jemand so lange - in Grosjeans Fall fünf Jahre - auf den gleichen Fahrer setze.

Steiners Antwort: "Wir müssen ja nicht tun, was andere Leute tun. Wir tun das, was wir für richtig halten, und daran müssen wir uns messen lassen, niemand sonst."

"Wenn wir also zwei Rookies holen, dann, weil wir uns dafür entscheiden. Wir kennen die Vor- und Nachteile und würden uns diesen Themen stellen."

Und nachdem Alfa Romeo inzwischen Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi für 2021 bestätigt hat, ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Haas-Duo Schumacher/Masepin noch einmal gestiegen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Teams Haas F1 Team
Urheber Stefan Ehlen