Renault in Silverstone: Ricciardo trauert um Freitagsmotor "Pony"

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Renault in Silverstone: Ricciardo trauert um Freitagsmotor "Pony"
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
12.07.2019, 18:59

Daniel Ricciardo erlebt im zweiten Training einen Motorschaden mit seinem A-Spec namens "Pony" & will Trauerfeier abhalten - Renault experimentiert mit Set-ups

Das Renault-Team reiht sich am Trainingsfreitag in Silverstone nur auf den Rängen 14 und 15 in der Gesamtwertung ein. Beide Fahrer glauben, dass mehr Potenzial im R.S.19 steckt, als die Zeiten am Freitag erahnen ließen. Daniel Ricciardo wurde am Nachmittag durch einen Motorschaden gestoppt, er wird für "Pony" eine Trauerfeier abhalten ...

"Wir hatten am Ende ein Problem, alles hat sich einfach abgeschaltet. Wir werden uns das jetzt anschauen, aber wir werden wohl ein kleines Begräbnis heute Abend veranstalten für den Motor", scherzt der Australier. "Ruhe in Frieden, Motor! Der hieß Pony. Das war der A-Spec-Motor", bestätigt er.

Dieser Antrieb wurde von Renault nur noch in Trainingssessions eingebaut. Am Freitagabend wurde zurück auf die neuere B-Spec bei Ricciardo gewechselt. "Ich habe mit Pony meine ersten Punkte in Schanghai, denke ich, geholt. Sie hat China demnach genossen, aber ansonsten werden wir sie schnell vergessen, nachdem wir ihre Asche verstreut haben."

Experimente in FT1: Verschiedene Set-ups in Verwendung

Durch das abrupte Ende seiner Session schaffte Ricciardo insgesamt nur 17 Runden. Er reiht sich mit einer Rundenzeit von 1:28.128 Minuten 0,089 Sekunden vor Teamkollegen Nico Hülkenberg auf Rang 14 ein. Der Motorschaden hatte außerdem zur Folge, dass er keinen Longrun fahren konnte.

Am Vormittag sei es laut dem 30-Jährigen noch besser gelaufen für ihn. Das Team nutzte die erste Session, um Vergleichstests zu fahren. Marcin Budkowski erklärt: "Wir schauen uns ein paar Richtungen an. Wir verstehen, wo unsere Probleme liegen und wo es ein paar Experimente braucht, um die Entwicklungsrichtung zu bestätigen."

Der Renault-Direktor weiß, dass nach dem schwierigen Österreich-Wochenende die Formkurve wieder aufwärts zeigen muss. Die Rennstrecke in Silverstone komme Renault deutlich mehr entgegen, glaubt er. "Wir erwarten, in Silverstone besser abzuschneiden, obwohl wir mit unserer generellen Performance im Moment nicht zufrieden sind."

 

Ricciardo und Hülkenberg wurden im ersten Training auf verschiedenen Set-ups auf die Strecke geschickt, um vor allem die Stabilität am Kurveneingang zu verbessern. Nach jener ersten Ausfahrt - Hülkenberg und Ricciardo landeten in FT1 auf den Rängen sieben und acht - habe sich eine klare Richtung für das zweite Training herauskristallisiert, bestätigte das Team.

Am Nachmittag wurde das Set-up verfeinert. Laut Ricciardo haben sich die beiden unterschiedlichen Abstimmungen gegen Abend hin wieder angenähert. Generell glaubt er, dass Renault mehr Potenzial hat, als das Endklassement zeigt.

"Natürlich haben wir noch Arbeit vor uns, aber es gibt noch Rundenzeit, die wir rausholen können. Um auf den Rängen sieben oder acht zu landen, müssen wir noch etwas mehr geben. Ich denke trotzdem, dass wir derzeit gut genug sind, um knapp aber doch in die Top 10 zu fahren."

Hülkenberg: "Schwächen des Autos eliminieren"

Teamkollege Hülkenberg stimmt zu. Auch der Deutsche erwartet ein besseres Wochenende als zuletzt in Österreich. "Ja. Heute Nachmittag war nicht ideal, aber dafür gab es Gründe. In Österreich lag es am Auto. Heute an ein paar anderen Faktoren."

Der Emmericher macht sich keine Sorgen. Das Auto habe sich in den Trainings gut angefühlt. Luft nach oben gebe es sowieso immer. Die gelegte Basis am Freitag sei "nicht schlecht". Das Set-up-Experiment sei eine "andere Herangehensweise" gewesen.

"Es hängt alles zusammen: Bodenhöhe, Aero-Balance - da versuchen wir, einige der Schwächen des Autos zu eliminieren. Ich bin mir nicht sicher, ob wir damit schon erfolgreich waren. Aber auf jeden Fall haben wir heute etwas gelernt. Das ist auch etwas wert."

 

Foto: Gareth Harford / Sutton Images

Hülkenberg berichtet, dass die Balance des Renault "nicht konstant" war. Dabei spielte vor allem am Nachmittag der Wind eine große Rolle. "Das hilft nicht. Die Low-Fuel-Runs mit dem Soft haben wir nicht so gut getroffen. Da steckt noch Potenzial drin." Mit P15 (+1,485) am Ende kann er nicht zufrieden sein.

Mit der Rennsimulation am Nachmittag ist er hingegen zufrieden. "Die Rundenzeiten lassen vermuten, dass wir nicht so schlecht dabei sind. Nahe dran an McLaren", lautet seine Prognose. Die offizielle Analyse der Formel 1 sieht Renault bei Qualifying- und Renn-Pace basierend auf den heutigen Ergebnissen hingegen nur auf dem achten Rang.

Hülkenberg spürte dennoch "ganz schön viel" Grip, außerdem habe er gute Traktion aus den langsamen Ecke gehabt. Auf den Reifen konnte gegen Ende der zweiten Session auf fast allen linken Vorderrädern Graining und starke Abnutzung beobachtet werden. "Es gibt viele schnelle Rechtskurven, die voll auf diesen Reifen gehen. Das muss man halt bestmöglich managen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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