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Renault: Können nicht ganze Zukunft von Ricciardo abhängig machen

Teamchef Cyril Abiteboul hätte Daniel Ricciardo gern weiterhin bei Renault behalten: "Dieses Projekt ist eindeutig noch nicht abgeschlossen"

Renault: Können nicht ganze Zukunft von Ricciardo abhängig machen

Noch am Donnerstag soll Daniel Ricciardos Wechsel von Renault zu McLaren offiziell bestätigt werden. Der Chef des Renault-Teams in der Formel 1, Cyril Abiteboul, wurde am Mittwoch darüber informiert - und offenbar von der frühen Entscheidung seines Zugpferds überrascht. Denn noch vor ein paar Tagen hat er gehofft, das mit Ricciardo gestartete Projekt fortsetzen zu können.

"Wir mögen Daniel. Wir haben ihn für unser Projekt geholt, und dieses Projekt ist eindeutig noch nicht abgeschlossen. Sowohl von Teamseite als auch von Daniels Seite", so Abiteboul in einer am 8. Mai veröffentlichten Ausgabe des Vodcasts des britischen Pay-TV-Senders Sky.

Dem Franzosen dürfte da aber schon gedämmert sein, dass die berühmt-berüchtigte "Silly Season" dieses Jahr etwas turbulenter als sonst verlaufen könnte: "Die 'Silly Season' hat wegen des Coronavirus zum ersten Mal überhaupt schon begonnen, bevor die eigentliche Rennsaison begonnen hat!"

Die Umstände seien daher "eigenartig". Der ursprüngliche Plan war, ein paar Rennen verstreichen zu lassen, zu schauen, wo man steht - und dann über eine Vertragsverlängerung zu sprechen. Jetzt muss Renault trotz Coronakrise "schon über die Zukunft nachdenken", sagt Abiteboul und ergänzt: "Ich glaube, dass wir gemeinsam bessere Ergebnisse als bisher erreichen können. Das ist das Ziel."

Renault: 2021 hätte das große Jahr werden sollen ...

"Wir haben eine Strategie. Der ursprüngliche Plan war, substanziell ins 2021er-Auto zu investieren. Jetzt haben sich die neuen Regeln um ein Jahr auf 2022 verschoben. Das bedeutet nicht, dass wir dieses und nächstes Jahr schon abschreiben. Denn für uns ist ganz klar, dass wir wollen, dass Daniel Teil dieser Konstruktion bleibt."

Ein Wunsch, der nun geplatzt ist. Dabei hat Renault bei der Verpflichtung des siebenmaligen Grand-Prix-Siegers im Sommer 2018 sogar Esteban Ocon abgesagt, der ironischerweise nun Teamkollege von Ricciardo ist - und das Füllhorn aufgemacht: Aufgrund eines Gerichtsverfahrens ist bekannt, dass die Jahresgage bei rund 25 Millionen Euro lag.

Wer Ricciardo ersetzen wird, steht laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' noch nicht fest. Formel-1-Experte Martin Brundle kann sich ein Comeback von Fernando Alonso bei Renault vorstellen - zum dritten Mal nach 2002 bis 2006 und 2008 bis 2009. Was plausibel ist: Branchenkenner unterstellen Alonso, um jeden Preis wieder Formel 1 fahren zu wollen.

Abiteboul: Renault-Team ist größer als Ricciardo

Abiteboul: "Der Fokus muss in den nächsten zwei Jahren unser Material sein, um sicherzustellen, dass jeder Fahrer, der in Zukunft für uns an den Start gehen wird, die besten Chancen hat, die Erwartungen von Renault spätestens ab 2022 zu erfüllen."

"Wir kommen von guten Wintertests, haben aber absolut keine Antworten darauf, wie schnell unser Auto tatsächlich ist. Ich wüsste gern mehr. Aber wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir zu tun haben, was das Beste für das Team ist. Da steht das Team an erster Stelle, vor Einzelpersonen. Das schließt auch Daniel mit ein."

Abiteboul erwähnt in dem Interview auch die Renault-Nachwuchsakademie, "in die wir viel investiert haben. Ziel dieser Akademie war, 2021 ein Talent in die Formel 1 zu bringen. Das ist nächstes Jahr." Aber von den aktuell sechs Youngsters drängt sich keiner für eine unmittelbare Beförderung auf. Am nächsten dran sind noch die Formel-2-Fahrer Christian Lundgaard und Zhou Guanyu.

Ein Akademie-Fahrer könnte laut Abiteboul "auch eine Option" sein. Er schränkt aber ein: "Ob es eine ist, die wir wahrnehmen werden, werden wir sehen. Aber wir können nicht die ganze Zukunft von Renault von einer Person abhängig machen. Das ist sicher. Auch wenn mir diese eine Person sehr wichtig ist."

Mit Bildmaterial von LAT.

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