Renault mehr unter Druck: Willkommen bei den Big Boys!

geteilte inhalte
kommentare
Renault mehr unter Druck: Willkommen bei den Big Boys!
Autor: Dominik Sharaf
Co-Autor: Adam Cooper
30.03.2018, 09:34

Die hohen Erwartungen der Franzosen sind in Melbourne teils gedämpft worden, doch Teamchef Abiteboul lobt Auto und Fahrer - und tritt gegen die Ex-Piloten nach

Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18
Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team R.S. 18
Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team R.S. 18
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18 pit stop
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team on the drivers parade
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18, leaves the pits
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18

Nach zwei Saisons, in denen die reaktivierte Renault-Werksmannschaft leistungsmäßig so wankelmütig war wie kaum ein anderes Team der Szene, stabilisiert sich die Truppe von Nico Hülkenberg endlich - das meint zumindest Teamchef Cyril Abiteboul nach dem siebten und zehnten Platz beim Formel-1-Auftakt in Australien. Doch er warnt gegenüber 'Motorsport.com 'davor, den hart erarbeiteten Erfolg als ein Ruhekissen zu begreifen: "Wir dürfen nicht mehr nachlassen", betont er.

Renault hat sich nach eigener Aussage davon verabschiedet, sich wie noch 2015 mit Privatiers wie Sauber und Williams darum zu balgen, nicht das Schlusslicht des Feldes zu markieren. Laut Abiteboul ist es im dritten Jahr nach dem Comeback das Ziel, bester Verfolger der drei Topteams zu sein. "Hoffentlich lassen wir Haas hinter uns und kämpfen weiter mit McLaren", blickt er auf kommende Grands Prix und zeigt sich optimistisch: "Wir sind gut gestartet, was uns zuversichtlich stimmt."

Erfreulich für Renault: Technische Defekte gab es - abgesehen von einem Problem mit der Trinkflasche bei Carlos Sainz im Rennen - in Melbourne keine. Ergo können sich die Ingenieure darauf konzentrieren, die Leistung des R.S.18 zu verbessern anstatt ihm Kinderkrankheiten auszutreiben.

Wie schwer ein scheinbar banales Malheur wie das bei Sainz wirkt, wenn es nicht mehr um Rang 17, sondern um einen Platz unter den Top 10 geht, begreift Abiteboul als einen "Beweis dafür, dass wir uns in der Hackordnung weiter nach vorne arbeiten". Er sagt: "Alles wird wichtiger, von den Boxenstopps über die Strategie bis zur Zuverlässigkeit, die ein Muss ist - und klar, die Leistung."

Von der kernigen Ansage, dass man 2017 seinen Antriebskunden Renault attackieren wolle, distanziert man sich nach dem ersten Rennen allerdings. Rund 1,6 Sekunden Rückstand im Melbourne-Qualifying von Nico Hülkenberg auf Max Verstappen haben Renault kleinlaut gemacht: "Es entspricht unserem Saisonziel und unseren Erwartungen nach den Testfahrten", kommentiert Abiteboul das Kräfteverhältnis, um doch etwas Enttäuschung anklingen zu lassen: "Mehr aber auch nicht."

Von einem Journalisten darauf angesprochen, ob der Rückstand auf die Spitze (auf Mercedes fehlten über 2,3 Sekunden) "demoralisierend" wäre, antwortet Hülkenberg: "Kann ich nicht behaupten - es wäre eine schlechte Schlagzeile." Er habe schon wegen der Eindrücke aus Barcelona damit gerechnet, dass es für ganz vorne nicht reichen würde. Abiteboul sieht im Renntrimm trotzdem die Chance, mit den Platzhirschen der Szene zu konkurrieren - und erinnert an Australien.

"Schön, dass wir nun Piloten haben, die Druck von Bottas oder Alonso bekommen und ihm standhalten. Wir haben ihnen ein Auto gegeben, um das zu bewerkstelligen", sagt der Teamchef. Eine Aussage, die auch als Spitze gegen den den gefeuerten Jolyon Palmer und den in Ungnade gefallenen Kevin Magnussen begriffen werden kann, selbst wenn Abiteboul anmerkt: "Aber natürlich war das Überholen auch sehr schwierig." Er wünscht weitere Spitzenleistungen von Hülkenberg und Sainz: "Sie müssen sich weiter so stark präsentieren, denn sie sind bei den Big Boys angekommen."

Nächster Formel 1 Artikel
Warum die Vorderradaufhängung des SF71H Kimi Räikkönen liegt

Previous article

Warum die Vorderradaufhängung des SF71H Kimi Räikkönen liegt

Next article

"Wir hatten Kontakt": F1 TV mit Marc Surer und Sascha Roos?

"Wir hatten Kontakt": F1 TV mit Marc Surer und Sascha Roos?