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Renault: Motorstrafen drohen bereits in Spa und Monza

Renault-Teammanager Cyril Abiteboul bestätigt, dass der französische Motorhersteller bald eine weitere Ausbaustufe (C-Spec) einführen werde

Renault: Motorstrafen drohen bereits in Spa und Monza

Alle vier Renault-betriebenen Piloten werden in den kommenden Rennen mit weiteren Motorstrafen konfrontiert sein. Sowohl die Werkspiloten des Herstellers wie auch die McLaren-Fahrer könnten bereits bei den ersten Rennen nach der Sommerpause in den Genuss der C-Spec kommen.

Nico Hülkenberg, Daniel Ricciardo, Carlos Sainz und Lando Norris mussten bereits Strafen in dieser Saison in Kauf nehmen, die Einführung einer weiteren Ausbaustufe würde für diese vier Fahrer bedeuten, dass sie ein Rennen wohl vom Ende der Startaufstellung in Angriff nehmen müssen.

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"Wir werden Strafen nach der Sommerpause sehen, das wissen wir", bestätigt Renault-Teammanager Cyril Abiteboul gegenüber 'Motorsport.com'. "Leider war das bereits seit Bahrain unser Plan, seit Melbourne bei Carlos, als er das Problem mit der MGU-K hatte." Dadurch verlor der Spanier einen kompletten Motor schon zu Saisonbeginn.

Eine letzte Ausbaustufe wird Renault noch einführen

Immer wieder wurden die Renault-Fahrer von Zuverlässigkeitsproblemen getroffen. Zuletzt Lando Norris und Daniel Ricciardo im Grand Prix von Deutschland. "Wir wissen, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen und dass wir ein paar Strafen einstecken müssen."

Abiteboul kündigt an, dass Renault in dieser Saison noch eine Ausbaustufe, die C-Spec, einführen werde. Dafür werden Strafen fällig werden. "Ich will nicht bestätigen, wann und für wen die Ausbaustufe kommen wird, aber damit sind Strafen vorprogrammiert - und ein wenig extra Power."

Sollte sich der Hersteller für einen gewöhnlichen Zugang entscheiden, dann würde das bedeuten, dass je ein Pilot der beiden Teams bereits in Belgien einen neuen Motor eingebaut bekommt. Auf der Ardennen-Achterbahn ist Überholen möglich und unvorhersehbare Verläufe nichts Ungewöhnliches.

 

Foto: Steven Tee / LAT Images

Die anderen beiden würden den C-Spec-Motor in Italien eingebaut bekommen, wo Power auf den langen Geraden gefragt ist. Das würde auch bedeuten, dass Renault Strafen in Singapur vermeiden könnte - einer Strecke, auf der Überholen praktisch unmöglich erscheint.

"Das möchte ich nicht bestätigen, weil wir das noch nicht einmal mit McLaren abgeklärt haben und die Motoren werden in diesen Minuten gerade erst gebaut." Für Abiteboul scheint wichtig, dass die Motoren "ordentlich" gebaut werden, um weitere Zwischenfälle tunlichst zu vermeiden.

Sollte sich Renault tatsächlich an diesen Plan halten, dann wären die Fahrer im letzten Saisondrittel nicht mehr von Strafen beeinträchtigt. Dann könnten Zuverlässigkeitsprobleme, die sowohl an der A- als auch an der B-Spec aufgetreten sind, der Vergangenheit angehören.

Rolle rückwärts: Ricciardo wieder mit A-Spec unterwegs

Abiteboul konnte bezüglich des Ausfalls von Lando Norris in Hockenheim bestätigen, dass es sich um ein Nebenaggregat handelte, das nun modifiziert werde. "Das ist ein kleines Teil, das zum Ausfall geführt hat. Das lag im Bereich unserer Verantwortung, die wir auch wahrnehmen."

Änderungen werden allerdings womöglich nicht dieses Wochenende schlagend werden. "Wir werden aber sicherstellen, dass wir keine ähnlichen Vorkommnisse an diesem Wochenende erleben werden. Der Motor hat nicht gelitten und wird wieder eingesetzt werden."

Der Franzose hat angedeutet, dass in Ungarn beide Teams zurück zu älteren A-Spec-Antrieben wechseln könnten, die noch im Pool des jeweiligen Fahrers sind. So könnte man Schwächen der B-Spec, wie eben Norris' Ausfall gezeigt hat, umgehen.

"Wir haben verschiedene Ausbaustufen an Motoren mit dabei, derzeit zwei verschiedene. Ich will nicht ins Detail gehen, aber wir sind in der Lage, den bestmöglichen Motor zu fahren - aus Sicht der Performance und der Zuverlässigkeit."

Daniel Ricciardo hat bestätigt, dass er am Freitag mit der A-Spec im Heck unterwegs war. Auf einem Kurs wie dem Hungaroring wirkt sich eine solche Maßnahme weniger stark aus als auf einer Power-Strecke. "Ich bin heute mit Spec A gefahren. Gestern war der Plan, im Rennen mit Spec A zu fahren. Ich denke nicht, dass sich daran was geändert hat."

Der Australier bestätigt: "Auf einer Power-Strecke hätten wir den B reingeschraubt. Ist Ungarn aber nicht." Seinen Ausfall konnte Renault bereits aufklären: "Im Auspuff war ein kleiner Riss, der zu einem Hydraulikleck geführt hat. Dadurch stieg der viele Rauch auf. Das hatte nichts mit dem Motor an sich zu tun."

Entwarnung also für Ricciardo, der den Motor wieder verwenden können wird. Entwarnung konnte Abiteboul auch nach dem LKW-Unfall eines Renault-Trucks geben, der auf dem Weg nach Ungarn auf der M1 verunfallte. "Wir vergessen oft, dass in jeder Saison hunderttausende Kilometer zurückgelegt werden. So etwas kann da schon mal passieren."

Der Lenker des LKW sei wohlauf, freut sich Abiteboul. Der Inhalt des Trucks habe mit der Motorenabteilung zu tun gehabt, bestätigt er. "Da wurde aber nichts beschädigt. Solche Sachen passieren und zum Glück hatte der Unfall keine schwerwiegenden Folgen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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