Ricciardo: "Sehe mich als schnellsten Fahrer"

Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo schätzt sich selbst als den Schnellsten im Fahrerfeld 2018 ein und spricht über die Schattenseiten des Erfolgs


Er ist die Frohnatur des Formel-1-Fahrerlagers und hat - fast immer - ein Lächeln im Gesicht: Daniel Ricciardo. Doch der Australier verbreitet nicht nur gute Laune, sondern er ist auch ein Kandidat für das Siegertreppchen. Der Red-Bull-Pilot zählt sich selbst zu den schnellsten Piloten im aktuellen Formel-1-Feld - und er geht sogar noch weiter: Ricciardo glaubt, dass er der Schnellste der 20 Fahrer ist.

Im Natalie Pinkhams Podcast 'In The Pink' erklärt der 28-Jährige selbstbewusst, wo er sich im Vergleich zu Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Co. sieht und welches Ziel er sich selbst setzt: Formel-1-Weltmeister zu werden. "Ja. Das erwarte ich von mir selbst", sagt er. "Wenn ich das Werkzeug dafür bekomme, dann erwarte ich auch von mir, dass ich abliefere."

Beim Saisonauftakt in Melbourne kam der Australier von Startplatz acht auf Platz vier nach vorne, und lag damit hinter Hamilton, Vettel und Kimi Räikkönen - aber zwei Positionen vor seinem Teamkollegen Max Verstappen. Es ist also noch Luft nach oben, um auch in der Ergebnisliste der Schnellste zu sein. 20 Rennen hat er in der Saison 2018 noch Zeit, um dies unter Beweis zu stellen. Die nächste Chance bietet sich bereits am kommenden Wochenende beim Großen Preis von Bahrain (8. April).

Vom No-Name zum Titelkandidaten

Als Ricciardo 2011 sein erstes Formel-1-Rennen mit dem spanischen HRT-Team bestritt, war er ein relativ unbeschriebenes Blatt in der Königsklasse und hätte er sich vermutlich nicht getraut, diese Aussage zu treffen. Kaum jemand kannte ihn zu der Zeit und der Mann aus Perth konnte noch unerkannt zum Einkaufen gehen.

Spätestens seit seinem Wechsel zu Toro Rosso 2012 ist damit Schluss. Doch der Strahlemann liebt den Trubel um ihn und für seine Fans nimmt er sich gerne Zeit. "Wenn jemand beim Einkaufen auf mich zukommt und mir sagt, dass er ein großer Fan von mir ist und ich sein Vorbild bin, dann freut mich das sehr", erzählt er.

Doch der Ruhm hat auch seine Schattenseiten: "Aber, wenn man immer wieder erkannt wird, dann wird einem ein Teil der Privatsphäre genommen." Am ehesten wird der Red-Bull-Pilot in seiner Heimat Australien erkannt, und natürlich in Europa, wo es viele Formel-1-Anhänger gibt.

In einem Land kann er auf der Straße spazieren gehen, ohne große Aufmerksamkeit zu bekommen: in Amerika. Ricciardo glaubt zu wissen, warum das so ist. "In Amerika gibt es viele Sportarten und Hollywood-Stars. Auch, wenn ich Formel-1-Weltmeister sein würde, wäre ich dort wohl ein Niemand." Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das Interesse an der Formel 1 - abgesehen vom Rennen in Austin - eher gering.

Wenn Ricciardo seine letzten Kritiker davon überzeugt, dass er tatsächlich der schnellste Fahrer im Feld ist und den heiß begehrten Weltmeistertitel in der Formel 1 gewinnt, dann dürfte sein Bekanntheitsgrad noch einmal steigen - vielleicht auch in Amerika.

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