Ricciardo sieht "veränderte Mentalität" beim Thema Sicherheit in der Formel 1

Daniel Ricciardo ist der Meinung, dass die Formel 1 die richtige Balance zwischen einem gewissen Maß an Gefahr und dem Schutz der Fahrer gefunden hat

Ricciardo sieht "veränderte Mentalität" beim Thema Sicherheit in der Formel 1

Der Grand Prix von Belgien 2021 war das erste Rennen in der 71-jährigen Geschichte der Formel-1-Weltmeisterschaft, bei dem aufgrund des Wetters keine fliegenden Runden absolviert wurden. Das hat eine Debatte über Fahrer ausgelöst, die in früheren Epochen unter ähnlich schwierigen Bedingungen Rennen gefahren sind.

Angesprochen auf die Tage von Stirling Moss und die Behauptung, dass der Sport immer ein Element der Gefahr enthalten sollte, betont McLaren-Pilot Daniel Ricciardo jedoch, dass sich die Zeiten im Vergleich zu damals geändert hätten.

"Ich meine, es gibt definitiv eine veränderte Mentalität", sagt er. "Natürlich war ich in dieser Ära nicht dabei, aber es war irgendwie normal, dass es in diesem Sport Todesfälle und all das gab. Ich bin mir sicher, dass es sehr schwer zu akzeptieren war, aber vielleicht wurde es auch erwartet, weil es regelmäßiger vorkam."

Ricciardo: "Aber wenn es um Leben und Tod geht..."

"Heute, mit dem Wissen, das wir haben, oder zumindest mit dem, was ich habe, wäre ich in den 1960er Jahren Rennen gefahren? Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, nein. Am Ende des Tages ist es ein Sport, also mögen wir das Risiko. Aber wenn es um Leben und Tod geht, dann glaube ich nicht, dass das etwas wert ist."

Ricciardo verwies auch auf den Qualifying-Unfall seines McLaren-Teamkollegen Lando Norris als Beweis dafür, dass die Fahrer immer noch Risiken eingehen und schwere Unfälle haben können. Norris war in Q3 in Eau Rouge in die Leitplanken eingeschlagen, kam aber zum Glück mit Prellungen glimpflich davon.

"Wenn man sich den Unfall von Lando ansieht, dann zeigt es, dass man immer noch einen großen Unfall haben kann", betont Ricciardo. "Die Bedingungen zu dieser Zeit waren okay, am Limit, aber offensichtlich okay genug, um grünes Licht zu bekommen."

Verhältnisse in Spa: Nicht nur die Sicht war das Problem

"Ich denke, dass wir immer noch in einem gefährlichen Sport konkurrieren und am Rande der Gefahr spielen", sagt der McLaren-Pilot weiter. "Aber es gibt diese eine Art von Gefahr und Unsicherheit und dann gibt es natürlich das Extrem, bei dem die Leute unnötigerweise per Helikopter von hier weggebracht werden."

Die Bedingungen am Sonntag waren laut Ricciardo so schlecht, dass die Fähigkeiten des Fahrers kaum eine Rolle gespielt hätten, um auf der Strecke zu bleiben: "Ich versuche hier nicht, klug zu klingen, es ist wahrscheinlich nur der einfachste Weg für mich, die Nachricht zu übermitteln - es ist ein bisschen wie Physik."

"Das Auto bleibt einfach nicht auf der Straße - nicht bei 100 Prozent Sicht, ganz zu schweigen von fünf Prozent. Man kommt also an einen Punkt, an dem es nicht mehr um Können geht, sondern buchstäblich darum, dass das Auto nicht auf der Strecke bleibt."

Wann Ricciardo seinen Rennhelm an den Nagel hängt

Auf die Frage, ob er seinen Job auch machen würde, wenn er nicht bezahlt würde, sagt Ricciardo: "An Tagen wie diesen? Ja. Vielleicht ist es das Alter, das aus mir spricht, aber ich stelle mir diese Frage, und die Antwort ist ja, und ich denke, der Tag, an dem die Antwort nein ist, ist der Tag, an dem ich aufhören muss zu fahren."

"Ich bin ziemlich gut darin, mich selbst zu hinterfragen. Als Kind habe ich es nie getan, um im Fernsehen zu sein, um Geld zu bekommen, sondern weil ich es liebte. An dem Tag, an dem das Geld oder der Ruhm oder was auch immer überwiegt, werde ich genug Selbstbewusstsein haben, um zu sagen, dass ich damit fertig bin."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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