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Rob Smedley: Warum 2019 Sebastian Vettels bestes Jahr in der F1 war

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Rob Smedley: Warum 2019 Sebastian Vettels bestes Jahr in der F1 war
Autor:
03.06.2020, 05:49

Der langjährige Ferrari-Ingenieur Rob Smedley zählt Charles Leclerc zu den besten Fahrern der Formel 1 und spricht Sebastian Vettel ein dickes Lob aus

Rob Smedley, zwischen 2003 und 2013 Ingenieur bei Ferrari, geht davon aus, dass Sebastian Vettel seine Formel-1-Karriere nach der Saison 2020 beenden oder zumindest pausieren wird - betont aber gleichzeitig, dass 2019 die vielleicht beste Saison des viermaligen Weltmeisters war: "Man wird mich dafür sicher auslachen, aber ich finde, dass 2019 sein bestes Jahr in der Formel 1 war."

"Ich finde nämlich, da musste er sich der größten Herausforderung seiner Karriere stellen. Jeder hat ihn abgeschrieben. Weil es leicht war, das zu tun", so Smedley im Interview mit dem Podcast 'F1 Nation'. Es sei zwar richtig, dass sein gehypter Teamkollege Charles Leclerc "immer besser und besser" werde und dessen Aufstieg "das Ende von Sebastian" bedeutet.

Aber Vettel sei "immer noch ein sehr guter Fahrer", und "ich glaube, am Jahresende haben wir den echten Sebastian Vettel gesehen". Smedley spricht damit vor allem vier Rennen an: Vettels Sieg in Singapur, den technisch bedingten Ausfall in Russland, wo er die erste Phase des Rennens angeführt hatte, sowie die zwei zweiten Plätze in Japan und Mexiko.

Leclerc war in den Wochen davor mit zwei Siegen (Belgien und Italien) aus der Sommerpause zurückgekehrt und avancierte plötzlich zum neuen Superstar der Tifosi. In jener Phase habe Vettel "unter einem Riesendruck wirklich tolle Leistungen gezeigt", findet Smedley. "Er spürte den Druck vom Team und von Charles, gar keine Frage."

Vettel: Nach schwierigem Beginn aufgerafft

"Manchmal machte er einen verlorenen Eindruck. Ich bin mir sicher, das würde er selbst auch zugeben, dass er nicht immer das gezeigt hat, was er sich vorgestellt hat. Besonders am Saisonbeginn. Sowohl im Team als auch im Vergleich zum Teamkollegen. Aber dann hat er sich aufgerafft. Und das macht echte Champions aus."

"Mattia (Binotto, Ferrari-Teamchef; Anm. d. Red.) wird mir da sicher nicht zustimmen, aber ich finde, dass Russland ein Wendepunkt war. Ganz egal, wie und warum er in Führung gegangen ist, aber er traf in seinem Kopf die Entscheidung, dass er da jetzt bleiben würde. Es ist ein Zeichen für die ganz Großen, weil sie in ihrem Streben nach Siegen so unermüdlich sind."

Am Jahresende, sagt Smedley, habe es "ein paar Rennen" gegeben, "da ist ihm nicht alles aufgegangen. Das würde er sicher zugeben." Als konkretes Beispiel nennt er den Grand Prix der USA, wo Vettel mit Aufhängungsschaden aufgeben musste. Man müsse aber auch festhalten: "Charles hat super Arbeit geleistet. Es steht für mich außer Frage, dass er ein totaler Superstar ist."

Man darf, findet Smedley, Vettel nicht am unerfahrenen Formel-1-Aufsteiger Leclerc messen - sondern man müsse Leclerc schon jetzt zu den ganz Großen zählen: "Wenn solche Fahrer daherkommen, drücken sie sofort ihren Stempel auf. Die brauchen keine zwei, drei Jahre, sondern man weiß innerhalb von ein paar Rennen, dass das ein Nummer-1-Fahrer sein wird."

Laut Smedley steht außer Frage, dass Leclerc eines Tages Formel-1-Weltmeister wird: "Die Fragezeichen, die man noch hat, sind: Wird er so erfolgreich sein wie Michael oder Lewis - oder gewinnt er nur eine oder zwei Weltmeisterschaften? Das ist das Fragezeichen bei Charles. Aber das ist ein Luxus-Fragezeichen."

"Charles hat auch keinen Druck. Das Team hat am Jahresanfang noch eine klare Hackordnung festgelegt. Er ist entspannt, macht seine Sache, ist glücklich. Sebastian hatte den ganzen Druck, keine Frage. Ich glaube, so viel Druck hatte er noch nie in seiner Karriere."

Vettel: Kaliber wie Webber und Räikkönen geschlagen

"Er ist gegen gute Fahrer angetreten, auch gegen Weltmeister. Er hat Kimi [Räikkönen] dominiert, und Mark [Webber] war auch keine Schnecke. Trotzdem hat er ihn immer geschlagen. Aber so groß wie 2019 war keine dieser Herausforderungen. Das wegzustecken und wieder zurückzuschlagen, nach einem schwierigen Saisonbeginn: Ich finde, das war eine ganz besondere Leistung."

Vettels vielleicht letzte realistische Möglichkeit, seine Karriere in der Formel 1 fortzusetzen, wäre ein Angebot des derzeitigen Mercedes-Teamchefs Toto Wolff. Doch das Silberpfeil-Werksteam sendet keine Signale aus, dass man sich mit einer Paarung Hamilton-Vettel erneut potenziellen Spannungen wie einst mit Hamilton-Rosberg aussetzen möchte.

Was Smedley schade findet: "Das kann man schon hinkriegen. Ich bin immer der Meinung, dass man die besten Fahrer holen und sich dann hinterher um die Konsequenzen kümmern sollte. Oder im Idealfall klärt man die Fronten schon im Vorhinein", sagt er.

"Mercedes hatte diese Situation ja schon einmal. Das bringt schon Kopfschmerzen fürs Management, keine Frage. Wollen sie sich das nochmal antun, jetzt, wo sie zwischen Valtteri und Lewis eine andere Balance gefunden haben? Bin ich mir nicht sicher."

Eine Variante wie einen Wechsel zu Renault schließt Smedley für Vettel aus: "Meine persönliche Meinung ist, dass wir Sebastian nicht in einem Topcockpit sehen werden, in dem er seine Fähigkeiten zeigen kann. Ich bin mir nicht sicher, ob wir ihn überhaupt weiter sehen werden", befürchtet er.

Mit Bildmaterial von LAT.

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