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Romain Grosjean: Klärendes Telefonat mit Lewis Hamilton

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Romain Grosjean: Klärendes Telefonat mit Lewis Hamilton
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
30.07.2020, 16:11

Romain Grosjean wehrt sich gegen Anschuldigungen, er sei ein Rassist - Ein klärendes Gespräch mit Lewis Hamilton hat zu einem neuen Anlauf in Sachen Protest geführt

Von Uneinigkeit war der bisherige Auftritt des Formel-1-Fahrerfeldes in ihrem Aktivismus und ihrer Unterstützung der Anti-Rassismus-Proteste geprägt. Das hat vor allem Lewis Hamilton nachhaltig verärgert. Ein 45-minütiges Telefonat habe nun einige Missverständnisse zwischen dem Mercedes-Piloten und GPDA-Präsidenten Romain Grosjean ausgeräumt, verrät der Haas-Pilot.

Uneinigkeit herrschte unter den Fahrern vor allem über die Art und Weise des Protests. Grosjean war etwa der Ansicht, dass es nicht notwendig sei, nun vor jedem Rennen als Symbol gegen Diskriminierung auf die Knie zu gehen. Schon zuvor war in Fahrermeetings darüber debattiert worden.

Als Anhänger der BlackLivesMatter-Bewegung zeigte sich Hamilton über diese Diskussionen enttäuscht. Er hätte sich mehr Entschlossenheit und Einigkeit von seinen Kollegen gewünscht. Auf Social Media äußerte er sich vermehrt kritisch.

Grosjean gesteht: Aussagen waren wohl falsch

"Es ist peinlich, dass viele Teams kein öffentliches Bekenntnis zur Vielfalt abgelegt haben oder dass wir keine Zeit finden konnten, vor dem Rennen eine symbolische Geste zur Unterstützung der Anti-Rassismus-Bewegung zu setzen", schrieb er auf Instagram nach dem Grand Prix von Ungarn.

Durch die mangelhafte Organisation wirkten die Szenen vor dem Rennen "gehetzt", wodurch die eigentliche Botschaft "verwässert" werde, so der Brite. Seine Botschaft ist eindeutig: Es kommt nicht darauf an, ob jemand kniet oder steht.

"Aber wir sollten der Welt zeigen, dass die Formel 1 in ihrem Engagement für Gleichheit und Inklusion vereint ist", findet Hamilton. Und er nimmt die Offiziellen, namentlich Liberty Media und die FIA, in die Verantwortung: "Sie müssen mehr tun."

 

 

Denn es werde keine schnellen Lösungen im Kampf gegen Rassismus geben. Daher betont Hamilton: "Wir müssen konzentriert bleiben, das Problem immer wieder hervorheben und die Machthaber zur Rechenschaft ziehen." Diese Botschaft hat er auch seinen Fahrerkollegen vermittelt.

Als Präsident der Fahrervereinigung GPDA hat Grosjean daraufhin versucht, auch jene Piloten zu repräsentieren, die sich mit dem Protest nicht wohlfühlten - was Hamilton ebenso verärgerte. "Er glaubt nicht, dass es wichtig ist. Er gehört zu denjenigen, die denken, dass wir es einmal gemacht haben und es damit genug ist."

Nach einem längeren Telefonat mit Hamilton in der Vorwoche gab der Haas-Pilot vor dem Großbritannien-Rennen schließlich zu, dass seine Aussagen wohl falsch waren. Allerdings haben ihn die vielen Hasskommentare, in denen er als Rassist beschimpft wurde, irritiert und verletzt.

Formaler Protest in Silverstone vor dem Rennen geplant

"Ich hatte ein gutes Gespräch mit Lewis. Ich habe mich entschuldigt. Vielleicht habe ich es falsch rübergebracht", kann er im Nachhinein einsehen. Die GPDA funktioniere aber schließlich nach dem Prinzip der Mehrheit. Er habe sich daher verpflichtet gefühlt, auch jene Fahrer zu hören, die sich mit dem Protest weniger wohlfühlen.

"Ich dachte, als einer der Direktoren müsste ich auch auf jene hören, die damit nicht glücklich sind, sonst würde ich meiner Pflicht nicht nachkommen." Hamilton habe ihn daraufhin an seine Außenwirkung als einer der GPDA-Vorsitzenden erinnert.

"Er meinte, dass die Fahrer auf mich als einer ihrer Direktoren hören würden. Da hatte er wohl recht. Das war ein gutes Telefonat." Einig waren sich die beiden Piloten auch darin, dass die Berichterstattung über die Thematik sehr unglücklich verlaufen war.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton war über die chaotischen Szenen in Ungarn nicht erfreut

Foto: Motorsport Images

"Auf Social Media wurden außerdem viele Dinge über Rassismus geschrieben, auch dass ich ein Rassist sei - was absolut falsch ist", betont Grosjean mit Nachdruck. Daher sei er über die Hasskommentare ganz und gar nicht erfreut gewesen.

"Ich war einer der ersten Fahrer, der das Anliegen unterstützt hat, dass wir auf die Knie gehen. Ich hoffe, dass eines Tages alle 20 Fahrer mitmachen werden." Nach dem chaotischen Ablauf in Ungarn hat die GPDA gemeinsam mit dem Weltmeister mit der FIA und Liberty Media gesprochen, um einen geplanten, formalen Protest in Silverstone zu organisieren.

Das sei gar nicht einfach, betont Grosjean. "Wir müssen an einem Rennwochenende so vieles beachten. Daher wollten wir das mehr unter Anleitung von Liberty stellen und klare Prozesse vor dem Rennen [installieren], so wie das in Österreich beim ersten Rennen auch war."

Vor dem Grand Prix von Großbritannien wird eine ähnliche Zeremonie wie zuletzt in Spielberg erwartet. "Ich denke, das wird passieren. Die Abläufe werden für alle klar sein. Jeder wird wissen, was zu tun ist", hofft Grosjean.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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