Rookie-Training 2022: Was die Formel-1-Stammfahrer dazu sagen

Ab der Formel-1-Saison 2022 sollen die Teams am Freitag verpflichtet werden, Rookies Fahrpraxis zu verschaffen - So denken die Stammfahrer darüber

Rookie-Training 2022: Was die Formel-1-Stammfahrer dazu sagen

Schon ab der kommenden Saison sollen die Formel-1-Teams eine bestimmte Zahl an Freien Trainings für Nachwuchsfahrer reservieren müssen. Damit soll jungen Fahrern, die kein Stammcockpit in der Königsklasse gefunden haben, die Möglichkeit verschafft werden, die Formel-1-Boliden zu testen und ein Gefühl für den Ablauf eines Rennwochenendes zu bekommen.

Die zweite Seite der Medaille, so formulierte es Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali offen, sieht so aus, dass sich die Teams nicht mehr so ausführlich mit ihren Stammfahrern auf das Wochenende vorbereiten können. Damit soll der Spannungsfaktor steigen.

Doch wie denken die aktuellen Fahrer darüber? Denn diese sind es, die direkt betroffen sind, wenn sie künftig am Freitag weniger Trainingseinsätze bekommen. Ferrari-Pilot Charles Leclerc hat selbst vor seiner aktiven Karriere in der Formel 1 Freitagstests für das Sauber-Team absolviert und von einem solchen System, das damals aber noch nicht vorgeschrieben war, profitiert.

Keine Rookies im F1-Feld 2022?

"Als Formel-1-Fahrer ist das in meiner Position natürlich nicht ideal. Aber auf der anderen Seite denke ich, dass es für den Sport großartig ist, jungen Fahrern die Chance zu geben, zu zeigen, wozu sie fähig sind", sagt der 23-Jährige. Zudem sei es für die Teams besser, einen konkreten Einblick in die Leistungsfähigkeit der Nachwuchsfahrer zu bekommen.

Bislang stehen 19 der 20 Cockpits für die Saison 2022 fest, ein Rookie ist darunter nicht zu finden. Während Red Bull im Zweifel seine Nachwuchsfahrer bei AlphaTauri unterbringen kann, haben Junioren von Ferrari oder Alpine einen schwereren Stand.

Die Scuderia fand keinen Platz für Callum Ilott oder Robert Schwarzman. Bei Alpine dürfen Guanyu Zhou und Oscar Piastri zwar noch auf das zweite Cockpit bei Alfa Romeo hoffen, doch mindestens einer von ihnen wird auch im kommenden Jahr nicht in der Formel 1 fahren. Zhou absolvierte in diesem Jahr bereits einen Freitagseinsatz für Alpine.

Sainz und Leclerc: Wenn es alle trifft, ist es eine gute Idee

Gerade für Fahrer, die vielleicht auch gar nicht mehr in der Formel 2 oder anderen Nachwuchsklassen fahren dürfen, ist Fahrpraxis auf hohem Niveau wichtig. Piastri etwa ist aktuell Gesamtführender in der Formel 2, sollte er die Meisterschaft gewinnen, ist er im kommenden Jahr nicht mehr startberechtigt.

Besonders solchen hauseigenen Junioren soll die Regeländerung zugutekommen. Leclerc und auch Teamkollege Carlos Sainz ist es wichtig, dass alle Stammfahrer den gleichen Nachteil über die Saison haben. "Wenn das jeder machen muss, dann ist das kein Problem, und ich finde es fair. Ich denke, es ist wichtig, den jungen Fahrern eine Chance zu geben", sagt Sainz.

Er betont: "Heutzutage gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten, aber gleichzeitig gibt es die Ferrari-Fahrerakademien und die Red-Bull-Akademien, die ebenfalls gute Arbeit leisten, um Fahrer durch das System zu bringen. Ich glaube nicht, dass eine Session ihr Leben verändern wird, aber es ist eine Session, in der sie im Rampenlicht stehen, vor all den Kameras und all dem."

Ocon wünscht sich drittes Auto für den Freitag

Aus eigener Erfahrung spricht auch Esteban Ocon, der einst für Lotus einige Freie Trainings bestritt. Diese seien eine gute Gelegenheit für die jungen Piloten. "Aber die meisten Jungs, die in die Formel 1 kommen und nicht genau in diesem Moment einen Sitz bekommen, haben nicht die Chance, ein aktuelles F1-Auto zu fahren. Das ist großartig für sie", sagt er.

Der Alpine-Pilot geht sogar noch einen Schritt weiter. Er würde es begrüßen, wenn es generell ein drittes Auto für die Nachwuchsfahrer gebe, zumindest für den Freitag. "Um ehrlich zu sein, würde ich es vorziehen, wenn sie ein drittes Auto hätten, das im ersten Training eingesetzt wird und mit dem sie mit uns fahren könnten. Das wäre viel besser", meint er.

Die Idee eines permanenten dritten Autos für die Teams, um das Starterfeld aufzufüllen und Rookies mehr Chancen zu verschaffen, hatte bereits Mercedes-Teamchef Toto Wolff ins Spiel gebracht. Allerdings hagelte es daraufhin Kritik gerade der kleinen Teams, die ausufernde Kosten befürchten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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