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Ross Brawn: Haben nicht geglaubt, dass es so schnell geht

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Ross Brawn: Haben nicht geglaubt, dass es so schnell geht
Autor:
14.03.2020, 08:06

Formel-1-Sportchef Ross Brawn gibt zu, dass die Coronakrise die Formel 1 schneller getroffen hat, als man gedacht hatte - Keine Anzeichen beim Reiseaufbruch

Dass die Formel 1 im Umgang mit der Coronakrise kein besonders gutes Bild abgegeben hat, da sind sich Experten und Fans gleichermaßen einig. Erst als die Fans am Freitag schon zu Tausenden an die Strecke strömten, wurde ihnen mitgeteilt, dass der Event abgesagt wird - rund zwölf Stunden nachdem sich McLaren aufgrund eines positiven Coronatests zurückgezogen hatte.

Viele fragen sich, warum die Formel 1 überhaupt erst nach Australien gereist ist. Auch Lewis Hamilton sagte am Donnerstag, dass er überrascht sei, dass alle in Melbourne sind. Doch für Formel-1-Sportchef Ross Brawn gab es keinen Grund, den Event früher abzusagen. Er gibt zu, dass die Verantwortlichen nicht geglaubt hätten, dass das Problem so schnell so groß wird.

"Als wir entschieden haben, dass wir das Rennen fahren, sah es damals noch ein wenig anders aus als jetzt", sagt der Brite gegenüber 'formula1.com'. "Und was wohl jeden überrascht hat, ist die rapide Ausbreitung des Problems, die Eskalation der Fälle in Ländern wie Italien zum Beispiel. Das hätte wohl niemand erwarten oder vorhersagen können."

Stimmung kippte in den vergangenen Tagen

Italien war in den vergangenen Tagen einer der größten Krisenherde in Sachen Coronavirus. Zunächst wurden nur einige Bereiche des Landes abgeriegelt, mittlerweile betrifft es den kompletten Staat. Über der Teilnahme von Ferrari, AlphaTauri und auch Pirelli standen Fragezeichen.

Fans queue at the closed gates

Fans queue at the closed gates

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

"Ich habe mit Mattia Binotto von Ferrari sehr oft in den vergangenen Wochen gesprochen. Seine Stimmung änderte sich in den vergangenen fünf oder sieben Tagen aufgrund der Lage in Italien", sagt Brawn.

Doch da war die Formel 1 schon längst auf dem Weg nach Melbourne. Die Seefracht wird rund drei oder vier Wochen vor dem Rennen verschifft, sodass eine Umkehr nicht mehr möglich war. Und auch als die Crews und Fahrer sich auf den Weg machten, sah alles noch ganz gut aus.

Brawn: "Wir waren optimistisch"

"Wir waren optimistisch, dass wir das durchstehen, dass die Formel 1 beginnt und wir hier ein tolles Rennen haben können", sagt Brawn. Vor allem wollte man den betroffenen Menschen ein wenig Erleichterung in den schweren Zeiten bringen. Bis Donnerstag sah es auch noch so aus, als würde das möglich sein.

Fotostrecke
Liste

Esteban Ocon mit Gesichtsmaske

Esteban Ocon mit Gesichtsmaske
1/9

Foto: Steven Tee / Motorsport Images

Die Angst geht um im Formel-1-Fahrerlager von Melbourne: Erste Coronavirus-Verdachtsfälle sind gemeldet, einige Teammitglieder bereits in Quarantäne. Auf den folgenden Bildern zeigen wir, wie die Formel 1 vor Ort mit der COVID-19-Situation umgeht.

Mehr Abstand als sonst

Mehr Abstand als sonst
2/9

Foto: Sam Bloxham / Motorsport Images

Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas etwa hielt bei seiner Ankunft im Fahrerlager am Donnerstag teilweise bewusst Abstand zu den Fans.

McLaren-Boss schreibt

McLaren-Boss schreibt
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Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

McLaren-Boss Zak Brown wiederum ging "auf Tuchfühlung" und schrieb sogar Autogramme - mit den Stiften der Fans.

Menschenansammlungen meiden?

Menschenansammlungen meiden?
4/9

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Menschenansammlungen meiden? Das wird schwierig am Rennwochenende in Melbourne - wie hier beim Pitwalk in der Boxengasse.

Gesichtsmasken im Publikum

Gesichtsmasken im Publikum
5/9

Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Immer wieder sind einzelne Personen mit Gesichtsmaske im Fahrerlager zu sehen, hier auch im Publikum.

Fotograf mit Maske

Fotograf mit Maske
6/9

Foto: Sam Bloxham / Motorsport Images

Auch Renault-Fahrer Esteban Ocon kam mit Maske zur Arbeit am Medientag vor dem Formel-1-Auftakt, genau wie dieser Pressevertreter.

Neue Verhaltensregeln?

Neue Verhaltensregeln?
7/9

Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

McLaren-Fahrer Carlos Sainz muss sich offenbar erst noch an die empfohlenen Schutzmaßnahmen gewöhnen: "Hände aus dem Gesicht!"

Desinfizieren, bitte!

Desinfizieren, bitte!
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Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Williams-Pressedame Ann Bradshaw und ihr Kollege nutzen eine der neuen Desinifizierstationen im Fahrerlager in Melbourne.

Mehr Distanz!

Mehr Distanz!
9/9

Foto: Erwin Jaeggi

Red Bull wiederum hat für seine Fahrerinterviews eine regelrechte Schutzzone errichtet, die weitaus größer ist als sonst. Einige Medientermine der Formel-1-Teams wurden auch schon komplett gestrichen.

"Sobald allerdings der erste Fall aufgetreten war und ein Team daraufhin nicht mehr fahren konnte, hatten wir ein Problem, das wir adressieren mussten", so der Sportchef. Die Absage ließ sich daraufhin nicht mehr vermeiden.

Dass es jetzt aber soweit kam, ist für Brawn ärgerlich. "Wir waren sehr erpicht darauf, das Rennen auszutragen", betont er. Denn ein Formel-1-Rennen ist nicht nur Unterhaltung für die Fans, sondern hat auch einen großen Einfluss auf die Wirtschaft vor Ort. "Und wir haben natürlich auch auf unsere eigene Firma einen Einfluss, die Formel 1 muss funktionieren. Wir müssen es am Laufen halten", so Brawn.

Das hat die Formel 1 so lange wie möglich versucht. Am Ende vergeblich.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Melbourne
Urheber Norman Fischer