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Rückblick: Das erste Formel-1-Rennen in Zandvoort 1952

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Rückblick: Das erste Formel-1-Rennen in Zandvoort 1952
Autor:
Übersetzung: Norman Fischer
02.05.2020, 12:03

1952 stand Zandvoort das erste Mal im Kalender der Formel 1: Ferrari dominierte das Wochenende und deklassierte im Qualifying seine Gegner um fünf Sekunden

Wenn die Formel 1 zurück nach Zandvoort kehrt, dann werden bei vielen Fans Erinnerungen wach. Die reichhaltige Historie ist die große Attraktion des Kurses, der bereits 1952 im Formel-1-Kalender auftauchte. Doch wie war damals das erste Rennen Mitte des vergangenen Jahrhunderts?

Das erste Rennen im Rahmen der Formel-1-Weltmeisterschaft war jedoch nicht der erste Grand Prix auf dem Kurs in Nordholland. Bereits 1948 fand das Rennen erstmals statt, damals noch unter dem Namen Großer Preis von Zandvoort. Zwei Jahre später wurde es in den Großen Preis der Niederlande umbenannt. 1952 stieß man dann zur jungen Formel-1-Weltmeisterschaft.

Im dritten Jahr der Automobil-WM wurden lediglich acht Grands Prix ausgetragen. Abgesehen vom Rennen in Indianapolis fand der gesamte Wettbewerb in Europa statt - inklusive Zandvoort. Weltmeister wurde damals der Italiener Alberto Ascari mit Ferrari. Der 34-jährige Milanese startete auch in Zandvoort von der Pole-Position aus, neben ihm Giuseppe Farina und Mike Hawthorn.

Cooper-Pilot Hawthorn stand auf Rang drei zwar ebenfalls in der ersten Reihe, gegen die beiden überlegenen Ferrari konnte aber niemand mithalten. In den Niederlanden holte das Team bereits seine insgesamt neunte Pole-Position. Ascari düpierte die Konkurrenz um mehr als fünf Sekunden, selbst Farina hatte bereits 2,1 Sekunden Rückstand - undenkbar heute.

Einen Einfluss auf die Meisterschaft hatte das jedoch ohnehin nicht mehr: Ascari hatte bereits in Deutschland zwei Wochen zuvor genügend Punkte geholt, um den Titel zu holen.

Das Rennen selbst war zwar der erste offizielle Formel-1-Auftritt, technisch gesehen war es aber eigentlich gar kein Formel-1-Rennen. Denn die damaligen Rennen wurden nach dem Formel-2-Reglement abgehalten.

Ferrari dominiert im Rennen

Beim siebten Rennen der Meisterschaft traten auch zwei Niederländer an: Jan Flinterman und Dries van der Lof. Maserati setzte in diesem Rennen neben Chico Landi und Gino Bianco einen dritten A6GCM für Flinterman ein, und auch HWM fuhr mit drei Autos - eines für van der Lof.

Während des Rennens wurde wieder einmal klar, wie kraftvoll die Ferraris waren. Ascari blieb am Start in Führung, dahinter wurde Farina von Hawthorn mit einem Blitzstart überholt. Eine einzige Runde konnte der Cooper-Pilot vorne bleiben, bevor Farina wieder vorbeiging. Später zog auch der dritte Ferrari von Luigi Villoresi nach, der sich von einer Verletzung erholt hatte.

Alberto Ascari

Alberto Ascari war beim Rennen in Zandvoort bereits Weltmeister

Foto: Motorsport Images

Nach etwas mehr als zehn Runden bekamen einige Fahrer Probleme. Der Belgier Paul Frere blieb mit einem Kupplungsproblem liegen, Ken Downing verlor Öldruck. Flinterman bekam ein Problem mit dem Differenzial, durfte aber den Maserati von Landi weiterfahren. Nach 83 Runden kam er als Neunter ins Ziel.

Van der Lof war zwar noch im Rennen, doch einige längere Boxenstopps sorgten dafür, dass er am Ende nicht in die Wertung kam. Zuverlässigkeit war 1952 noch kein großes Thema: Von den 18 Teilnehmern kamen nur zehn ins Ziel - inklusive Flinterman und Landi, die sich das Auto geteilt hatten.

Altes versus neues Layout

Der damalige Kurs ist mit dem heutigen Layout fast nicht mehr zu vergleichen. Bis zum letzten Grand Prix der Niederlande 1985 benutzte die Formel 1 das Original-Layout, das mit den Jahren etwas modifiziert wurde: mit der Marlboro-Schikane nach der Scheivlak und der Panorama-Schikane nach Tunnel Oost.

Das Rennen am 17. August 1952 wurde auf einer 4,193 Kilometer langen Strecke gefahren, bei der die Schikanen noch nicht existent waren. In Sachen Länge hat sich nicht viel geändert, denn mittlerweile ist man bei 4,3 Kilometern angekommen.

Der Streckenverlauf wurde 1999 jedoch zu großen Teilen umgebaut. Bekannte Abschnitte wie die Tarzanbocht, Gerlachbocht, Hunserug und Scheivlak haben den Umbau überlebt, aber Tunnel Oost, wo Piers Courage und Roger Williamson verstarben, verschwand. Stattdessen führt die Strecke an der ehemaligen Marlborobocht mehr nach rechts. Aufgrund des Tabakwerbeverbots wurde die Kurve in Masters-Kurve umbenannt.

Zandvoort

Beim Layout hat sich in den vergangenen Jahren eingies geändert

Foto: LAT

Eine neue schärfere Rechtskurve führt in eine Kurve, die 180 Grad nach links geht und in einer Gerade mündet, die parallel zu Hunserug und Rob-Slotemaker-Bocht verläuft. Nach dem Audi-S, der Kumhobocht und der Arie-Luyendijk-Bocht geht es wieder auf die Gerade in Richtung Tarzanbocht.

Aufgrund dieses neueren Abschnittes blieb die Länge annähernd gleich. Die Strecke nimmt jedoch nun weniger Platz ein und ist überholfreundlicher, weil es mehr Stellen gibt, an denen sich die Fahrer ausbremsen können. Für 2020 wurde Zandvoort noch einmal geändert, um den breiteren und schnellen Autos mehr Möglichkeiten zum Überholen zu verschaffen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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