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Russell atmet in Spielberg auf: Erster Sieg seit dem Saisonauftakt

Bei sommerlichen Temperaturen behält George Russell einen kühlen Kopf und siegt erstmals seit dem Saisonauftakt - Aufholjagd von Max Verstappen reicht nicht

F1 Österreich: George Russell siegt in der Gluthitze von Spielberg

George Russell siegt vor Max Verstappen und Kimi Antonelli

Foto: LAT Images

George Russell atmet auf: Bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Red-Bull-Ring feiert der Mercedes-Pilot seinen zweiten Saisonsieg - den ersten seit dem Saisonauftakt in Australien - und schiebt sich in der Formel-1-WM 2026 wieder näher an Teamkollege Kimi Antonelli heran.

Der Italiener muss sich nach 71 Runden mit Rang drei begnügen. Zweiter wurde Max Verstappen (Red Bull), der im Schlusssprint nicht genügend Kohlen im Feuer hatte und trotz frischerer Reifen nicht mehr zu Russell aufschließen konnte.

Ferrari erlebte derweil ein äußerst enttäuschendes Rennen: Charles Leclerc fand in seinem SF-26 überhaupt keine Pace und wurde als Achter Schlechtester der vier Topteams, Lewis Hamilton kämpfte zu Beginn lange mit Verstappen, bevor Ferrari einen taktischen Fehler beging.

Die Scuderia hatte Hamilton während einer virtuellen Safety-Car-Phase deutlich früher als geplant zum zweiten Boxenstopp geholt, doch trotz weicher Reifen konnte er den Pacevorteil nicht nutzen und musste sich am Ende auch Oscar Piastri (McLaren) im Kampf um Rang vier geschlagen geben.

Weltmeister Lando Norris (McLaren) wurde hinter Isack Hadjar (Red Bull) enttäuschender Siebter, die letzten Punkte gingen an die beiden Racing Bulls von Liam Lawson und Arvid Lindblad.

Audi ging als Elfter (Gabriel Bortoleto) und Zwölfter (Nico Hülkenberg) erneut leer aus und wartet weiterhin seit dem Saisonauftakt auf den nächsten Punkt.

Das Wichtigste in aller Kürze:

F1-Show: Livestream auf YouTube und Twitch (21 Uhr)

Wie lief der Start?

Russell konnte seine Führung am Start behaupten, doch dahinter wurde es durchaus turbulent. Beide Ferraris kämpften gegeneinander, wobei sich Hamilton in Kurve 4 schließlich gegen Leclerc durchsetzen konnte.

Dahinter erkundete Antonelli gleich mehrfach die Auslaufzone. Sowohl in Kurve 1 als auch in Kurve 3 fuhr der Mercedes-Pilot richtig weit nach außen, verlor dabei aber keine Positionen. In der zweiten Runde griff er in Kurve 1 nach Leclerc und fuhr erneut weit raus - er musste den Ferrari vorbeilassen und verlor dabei auch eine Position gegen Verstappen, der sich in Runde zwei auch Leclerc zurechtlegte und auf Rang drei preschte.

Wie lief der Kampf um den Sieg?

Russell behielt seine Führung am Start und setzte sich in den ersten Runden leicht von Verfolger Hamilton ab. Dessen Pace brach recht früh ein, sodass er sich gegen Verstappen wehren musste und in Runde 13 als erster zum Boxenstopp abbog, um harte Reifen aufzuziehen - eine Runde vor Teamkollege Leclerc.

Verstappen folgte den beiden Ferraris nach 18 Runden und sortierte sich zunächst hinter Hamilton wieder ein. Eine Runde später reagierte auch Russell und kam komfortabel vor beiden wieder auf die Strecke.

Es kam zum zweiten Duell zwischen Verstappen und Hamilton, bei dem sich der Niederländer in Kurve 6 gegen den Ferrari durchsetzen konnte.

Und Antonelli? Der blieb zunächst weiter draußen und verlor gegen Russell Runde für Runde ein gutes Stück an Zeit. In Runde 25 kam der Italiener dann doch rein (unglücklicherweise ganz kurz vor einer virtuellen Safety-Car-Phase) und hinter Leclerc auf Rang fünf wieder auf die Strecke.

Diese virtuelle Safety-Car-Phase nutzte aber Ferrari für einen zweiten Stopp von Hamilton, der auf Softreifen ging und zunächst auf Rang sieben lag. So wirklich schien die Taktik aber nicht aufzugehen, denn als er in Runde 43 zum dritten Stopp abbog, lag er sogar hinter dem zeitgleich stoppenden Piastri auf Rang fünf.

An der Spitze schien derweil Russell im weiteren Rennverlauf wie in Barcelona etwas die Puste auszugehen. Sein Vorsprung auf Verstappen schmolz sukzessive, doch bevor der Red Bull angreifen konnte, bog Russell in Runde 44 an die Box, um sich harte Reifen zu holen.

Red Bull reagierte nicht sofort und ließ Verstappen noch draußen, um ein möglichst großes Reifendelta am Rennende zu haben. Erst sechs Runden später kam Verstappen, ging auf harte Reifen und auf die Jagd nach Russell, der jedoch zu dem Zeitpunkt elf Sekunden Vorsprung herausgefahren hatte.

Der Niederländer knabberte am Vorsprung und lag zehn Runden vor dem Ende nur noch fünf Sekunden hinter Russell. Doch ganz konnte er seinen Rückstand nicht tilgen und musste sich mit Rang zwei begnügen.

Hätte Max Verstappen gewinnen können?

"Tatsächlich hatte ich das erste Mal das Gefühl, wirklich um den Sieg kämpfen zu können", sagt der viermalige Weltmeister nach dem Rennen. "Ich glaube allerdings, dass wir in der ersten Rennhälfte konkurrenzfähiger waren, denn aus welchem Grund auch immer fühlte sich in der zweiten Hälfte am Heck des Autos etwas seltsam an."

"Da ist irgendetwas mit dem Auto und der Hinterachse passiert, wodurch ich an Pace verloren habe", hadert er. Deswegen habe er auch nicht so stark auf Russell aufholen können wie gedacht.

Auch den Zeitpunkt des Boxenstopps findet er im Nachhinein nicht ganz glücklich: "Ich persönlich hatte das Gefühl, dass ich auf den Runden, die ich länger draußen geblieben bin, wahrscheinlich etwas zu viel Zeit verloren habe im Vergleich zu dem, was ich durch diese zusätzlichen Runden auf neuen Reifen wieder gutgemacht habe", so Verstappen. "Aber das sagt sich jetzt leicht."

Zumindest hatte er zwischenzeitlich "coole Kämpfe" gegen seinen früheren Rivalen Lewis Hamilton. "Aber dadurch haben wir natürlich ziemlich viel Zeit verloren."

Was war bei Ferrari los?

Eigentlich schien Ferrari im Kampf um den Sieg dabei zu sein, doch spätestens mit Hamiltons zweitem Boxenstopp unter dem VSC war der Käse gegessen. Das Team holte ihn sehr früh rein, um ihm weiche Reifen zu geben, doch das schien nicht der richtige Weg zu sein, denn so fand er sich hinter Piastri wieder, an dem er nicht mehr vorbeikam.

Laut Teamchef Frederic Vasseur sei der Grundfehler schon gewesen, dass man versucht habe, gegen Mercedes und Verstappen zu kämpfen, obwohl man dafür nicht die Pace hatte. "Das bedeutet, dass wir bei der Strategie überreagiert und die Reifen übertrieben gepusht haben - und am Ende haben wir dafür die Quittung gegen McLaren bekommen", sagt er bei Sky.

Lewis Hamilton meint, sein Ferrari kam "heute mit überhaupt keinen Reifen zurecht." Und das zeigte sich: "Ich dachte, in den ersten paar Runden sah es gar nicht so schlecht aus. An George konnte ich mich kurz dranhängen, aber dann sind bei jedem Reifensatz die Hinterreifen komplett eingebrochen. Aus irgendeinem Grund war die Balance sehr unruhig und unvorhersehbar, extrem schwierig."

Immerhin wurde er Fünfter. Schlimmer lief es für Leclerc, der überhaupt keine Pace hatte und nur Achter wurde. "Das war echt furchtbar", hadert er.

"Ich bin gestern bei der Abstimmung in eine Richtung gegangen, die etwas mehr dem entsprach, womit ich mich letztes Jahr gut gefühlt habe. Aber in diesem Jahr hat das einfach überhaupt nicht funktioniert. Das Heck war gefühlt nie da", so der Monegasse. "Ich bin nur herumgerutscht und die Hinterreifen haben extrem überhitzt, sodass es sehr knifflig war."

Gab es Ausfälle?

Für Cadillac wurde der Österreich-Grand-Prix zum Albtraum, denn bereits nach vier Runden waren beide Fahrer mit technischen Problemen ausgeschieden. Valtteri Bottas meldete schon nach zwei Runden, dass seine Bremsen Feuer fangen würden - er stellte seinen Boliden in der Box ab.

Nur zwei Runden später meldete auch Sergio Perez Rauch im Cockpit und bog in die Garage ab. Damit war das Rennen für die Amerikaner gelaufen.

Der nächste Ausfall betraf Carlos Sainz, der seinen Williams in Runde 25 auf der Start-und-Zielgerade mit einem Elektronikproblem abstellte und das virtuelle Safety-Car notwendig machte. Sein Bolide konnte aber kurzerhand durch eine Öffnung in die Boxengasse geschoben werden, sodass es nach kurzer Zeit weitergehen konnte.

In Runde 47 war dann der Arbeitstag von Lance Stroll beendet, der von seinem Team angewiesen wurde, seinen Aston Martin in der Box zu parken - alle vier Ausfälle waren somit technisch bedingt.

Was sagt Nico Hülkenberg nach dem Rennen?

Der Deutsche wartet auch nach dem achten Saisonrennen weiter auf den ersten Punkt. Für ihn ging es als Zwölfter wieder einmal knapp an den Top 10 vorbei. "Ich glaube, meine Pace war recht stark übers Rennen hinweg", sagt er gegenüber Sky. "Aber leider [gab es] keine Belohnung."

Denn von Ausfällen konnte Audi in Spielberg nicht profitieren: Alle vier Ausfälle passierten Autos, die in Q1 ausgeschieden waren. Das heißt, alle vier Topteams haben schon einmal acht Positionen blockiert. "Die hatten vorne einen richtig großen Abstand", sagt Hülkenberg. "Dann [waren] die Racing Bulls und wir und Alpine relativ nah beieinander."

Zwar konnte Audi Alpine diesmal schlagen, die Punkte gingen letztendlich jedoch an die Racing Bulls. "Wir haben versucht, uns mit dem späten ersten Stopp abzusetzen oder was anderes zu machen, um später mit frischen Reifen was zu bewirken", erklärt Hülkenberg seine Taktik. "Aber dann kamen am Ende die ganzen blauen Flaggen von den Leadern. Da ist man dann relativ schnell schachmatt gestellt."

So geht es weiter beim Grand Prix von Österreich 2026

Der Rennsonntag in Spielberg ist für eingefleischte Formel-1-Fans noch nicht vorbei. Denn am Sonntagabend geht es noch in eine ausführliche Nachbereitung des Grand Prix, gehostet von Kevin Scheuren, der mit Stefan Ehlen über alle wichtigen Themendes Rennens spricht. Der Livestream findet um 21 Uhr auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de und auf Twitch parallel statt. Kanalmitglieder haben dabei die Möglichkeit, am Ende des Streams Fragen zu stellen und mitzudiskutieren. (Jetzt Kanalmitglied werden!)

Nach Spielberg geht es unvermittelt mit dem Großen Preis von Großbritannien am kommenden Wochenende weiter. Nach einer Woche Pause steht mit Belgien und Ungarn der letzte Doubleheader vor der Sommerpause an. (Hier den Rennkalender 2026 einsehen!)

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