Russell bleibt trotz Rückstand cool: Keine Panik auf der Titanic
George Russell bleibt trotz wachsendem Rückstand auf Kimi Antonelli gelassen und sieht im Titelkampf der Formel 1 keinen Grund zur Panik
George Russell bleibt gelassen im Titelkampf der Formel 1
Foto: LAT Images
Während Mercedes in der Formel-1-Saison 2026 bislang das Maß der Dinge ist, verschiebt sich das interne Kräfteverhältnis zunehmend zugunsten von Kimi Antonelli. Doch Teamkollege George Russell bleibt demonstrativ ruhig.
Trotz eines Rückstands von inzwischen 20 Punkten in der Fahrerwertung sieht Russell keinen Anlass zur Sorge. "Es ist einfach nur ein weiteres Rennen für mich", erklärt der Brite mit Blick auf den anstehenden Großen Preis von Kanada. Von Panik sei keine Spur zu sehen - auch wenn sich die Dynamik innerhalb des Teams zuletzt klar verändert hat.
Antonelli dreht das Mercedes-Duell
Dabei begann die Saison eigentlich vielversprechend für Russell. Nach seinem Sieg beim Auftakt in Australien lag er zunächst vor seinem jungen Teamkollegen. Doch seitdem hat Antonelli das Momentum auf seine Seite gezogen.
In den drei folgenden Grand Prix schlug der Italiener Russell jeweils sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Aus einem kleinen Vorsprung wurde dadurch ein deutliches Minus von 20 Punkten.
Besonders bemerkenswert: Noch in seiner Rookie-Saison galt Antonelli zwar als schnell, machte aber viele Fehler und verlor teamintern klar gegen Russell. 2026 präsentiert sich der Italiener nun deutlich stabiler und konstanter.
Russell beschwichtigt: "Nach vier Rennen bedeutet das nichts"
Russell selbst versucht jedoch, die Situation bewusst herunterzuspielen. Für ihn sei die Saison noch viel zu lang, um bereits von einer Vorentscheidung zu sprechen. "Wir haben erst vier Rennen hinter uns, mindestens 18 kommen noch", betont er.
Als Vergleich zieht Russell sogar seine frühere Formel-2-Saison heran: Damals lag er nach vier Rennwochenenden ebenfalls deutlich zurück - und wurde später trotzdem klar Champion. Sein Fokus liege daher ausschließlich auf der eigenen Leistung. "Ich kontrolliere nur das, was ich kontrollieren kann", erklärt er.
Kein Zweifel an der eigenen Stärke
Interessant ist dabei vor allem Russells Selbstverständnis. Der Mercedes-Pilot sieht sich weiterhin auf Augenhöhe mit jedem Fahrer im Feld - unabhängig davon, gegen wen er fährt.
"Wenn ich alle meine Boxen abhake, kann ich jeden schlagen", sagt Russell selbstbewusst. Genau dieses Prinzip habe ihn durch seine gesamte Karriere begleitet - egal ob gegen Lewis Hamilton oder nun gegen Antonelli.
Deshalb betrachtet Russell nicht seinen Teamkollegen als Hauptgegner, sondern vor allem sich selbst. Entscheidend sei, gemeinsam mit den Ingenieuren das Maximum aus Set-up, Reifen und Fahrzeug herauszuholen.
Lob für Antonelli - aber ohne Nervosität
Gleichzeitig erkennt Russell die Leistung seines Teamkollegen ausdrücklich an. Antonelli sei "schon vergangenes Jahr außergewöhnlich schnell" gewesen, erklärt der Brite.
Der Unterschied sei damals gewesen, dass Mercedes häufiger mitten im Feld kämpfte und Fehler stärker bestraft wurden. Nun verfügt das Team über ein klar schnelleres Auto - und Antonelli kann sein Talent konsequenter ausspielen.
Russell macht dennoch klar: Die aktuelle Situation verändert seine Herangehensweise nicht. Für ihn bleibt alles "Business as usual". Oder wie man es im Fahrerlager aktuell formulieren könnte: Keine Panik auf der Titanic.
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