Russell über 2023: Melbourne-Sieg "hätte vielleicht alles geändert"
Die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und George Russell blicken auf eine durchwachsene Formel-1-Saison 2023 zurück: Russell hadert mit verpassten Sieg
Die Saison 2023 ist für Mercedes definitiv nicht nach Plan gelaufen, vor allem, weil man sich nach der Horrorsaison 2022 viel mehr ausgerechnet hat und zurückschlagen wollte. Für das Team geht es in den letzten beiden Rennen in Las Vegas und Abu Dhabi nur noch darum, den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM vor Ferrari zu sichern und möglicherweise mit Lewis Hamilton noch Zweiter in der Fahrerwertung zu werden.
Nach der Disqualifikation in Austin und der Pleite in Brasilien hat sich der siebenmalige Formel-1-Weltmeister jedoch einen Rückstand von 32 Punkten bei noch 52 zu vergebenden Zählern auf Sergio Perez eingehandelt. Hamilton sieht seine Chancen daher realistisch: "Über 30 Punkte in zwei Rennen ... Er müsste zwei Katastrophen haben und ich müsste im Grunde zweimal Zweiter sein."
"Aber für mich macht es ehrlich gesagt keinen Unterschied, ob ich Zweiter oder Dritter bin. Ich denke, dass wir mit dem Auto, das wir hatten, trotzdem ein erstaunliches Jahr hatten. Wir hätten nie gedacht, dass wir um den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung kämpfen und an die Tür des wahrscheinlich dominantesten Autos unserer Ära klopfen würden. Ich bin dankbar dafür, dass wir jetzt da sind, wo wir sind, und dass wir eine halbwegs anständige Saison haben. Viel besser als letztes Jahr."
Russell hadert mit verpasster Australien-Chance
Sein Mercedes-Teamkollege George Russell, der in der Fahrerwertung 70 Punkte hinter Hamilton liegt, hat jedoch einen ganz anderen Eindruck von der Saison 2023: "Es war ein ziemlich schlechtes Jahr, um ehrlich zu sein, was die Ergebnisse angeht", sagt er. "Aus vielen verschiedenen Gründen beginnt es wahrscheinlich mit dem Rückstand nach Melbourne."
Russell lag damals strategisch in einer aussichtsreichen Position, zu Rennmitte die bereinigte Führung des Grand Prix zu übernehmen, wobei es fraglich gewesen wäre, ob er den ersten Platz gegen Max Verstappen zu Rennende hätte halten können. Allerdings kam dann eine rote Flagge, womit der Red-Bull-Pilot einen kostenlosen Reifenwechsel durchführen konnte, zudem schied Russell später mit einer Technikpanne aus.
Russell selbstkritisch: Fahrfehler haben 2023 nicht geholfen
"Letztes Jahr war es genau andersherum, da hatte man bei jedem Rennen einen guten Lauf, und die Ergebnisse kamen, wie aus dem Nichts. Jetzt, nach 22 Rennen, möchte ich die Saison einfach nur abschließen und versuchen, P2 für das Team zu holen."
"Es gibt definitiv Bereiche, die ich verbessern möchte. Aber ich habe in diesem Jahr erkannt, dass ich mich dieses Jahr als besserer Fahrer im Vergleich zum Vorjahr fühle, aber die Ergebnisse haben nicht dazu gepasst, und ich muss diesen Winter verstehen, warum das so ist. Aber wir hatten in diesem Jahr fünf Ausfälle, von denen einer oder möglicherweise zwei auf Fahrerfehler zurückzuführen waren. Das hat der Sache auch nicht gerade geholfen."
Hamilton: Brasilien-Weckruf war nicht notwendig
Die zuletzt überraschend schwache Leistung des W14 in Brasilien hat das Team noch einmal in der eingeschlagenen Richtung bestätigt, das Konzept für 2024 radikal zu verändern. Auf die Frage, ob man aus der Sao-Paulo-Schlappe weitere Lehren ziehen konnte, meint Hamilton: "Ich weiß nicht, ob [die Ingenieure] unbedingt daran erinnert werden mussten, wie viel Arbeit noch vor ihnen liegt, aber man kann aus so einem schwierigen Wochenende immer etwas Gutes mitnehmen."
"Ich bin dankbar für diese Erfahrung, denn die Jungs wissen, dass wir noch nicht so weit sind, wie wir gerne glauben würden. Das bedeutet, dass wir noch härter arbeiten müssen, und wir müssen einfach rundum einen besseren Job machen, aber niemand im Team macht sich Illusionen, und wir wissen, dass wir einen steilen Berg zu erklimmen haben."
Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.