Russells Auto schiebt von Geisterhand: Wechselt Mercedes jetzt den Motor?

George Russell hatte das Gefühl, dass sein Auto in den Kurven immer angeschoben wird - Mercedes sieht einen Fehler in den Daten und könnte den Motor wechseln

Russells Auto schiebt von Geisterhand: Wechselt Mercedes jetzt den Motor?
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George Russell war eine der großen Enttäuschungen des Qualifyings in Singapur. Während Teamkollege Lewis Hamilton um die Poleposition kämpfen konnte, war Russell als Elfter überraschend schon in Q2 ausgeschieden. Allerdings hat Mercedes ein Problem am W13 des Briten festgestellt: "Das Auto hat ihn im Stich gelassen", sagt Motorsportchef Toto Wolff.

"Es ist irgendwas an der Software gewesen", sagt er bei 'Sky', kann das Problem aber nicht genau eingrenzen. Für Russell fühlte es sich in Kurven aber so an, als würde das Auto weiterhin etwas Gas geben. "Und so kann man bei Nässe in Singapur natürlich nicht richtig fahren."

Das Problem hatte sich schon im Verlauf des Wochenendes angedeutet, als Russell in der langsamen Kurve 11 zweimal geradeaus in Richtung Streckenbegrenzung gefahren war. Ob die Abflüge daran lagen, weiß er aber nicht genau.

 

"Für mich fühlten sich beide sehr seltsam an. Ich will die Schuld nicht auf jemand anderen schieben. Aber es ist etwas, das ich noch nie zuvor bemerkt und noch nie zuvor gespürt habe", sagt er. "Und sobald ich im Qualifying auf die Strecke ging, stimmte etwas nicht."

"Ich denke, wir sehen dieses Problem in den Daten. Aber im weiteren Verlauf des Qualifyings wurde es immer schlimmer", sagt der Brite. "Ich kam durch keine der langsamen Kurven. Es war buchstäblich so, als ob mich jemand von hinten anschieben wollte."

Russell frustriert: Auto kann um Sieg kämpfen

"Beim Anbremsen war es so, als würde ich vor dem Scheitelpunkt Gas geben", erklärt er, ohne eine genaue Erklärung zu haben. "Aber als ich aus dem Auto gestiegen bin, hat mein Ingenieur gesagt, dass sie etwas in den Daten sehen."

"Das ist wirklich frustrierend, wenn man bedenkt, wie schnell das Auto hier war und wie schnell unsere Rennpace hier war", ärgert sich der Mercedes-Pilot. "Ich denke, die Pace, die wir an diesem Wochenende haben, zeigt die Verbesserungen, die wir im Laufe der Saison in Bezug auf die Aerodynamik und das Fahrverhalten gemacht haben."

"Sicherlich sind wir in dieser Hinsicht noch lange nicht da, wo wir sein wollen, aber wir haben definitiv große Fortschritte gemacht. Das ist also in gewisser Hinsicht positiv", sagt er. "Aber ich stehe jetzt hier, wo wir um die Poleposition hätten kämpfen sollen. Und leider hat es heute nicht geklappt."

Kommt jetzt ein taktischer Motorwechsel?

Russell weiß, dass man "nie von Platz elf starten möchte, wenn man ein Auto hat, das um den Sieg kämpfen kann." Doch der Brite hat die Hoffnung für den Sonntag noch nicht aufgegeben: "Jedes Mal, wenn wir hier waren, gab es ein Safety-Car", sagt er.

"Wir werden hoffentlich ein paar Boxenstopps einlegen, um zu versuchen, etwas anders zu machen als unsere Rivalen, aber es wird kein einfaches Rennen werden."

Aber vielleicht nutzt Mercedes die Chance auch für ein anderes taktisches Mittel: "Vielleicht nutzen wir das, um den Motor zu wechseln und dann starten wir von hinten und dann haben wir zumindest was Frisches drinnen für die letzten paar Rennen", so Wolff.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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