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Sabotage? Mercedes weist Anschuldigungen wegen Hamilton zurück

Mercedes sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Lewis Hamilton wegen seines Wechsels zu Ferrari zu benachteiligen - der Brite verteidigt sein Noch-Team eher halbherzig

Sabotage? Mercedes weist Anschuldigungen wegen Hamilton zurück

Hätte Lewis Hamilton die Anwesenden mit seinem wenig später gezeigten Desinteresse an der Fußball-EM in Deutschland nicht eines Besseren belehrt, man hätte glatt meinen können, der Brite wollte seine medialen Pflichtaufgaben einfach nur möglichst schnell hinter sich bringen, um rechtzeitig für den Anstoß des englischen Teams um 18 Uhr vor dem Fernseher zu sitzen - so lustlos und gelangweilt wirkte der Mercedes-Star bei seiner Medienrunde am Donnerstag in Barcelona.

Als die EM dann aber tatsächlich Gegenstand einer Frage wurde, reichte Hamilton diese kurzerhand an Teamkollege George Russell weiter - der Fußball schien den Rekordweltmeister an jenem Tag also wirklich nicht besonders zu jucken.

Mehr Aufschluss über Hamiltons demonstrativ nach außen getragene Missstimmung könnten da schon die kleinen Spitzen geben, die zwischen den beiden Mercedes-Teamkollegen hin und herflogen, nachdem Hamilton, der dem Eindruck nach längst mit seinem einstigen Erfolgsteam abgeschlossen hat, auch die nächste Frage einfach seinem 13 Jahre jüngeren Stallkollegen rüberschob.

 

"Also spreche ich jetzt die ganze Zeit?", zeigte sich Russell davon sichtlich irritiert. Woraufhin Hamilton wie aus der Pistole geschossen konterte: "Du redest doch so gerne, also passt das doch."

Im verlegenen Gelächter der beiden Piloten ging fast ein bisschen unter, worauf Hamilton damit eigentlich anspielte: Russell hat seinen erfahrenen Teamkollegen diese Saison bisher klar im Griff - und wird in seinen Interviews auch seit Wochen nicht müde, genau das zu betonen.

Bei Hamiltons großer Fangemeinde kommt das erwartungsgemäß weniger gut an, Russell ist deshalb längst ins Fadenkreuz geraten und sah sich zuletzt in den Sozialen Medien auch entsprechenden Anfeindungen ausgesetzt.

Russell angefeindet - Hamilton: "War mir nicht bewusst"

"Um ehrlich zu sein, schaue ich persönlich gar nicht mehr auf Instagram oder Twitter", versucht Russell sich davon möglichst unbeeindruckt zu zeigen, räumt aber dennoch ein: "Soziale Medien sind ein zweischneidiges Schwert. Es gibt viele lustige Dinge, die man dort sieht und es hält ein mit vielen Sachen am Laufenden. Aber auf der anderen Sicht, nicht nur ich, sondern jeder, der im Rampenlicht steht, ist dort mit viel Negativität konfrontiert."

Und Hamilton? Der wusste von den jüngsten Schmähungen gegen seinen Teamkollegen laut eigener Aussage nichts: "Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass George dort Negativität erfährt", sagt der Rekordweltmeister und fügt an: "George gibt jedes Wochenende nichts anderes als sein Bestes und er entwickelt sich mit dem Team. Dafür kann man ihm überhaupt keinen Vorwurf machen."

Unterkühlte Stimmung: George Russell und Lewis Hamilton in Spanien

Unterkühlte Stimmung: George Russell und Lewis Hamilton in Spanien

Foto: Frederik Hackbarth

Es sei leicht "emotional zu werden", so Hamilton, der die Anhänger aber ermahnt: "Ich denke, wir brauchen Unterstützung und keine Negativität." Überdies erklärt er: "Natürlich können Dinge innerhalb des Teams immer besser laufen. Das kommt mit Konversationen, mit Kommunikation, und da arbeiten wir konstant dran."

Kryptische Aussagen befeuern Verschwörungstheorien

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass besonders in puncto Kommunikation Hamiltons jüngstes Verhalten nicht gerade als deeskalierend zu beschreiben ist - sondern die Verschwörungstheorien eher befeuert hat:

In Monaco sorgten beispielsweise seine Aussagen zum neusten Mercedes-Update für Aufsehen, das Russell zuerst bekam, obwohl Hamilton sich zuvor selbst gegen einen Einsatz des neuen Teils entschieden hatte.

Auch die kryptischen Worte über seine akute Qualifying-Schwäche sorgte für gespitzte Ohren: "Aus irgendeinem Grund" ginge seine Performance pünktlich zum Start des Qualifyings immer verloren, so Hamilton, der angab, nicht zu glauben, dass er Russell dieses Jahr im Qualifying überhaupt noch einmal schlagen könne...

Allison wehrt sich gegen Behauptungen

Aussagen, die nicht nur seinen Fans spanisch vorkommen: "8:1 hätte ich nicht erwartet", räumt beispielsweise auch Mercedes' Technikdirektor James Allison im F1-Podcast Beyond the Grid mit Blick auf ungleiche Qualifying-Duell seiner Piloten ein. Zumal der Brite zu bedenken gibt: "Lewis ist ja nicht durch Zufall der beste Qualifyer in der Geschichte des Sports."

Die Anschuldigungen, Hamilton werde wegen seines anstehenden Abgangs in Richtung Ferrari bewusst benachteiligt - die zuletzt sogar in Form einer anonymen E-Mail an die Formel-1-Community Blüten trieb, in der von vermeintlicher Sabotage am Auto des 39-Jährigen zu lesen war - weist Allison indes scharf zurück: "Es ist nicht wahr, dass er irgendwie einen systematischen Nachteil im Qualifying hätte", sagt der Technikchef.

"Es ist unwahr und auch nicht fair. So gut wir es können, sind die Autos identisch, genauso wie die Benützung des Motors. Wenn die Autos beim Set-up unterschiedlich sind, dann weil die Fahrer oder Ingenieursteams auf der jeweiligen Seite der Garage sich dazu entschieden haben. Aber sie haben die Möglichkeit, die identischen Dinge zu Verfügung zu haben, wenn sie das wollen", erklärt Allison.

Mercedes anno 2024: Russell fährt Hamilton immer öfter vor der Nase rum

Mercedes anno 2024: Russell fährt Hamilton immer öfter vor der Nase rum

Foto: Motorsport Images

Von der ominösen E-Mail habe er, genauso wie von den Schmähungen gegen Russell, nichts mitbekommen, erklärt indes Hamilton: "Und ich habe da auch nicht viel hinzuzufügen." Wenngleich Hamilton, der im Team zunehmend isoliert wirkt, darauf verzichtet, in der Sache weiteres Öl ins Feuer zu gießen, klingen seine Worte doch ein bisschen wie lauwarme Durchhalteparolen:

"Wir sitzen alle im selben Boot, arbeiten alle hart zusammen", sagt der Brite und fügt mit Blick auf seine letzte Saison im Silberpfeil an: "Wir alle wollen es mit einem Höhepunkt abschließen, ich habe das Gefühl, dass wir das unserer langen Beziehung schuldig sind."

Allein: Auf die Frage, wie so ein gelungener Abschluss denn aussehen könnte, wenn sich zum Beispiel kein weiterer Sieg mehr mit Mercedes ergeben sollte, darauf hat der Rekordweltmeister auch keine Antwort:

"Darüber habe ich mir, ehrlich gesagt, noch keine Gedanken gemacht", sagt Hamilton, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, noch besonders viel Energie in die vor der Scheidung stehende Ehe investieren zu wollen - geschweige denn seine Gedanken, die sich wohl längst um das nächste Kapitel seiner Karriere in Maranello zu drehen scheinen...

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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