Sauber: Leclerc-Abflug sorgte für Ericssons Ausscheiden

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Sauber: Leclerc-Abflug sorgte für Ericssons Ausscheiden
Dominik Sharaf
Autor: Dominik Sharaf
Co-Autor: Stuart Codling
26.05.2018, 20:55

Lokalmatador Charles Leclerc kämpfte mit einem abtriebsschwachen Auto und wurde 14., den Preis bezahlte sein Teamkollege in Form des Ausscheidens in Q1

Bei der Sauber-Mannschaft gab es im Qualifying zum Monaco-Grand-Prix Friendly Fire: Marcus Ericsson konnte seinen vielversprechendsten Versuch in Q1 nicht durchziehen und schied als 17. aus, weil er wegen gelber Flaggen abbremsen musste – ausgelöst durch Teamkollege Charles Leclerc, der weiterkam und sich Startplatz 14 für das Rennen buchte.

Ericsson ärgert sich: "Ich hatte schon das ganze Wochenende das Gefühl, dass die Hypersofts auf der ersten Runde nicht funktionieren würden. Im zweiten und dritten Anlauf kamen die Zeiten." Als er nach einer Abkühlrunde mit Ablaufen der Uhr zum zweiten Versuch ansetzte, passierte Leclerc sein Missgeschick. Er verbremste sich in der Sainte-Devote-Kurve, schlitterte in den Notausgang.

Leclerc erklärt: "Ich hatte schon eine gute Runde und habe es einfach krachen lassen. Da habe ich den Fehler gemacht." Er vermied die Leitplanke um Haaresbreite, das Auto blieb heile. Warum Sauber Ericsson – in dem Wissen, dass Leclerc das Risiko erhöhen würde – nicht vorschickte, bleibt ein Geheimnis. "Die Zeit reichte, aber wir hätten etwas früher rausgehen können", räumt Ericsson ein.

Leclerc war trotz seines Malheurs zufrieden mit seinem ersten Heim-Qualifying. "Darüber habe ich gar nicht so genau nachgedacht. Die Emotionen kommen wohl erst nach dem Grand Prix", sagt er. Vielmehr waren seine Gedanken bei einem suboptimalen Set-up. "Wir rutschen auf allen vier Rädern, weil es uns im Vergleich zur Konkurrenz an Abtrieb fehlt. Da bin ich mit Q2 schon glücklich."

 

Für das Rennen hat sich Ericsson vorgenommen, seine Position zu verbessern. Entweder dadurch, seine Vorderleute in Fehler zu hetzen oder durch eine riskante Boxenstrategie: "Wenn es in der ersten Runde eine Safety-Car-Phase gibt, hätte ich keine Angst, zum Reifenwechsel zu kommen und zu schauen, wie weit wir kommen." Leclerc hält ein solches Manöver für möglich, zumal er ohnehin davon überzeugt ist, dass der Hypersoft-Reifen keine lange Lebensdauer haben wird.

Randnotiz: Leclerc bestritt das Qualifying mit einem Helm in einem Design, wie es sein verstorbener Vater vor exakt 30 Jahren bei seinem Formel-3-Start in Monaco nutzte. "Ich will ihm damit für alles danken, was er für mich getan hat", sagt der 20-Jährige. "Es ist auch etwas von Jules (Bianchi; Anm. d. Red.) darauf verewigt. Noch jemand, der mir in meiner Karriere massiv geholfen hat."

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