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Sauber: Wussten, dass Monza und Baku schwierig werden

Das Sauber-Formel-1-Team bleibt beim Großen Preis von Aserbaidschan ohne Punkte - Rächt sich jetzt die Qualifyingschwäche des C45?

Sauber: Wussten, dass Monza und Baku schwierig werden

Nico Hülkenberg ist seit seinem Podium in Silverstone ohne Punkte

Foto: circuitpics.de circuitpics.de

Das Aserbaidschan-Wochenende verlief für Sauber ernüchternd. Gabriel Bortoleto kämpfte sich zwar bis auf Platz elf nach vorne, verpasste die Punkteränge aber knapp. Nico Hülkenberg belegte Rang 16 und blieb damit einmal mehr ohne Zähler. Besonders bitter: Seit seinem überraschenden Podium in Silverstone hat der Routinier keinen einzigen Punkt mehr geholt. Für das Team aus Hinwil war Baku ein weiterer Beleg dafür, dass man im engen Mittelfeldkampf derzeit häufig das Nachsehen hat.

Teamchef Jonathan Wheatley zeigt sich nach dem Rennen dennoch gelassen - die schwache Ausbeute kam für ihn nicht unerwartet: "Ehrlich gesagt waren das die zwei wackeligen Strecken für uns. Wir wussten das schon im Vorfeld", erklärt er. Der Sauber scheint nicht nur Probleme auf Topspeedstrecken zu haben, sondern vor allem auch extrem windanfällig zu sein.

"Ohne den Wind hätten wir vermutlich eine andere Performance über das Wochenende gezeigt", so Wheatley. "Gabriels letzte Runde in Q2 - wenn man sich das Onboard ansieht - er wird in Kurve 16 rausgedrückt. Das wäre seine Qualifyingrunde gewesen, vielleicht sogar nahe an Q3. Dann würden wir heute über etwas anderes sprechen."

Doch nicht nur die äußeren Umstände waren ausschlaggebend. Laut Wheatley zeigt sich in Baku einmal mehr, dass Sauber aktuell noch nicht die Pace der direkten Konkurrenz aufbringen kann: "Letztlich hatten unsere Konkurrenten die bessere Renn- und Qualifyingpace. Wir haben gegen die Racing Bulls verloren, die einen sehr starken Tag hatten. Aber immerhin konnten wir Aston Martin noch in Reichweite halten."

Qualifyingschwäche im engen Mittelfeld

Für Sauber ist die Lage im Mittelfeld besonders schwierig, weil die Abstände extrem klein sind. Schon ein kleiner Fehler im Qualifying oder eine ungünstige Windböe - wie im Fall von Bortoleto - kann den Unterschied zwischen Q3 und einem Startplatz außerhalb der Top 10 bedeuten.

Zu Beginn der Europasaison schaffte es Sauber trotz der Qualifyingschwäche immer wieder, im Rennen viele Plätze gutzumachen und sich so in die Punkte zu arbeiten, doch da Überholen im Verkehr zunehmend schwieriger wird, zahlt sich jeder Rückschlag im Qualifying doppelt aus.

Blick nach vorn: Transformation zum Werksteam

Dennoch richtet sich der Blick in Hinwil klar nach vorne. "Wir sprechen intern natürlich darüber, ob es Strecken gibt, auf die wir uns weniger freuen. Wenn man die Pace zuverlässig vorhersagen könnte, dann ließe sich auch die Reifenstrategie am Wochenende besser planen", so Wheatley.

"Aber wir sind ein Team, das noch am Anfang seiner Transformation steht - nächstes Jahr werden wir ein Werksteam. Wir lernen noch. Unsere Strategie-Tools gibt es erst seit Januar oder Februar, wir kommen aus einer ganz anderen Ausgangsposition."

Bis zur Transformation zum Audi-Werksteam will man so viel Know-how wie möglich aufbauen. "Vielleicht war ich früher gewohnt, unsere Pace besser einschätzen zu können, als es derzeit der Fall ist", gibt Wheatley zu. "Aber genau das ist Teil des Lernprozesses. Wir müssen uns in diesen Bereichen erst noch etablieren."

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