Schleppender Ticketverkauf: Monza rechnet mit finanziellen Verlusten

Der Grand Prix von Italien wird 2021 vor nur wenigen Tifosi stattfinden: Streckenbetreiber rechnet mit 16.000 Fans - Die Gründe sind vielfältig

Schleppender Ticketverkauf: Monza rechnet mit finanziellen Verlusten

Der Grand Prix von Italien in Monza war in der Vergangenheit traditionell ein Fest in Rot. Zehntausende Tifosi pilgerten in den königlichen Park, um die Scuderia Ferrari siegen zu sehen. Doch seit der Corona-Pandemie ist es still geworden an der Traditionsrennstrecke. Nachdem im Vorjahr vor leeren Tribünen gefahren wurde, rechnen die Veranstalter in diesem Jahr mit einem Verlustgeschäft.

Die Rennstrecke verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 120.000 Fans pro Tag. Allerdings dürfen laut der aktuellen Corona-Auflagen in Monza nur 50 Prozent dieser Kapazität gefüllt werden. Wie die 'Gazzetta dello Sport' berichtet, werden aufgrund des schleppenden Ticketverkaufs deutlich weniger Fans erwartet.

Das Problem: Der Ticketverkauf ist in diesem Jahr erst sehr spät angelaufen. "2020 haben wir den Grand Prix ohne Zuschauer abgehalten, aber unsere Verpflichtung erfüllt", erklärt Italiens Automobilclub-Präsident Angelo Sticchi Damiani.

Für Sonntag werden nur 15.000 bis 16.000 Fans erwartet

"In diesem Jahr haben wir Schwierigkeiten, aber wir diskutieren nicht über die von der Regierung auferlegten Regeln für den eingeschränkten öffentlichen Zugang."

Erst am 5. August begann der Ticketvorverkauf für das diesjährige Rennen. Aufgrund dieses späten Starts und der strikten Auflagen - alle Besucher müssen den "Grünen Pass" vorweisen - werden nur rund 15.000 bis 16.000 Fans erwartet.

"Ich muss zugeben, dass uns der Grand Prix in diesem Jahr große Verluste einbringen wird. Ohne die finanzielle Unterstützung der Region Lombardei wäre es, so denke ich, unmöglich, das Rennen auszutragen." Auch der Präsident des Streckenbetreibers Sias, Guiseppe Redaelli, bestätigt diese Tatsache.

"Leider haben sich viele Menschen aufgrund des späten Starts des Ticketverkaufs für andere Aktivitäten an diesem Wochenende entschieden - daher werden nur wenige Fans an die Strecke kommen." Er glaubt, dass die europäische Fangemeinde eher zu anderen Rennstrecken gefahren ist, wo mehr Personen erlaubt waren.

In Österreich fand Anfang Juli das erste Rennen seit Pandemiebeginn vor vollen Tribünen statt. Zuletzt war auch das Formel-1-Comeback in den Niederlanden dank Max Verstappen gut besucht, auch wenn nur zwei Drittel der Kapazitäten zugelassen waren.

Und die Holländer werden auch am bevorstehenden Wochenende in Italien erwartet. Redaelli verrät: "Der Vorverkauf verlief schleppend, sodass wir am Sonntag - nach den optimistischsten Prognosen - 15.000 bis 16.000 Zuschauer erwarten."

"Mehr als 30 Prozent" kommen aus den Niederlanden

Nachsatz: "Mehr als 30 Prozent von ihnen werden aus den Niederlanden kommen, denn sie sind Fans von Max Verstappen." Hinzukommt wohl auch, dass Ferrari in dieser Saison zwar einen klaren Aufwärtstrend vorweisen kann, allerdings in der Regel nicht um Siege oder Podestplätze mitfährt - anders als noch 2019. Damals gewann Charles Leclerc in Italien vor einer jubelnden Menge.

Italienische Fans scheinen auch von den strikten Corona-Auflagen abgeschreckt worden zu sein. So müssen die Besucher nicht nur den "Grünen Pass" - also einen Nachweis über einen Test, eine Impfung oder Genesung - beim Eingang zur Strecke vorweisen, sondern auch durchgehend Maske tragen. Das Betreten der Strecke nach dem Rennen zur Siegerehrung ist ebenso untersagt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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