"Schlicht zu langsam": Ferrari in Abu Dhabi nur dritte Kraft?

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Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Valentin Khorounzhiy
23.11.2018, 16:41

Der Trainingsauftakt in Abu Dhabi lief für Ferrari ernüchternd: Mehr als Platz fünf und sechs war nicht drin - Vettel: "Es fehlt zum ersten Mal an Abtrieb"

Wäre es zum finalen Formel-1-Showdown zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton beim Großen Preis von Abu Dhabi 2018 gekommen, dürften die Wettquoten auf den Ferrari-Piloten nach diesem Freitag deutlich gestiegen sein. Mehr als die Plätze fünf (Räikkönen) und sechs (Vettel) waren im Freien Training für die Ferrari-Piloten nicht drin. Im - wegen der Tageszeit wenig aussagekräftigen - ersten Training waren es gar nur die Plätze sieben und acht. Selbst mit angeschlagenem Motor war Lewis Hamilton schneller.

Freitag in Abu Dhabi:

Was ist also los im roten Camp? Vettel kann nur mit den Schultern zucken: "Wenn ich es aus dem Bauch heraus sagen soll, dann muss ich sagen, dass uns wohl der Grip fehlt. Wir tun uns in den Kurven ein bisschen schwer. Ich glaube, uns fehlt zum ersten Mal seit einer ganzen Weile im Vergleich zu den anderen das letzte Bisschen Abtrieb." Genauere Angaben, etwa ob die Balance nicht stimmt, Über- oder Untersteuern vorherrscht oder sonst etwas fehlt, machte er auch auf Nachfrage nicht.

Motor lief nicht im Schongang

Und es gibt noch schlechtere Nachrichten, die er selber verbreitet: "Der Motor war heute nicht notwendigerweise runtergedreht." Normalerweise fahren Ferrari und Mercedes an Freitagen mit konservativen Motorenprogrammen. Aber Vettel sagt damit nichts anderes, als dass Ferrari selbst mit viel Leistung zu langsam ist.

Die Zeiten scheinen das zu bestätigen: In den ersten beiden Sektoren mit langen Geraden war der Ferrari SF71H sogar das Maß der Dinge. Doch im letzten, kurvigen Sektor verlieren Vettel und Räikkönen drei Zehntelsekunden auf eine schnelle Runde.

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Marcus Ericsson, Sauber C37

Marcus Ericsson, Sauber C37
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
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Foto: Sam Bloxham / LAT Images

Special edition boots for Fernando Alonso's, McLaren, last race

Special edition boots for Fernando Alonso's, McLaren, last race
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Foto: Steven Tee / LAT Images

Honda driver Naoki Yamamoto poses for a picture with the Toro Rosso STR13

Honda driver Naoki Yamamoto poses for a picture with the Toro Rosso STR13
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Foto: Andy Hone / LAT Images

Fernando Alonso, McLaren MCL33, in the garage

Fernando Alonso, McLaren MCL33, in the garage
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Foto: Steven Tee / LAT Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
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Foto: Jean Petin / Sutton Images

Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18

Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18
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Foto: Lionel Ng / Sutton Images

Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1 W09

Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1 W09
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Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Esteban Ocon, Racing Point Force India VJM11

Esteban Ocon, Racing Point Force India VJM11
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Foto: Sam Bloxham / LAT Images

Robert Kubica, Williams FW41

Robert Kubica, Williams FW41
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Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Kevin Magnussen, Haas F1 Team

Kevin Magnussen, Haas F1 Team
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Foto: Andy Hone / LAT Images

Lance Stroll, Williams FW41

Lance Stroll, Williams FW41
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Foto: Glenn Dunbar / LAT Images

Sebastian Vettel, Ferrari

Sebastian Vettel, Ferrari
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Antonio Giovinazzi, Sauber C37

Antonio Giovinazzi, Sauber C37
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Foto: Glenn Dunbar / LAT Images

Romain Grosjean, Haas F1 Team, with his helmet

Romain Grosjean, Haas F1 Team, with his helmet
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Foto: Andy Hone / LAT Images

Antonio Giovinazzi, Sauber C37

Antonio Giovinazzi, Sauber C37
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Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Kimi Raikkonen, Ferrari SF71H

Kimi Raikkonen, Ferrari SF71H
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Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Lag es vielleicht an Vorbereitungsarbeiten für 2019? Vettel winkt ab: "Das nächste Jahr ist noch weit hin. Es sind noch Monate bis zum nächsten Rennen. Ich habe einfach die Sitzung genossen und versucht, das Maximum herauszuholen."

Immerhin: Bei den für Qualifying und Rennen aussagekräftigen Bedingungen am Freitagabend lief es deutlich besser für die Scuderia. "Die Bedingungen am Abend sind uns entgegengekommen", so der viermalige Weltmeister. "Das Auto war am Abend deutlich besser als am Nachmittag. Ich denke, wir können selbst im letzten Rennen mit diesem Auto noch ein bisschen was lernen und für morgen etwas Pace finden."

Sticht Red Bulls Reifenvorteil Ferrari aus?

Für das Qualifying rechnet der 31-Jährige mit einer Chance: "Auf eine Runde sollten wir uns noch ordentlich verbessern können. Da sollte noch Luft nach oben sein. Es wäre schön, wenn wir morgen ein Wörtchen mitreden können. Aber es wird ein harter Kampf."

 

Für das Rennen will er sich gar nicht festlegen. Schließlich könnte Red Bull mit dem Reifenvorteil dort ebenfalls ein gewichtiges Wörtchen mitreden. "Es wird wohl über die Reifen entschieden werden und Red Bull war auf diesem Gebiet sehr stark", so Vettels Einschätzung. Das Wort "Sieg" nimmt er dabei aber gar nicht erst in den Mund.

Teamkollege Kimi Räikkönen war wie immer kurz angebunden. Seine einzige Einschätzung für Sonntag: "Das kann ich kaum sagen. Ich weiß auch nicht mehr als ihr."

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