Schlimmer als in Spa? Norris beklagt extreme Gischt in Istanbul

Im Gegensatz zum abgebrochenen Formel-1-Rennen in Belgien konnte in der Türkei gefahren werden, doch die Sicht war erneut ein großes Problem

Schlimmer als in Spa? Norris beklagt extreme Gischt in Istanbul

Das Formel-1-Rennen in der Türkei am vergangenen Wochenende war ein reinrassiges Regenrennen. Vom Start bis ins Ziel gab es für die Fahrer kein Fenster, um auf Slicks wechseln zu können. Und obwohl die Menge an Wasser auf der Strecke auf den ersten Blick nicht mit dem Fiasko in Belgien zu vergleichen war, so war es für die Fahrer schon recht kritisch.

So berichtet Lando Norris erneut von sehr schlechter Sicht durch die aufgewirbelte Gischt. "In der Einführungsrunde habe ich überhaupt nichts gesehen", gibt der McLaren-Pilot zu. Er sei "erschrocken" gewesen, wie schlecht die Bedingungen tatsächlich gewesen seien: "Aber in den ersten Runden habe ich eine Lücke gefunden und konnte es dann kontrollieren."

Das Rennen in Spa Ende August konnte nie unter Grün freigegeben werden, nach ein paar Runden hinter dem Safety-Car wurde damals abgebrochen. Der Grund lag ebenfalls vor allem in der Sicht. Zu groß waren die Befürchtungen, dass besonders in Eau Rouge ein Auto abfliegt, auf die Strecke zurückgeschleudert wird und nachfolgende Fahrer es zu spät sehen.

Ölfilm erschwert die Sicht

In Istanbul bestand allerdings nie die reelle Gefahr eines Abbruchs, stellt Rennleiter Michael Masi klar. "Ich habe nach dem Rennen mit einigen Fahrern gesprochen. Ich denke nicht, dass die Gischt schlimmer war als in Spa", sagt Masi.

Leichter Nieselregen und tiefhängende Wolken verhinderten, dass die Strecke im Istanbul Park abtrocknen konnte. Zudem bestand die Gischt, die durch die Autos aufgewirbelt wurde, nicht nur aus Regenwasser, sondern auch aus Öl und Schmutz, der sich auf den Visieren der Fahrer verteilte.

Laut Norris sei die Gischt durch die Konsistenz schlimmer gewesen als auf anderen Strecken. "Es ist auch auf anderen Strecken schlimm, eigentlich auf fast allen. Es ist hier einfach nur länger schlecht geblieben. In der ersten Runde war es mehr Ölwasser als Wasser, wenn das Sinn ergibt. Es war also alles verschwommener und das Wasser lief in das Visier", schildert der 21-Jährige.

Tsunoda hadert: Konnte im Spiegel nichts sehen

Von der schlechten Sicht betroffen war auch Yuki Tsunoda. Der Japaner lag auf Punktekurs, ehe ein Dreher sein Rennen zerstörte. Laut Aussage des AlphaTauri-Piloten wäre der Dreher ohne die schlechte Sicht nicht passiert. So konnte er aufgrund seines verschmutzten Rückspiegels nicht einschätzen, was hinter ihm passierte.

"Ich konnte es einfach nicht sehen. Ich dachte, da wäre ein Auto direkt hinter mir und dass ich pushen muss. Und dann habe ich mich gedreht. Dieser Dreher hat mein gesamtes Rennen ruiniert", sagt der Rookie, der am Ende auf dem 14. Platz landete.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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